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Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund

16.03.2010 | 21:28 Uhr
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund

Dortmund. Ganz unerwartet kam der Rückzug der Eurowings-Verwaltung nicht. Weder für die rund 300 Beschäftigten und Verdi, noch für die Flughafen GmbH. Der Luftstandort Dortmund sei dadurch geschwächt worden - künftig fehle eine sechsstellige Summe pro Jahr. Nun müsse man handeln.

Dass die Aufgabe des Standortes Spuren hinterlässt, streitet Flughafen-Sprecher Marc Schulte gar nicht ab. „Diese Entscheidung schwächt den Luftverkehrsstandort.” Gleichwohl betont er, dass „die Notwendigkeit, etwas zu tun, jetzt eher noch größer geworden ist.” Tatsächlich muss der Flughafen, mit 24,5 Mio. Euro Miesen in 2009 hochdefizitär, weitere finanzielle Einbußen verkraften: Man rechnet mit Mindereinnahmen bei Pacht und Vermietung in Höhe einer „sechsstelligen Summe” pro Jahr. Grund: Die Eurowings-Verwaltung hatte 3000 qm Bürofläche vom Flughafen gemietet, die sie bis Jahresende freiziehen wird. Auch der Nimbus des Flughafens als „Jobmotor” hat Kratzer - bislang war von 1800 Arbeitsplätzen im und am Airport die Rede.

Dortmund Airport 21 - Flughafen Dortmund: Einbahnstraßenschild in der Zufahrt zum Flughafenparkhaus.

Für Verdi-Gewerkschaftssekretär Jörg Koburg kam die Nachricht von dem Eurowings-Abflug so überraschend nicht - und wohl auch nicht für einige der 300 Mitarbeiter der Verwaltung in Dortmund. Viele hätten es eher gelassen aufgenommen, meint er: „Die Resignation war vorher schon groß.”

Der Gewerkschaftssekretär geht davon aus, dass man Ende Mai mit dem aufzulegenden Sozialplan durch ist - und zwar unter Berücksichtigung der Tatsache, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiteten. „Für die wird es schwierig”, so Koburg, „sie müssen überlegen, ob es sich für vier Stunden Arbeit lohnt, zwei Stunden hin und her zu fahren.” Erstmal ging viel Zeit verloren, andererseits rechneten sich die Fahrtkosten nicht. Möglicherweise aber könnte man die im Sozialplan berücksichtigen.

Zweifel bei Standortfrage

Koburg zieht die Begründung für die Entscheidung gegen den Standort Dortmund und für Düsseldorf allerdings auch grundsätzlich in Zweifel. Zumindest in Teilbereichen. „Wenn man Bereiche wie Einsatzplanung, Kabinenpersonal usw. an den Standort verlegt, an dem auch die Flugzeuge stehen, macht das Sinn”, sagt er. Reine Verwaltungsarbeit aber könne überall ihren Platz finden. „Wenn ich mir angucke, wieviel Programmierarbeit in Indien stattfindet, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Strecke Düsseldorf-Dortmund nicht zu überbrücken ist.”

Für Wirtschaftsförderungschef Udo Mager ist die Nachricht auch keine gute. „Wir bedauern das sehr. Vor allem für die Mitarbeiter, die jetzt schon aus dem östlichen Ruhrgebiet wie Hamm anreisen mussten. Aber die Entscheidung zeigt, wie schwach selbst ein starker Standort ist, wenn er nicht mehr in die Konzernstrategie passt.”

Gregor Beushausen, Dirk Berger

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Kommentare
19.03.2010
10:49
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von Schlesier102 | #50

Der Flughafen muss bleiben! Bahnverlängerung ist mir egal, aber ich will auf meine wöchentlichen Trips nach Polen nicht verzichten. Die 30 Euro für Hin- und Rückflug haben sich nach einem Friseurbesuch und paar Bierchen in einer Strandkneipe in Danzig mit netter weiblichen Begleitung schnellstens amortisiert. Mit einer Stange Marlboro (legal) wird noch Gewinn gemacht! Ich kann euch allen nur einen guten Rat geben - Einsteigen und ab in den Osten! :-)

18.03.2010
17:38
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von Käppchen | #49

Ich bin wirklich dankbar für jeden Flieger
weniger, der mir den Schlaf raubt.
Von daher eine sehr gute Nachricht.

18.03.2010
01:58
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von vaikl | #48

Könnten wir dann mal wieder aufs Thema zurückkommen?

Dem FH gehen durch den Wegzug der Eurowings-Zentrale also jährliche Einnahmen in sechsstelliger Höhe verloren. Von den ehemals fast 1.000 Eurowings-Mitarbeitern hier verbleiben Null. Diese Entwicklung hat nach all dem, was aus Lufthansa-eigenen und ver.di-Verlautbarungen entnehmbar war, nichts mit den Themen Ausbau und/oder Zeiten-Verlängerung in Dortmund zu tun, d.h. sie war so oder so nicht umkehrbar.

Die Bedeutung so einer Entscheidung sollte mittlerweile auch Jedem klar sein: Auch wenn Dortmund gegen jede Vernunft und gegen jede finanzielle Grenzen einen Ausbau vorantreiben und sich damit für die Kunden noch mehr prostituieren würde, ist der globale Markt für Fluggesellschaften völlig anderen Regeln unterworfen als denen, die man in Dortmund zu spielen in der Lage ist.

Trotzdem sage ichs hier gern nochmal: Eine Schließung des FH-Betriebs ist genauso wirtschaftlicher Unfug wie ein Weiter so!. Die Rückbesinnung auf die ursprünglichen Stärken im Geschäftsflieger- und Zubringergeschäft mit einer im Konzern wahrscheinlich eher beklatschten Kostensenkungs- und Gesundschrumpfungs-Strategie ist die einzig sinnvolle Lösung.
Auch wenn das FH-Gewerbegebiet nur zur Hälfte belegt ist, sind die meisten Firmen dort nicht zwingend aufs Fluggeschäft angewiesen und haben eine fast perfekte Logistik-Anbindung über die A40. Interessenten würden auch oder gerade mit fertigen Gebäuden am FH angelockt werden.

Die DSW21 bekommt in den nächsten Jahren genügend andere Verlustbringer im Konzern (z.B. Phoenix-See), um ihre Bilanzen zu hübschen. Da könnte doch der FH endlich auch mal sinnvoll betrieben werden und alle Interessengruppen (außer den Ballermann-Fliegern natürlich) haben was davon.

17.03.2010
22:35
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von Blink23 | #47

@ 42 immer noch den Floh im Ohr, den Ihnen der Schulte reingesetzt hat? Das tut mir Leid. Es ist kein Wille da, von (maximal) wenigen Hundert Menschen abgesehen.

@43 Sie Weltenbummler und eisenbahnhasser haben ein Lockangebote von easyjet ergattert? Gratulation. Bei 7,50 fingen die Preise bei easyjet allerdings nicht an, und im Schnitt zahlte man für Prag mehr als das Zwanzigfache.

17.03.2010
21:49
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von durchi | #46

Düsseldorf ist doch auch nur ein Zubringer zu den richtigen Airports : London, Frankfurt & Paris ...
aber warscheinlich bin ich hier mitten zwischen Tunesien-,Mallorca-,Ägypten-Urlaubern uahhh fürchterlich!
Easyjet war nicht schlecht vor ein paar Jahren um mal Osteuropa kennenzulernen, z.B. Prag von Dortmund hin und zurück = 15 Euro incl Gebühren! Wie weit komm ich damit mit der Gammel-Bahn ?

17.03.2010
19:17
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von Howitowner | #45

@reika

solange die Fragen nicht beantwortet werden oder beantwortet werden können, ist es nur Schall und Rauch mit 170 Mios zu rechnen. Einzig sich auf ein Schreiben einer Kanzlei zu beziehen und zu stützen, das ist mehr als fahrlässig, oder??

17.03.2010
18:37
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von reika | #44

Howitowner,

wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und die von Ihnen aufgezeigten Fragen werden dann auch nach und nach beantwortet werden können - garantiert.

Was Menschen, in diesem Fall Dortmunder, gebaut haben, werden sie auch wieder abbauen können. Es sei denn, sie wären gestaltungsunfähig.

17.03.2010
17:10
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von Sventek | #43

@ Dortmund International...

Das einzige was in Dortmund international ist, ist am Ende der Saison der BVB!

17.03.2010
15:01
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von Howitowner | #42

Der Mathematik-Sonderpreis des Tages geht an Hans Schmidt für seinen lustigen Einwurf #21, dass ein Defizit von über 20 Millionen Euro keinen Einfluss auf die städtische Haushaltslage hat. Den Rechenweg würde ich gern nachvollziehen können.
#31 von deiner alten Mathelehrerin, vor 4 Stunden

ist erstmal sogar relative simpel: die Gelder kommen von der DSW21, nicht aus dem Städtischen Haushalt! die DSW muss dieses Geld nicht der Stadt zuführen, es kommt aus den Gewinnen der einzelnen DSW Töchter...gleichfalls kann man nachlesen das vergangen Jahr nur durch einen Rechentrick ein Plus übrig geblieben ist...so einfach kann man die Gelder nicht umschichten, auch wenn es einigen so scheint.

Auch diese nette Rechnung den Flughafen einfach schließen, gut und schön, aber wie sieht die rechtliche Seite dazu aus??

Wann könnte man den Flughafen schließen??
Wie lange gilt die Betriebspflicht??
Wer kommt für die Gelder auf die benötigt werden??
In was will man es umwandeln??
Industriegebiet, Einkaufscentrum a la Centro?? Wie sieht dann die verkehrsrechtliche Anbindung aus?? (alles südlich des Airports gehört zum Kreis Unna)
Wie hoch sind tatsächlich die Kosten??
hat es jemand mal richtig hinterfragt??
Welche Gewinne wurden zu Grunde gelegt und wie setzen die sich zusammen??

Ist nur ein geringer Teil an Fragen der in diesem Zusammenhang auftaucht, aber so einfach ist es nunmal nicht!!
Zumachen und das war es dann, sorry aber da gehört wohl deutlich mehr dazu...

17.03.2010
13:19
Abzug von Eurowings schwächt Flughafen Dortmund
von Schoenes_Leben | #41

Tippe auf Gepäckträger am Flughafen.

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