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Kunstschmied

„Ein bisschen Glamour muss schon sein“

08.06.2012 | 17:44 Uhr
„Ein bisschen Glamour muss schon sein“
Das ehemalige Herrenhaus Haus Bögge in Bönen.

Methler/Bönen.   Es ist noch nicht mal zehn Uhr am Morgen, da prangen die beiden schmiedeeisernen Torflügel schon zwischen zwei mächtigen steinernen Säulen. Zeitig sind sie in Methler aufgebrochen, Kunstschmied Martin Bandl und zwei seiner Mitarbeiter.

Es ist noch nicht mal zehn Uhr am Morgen, da prangen die beiden schmiedeeisernen Torflügel schon zwischen zwei mächtigen steinernen Säulen. Zeitig sind sie in Methler aufgebrochen, Kunstschmied Martin Bandl und zwei seiner Mitarbeiter.

Mit den kostbaren Torflügeln und reichlich Werkzeug im Gepäck ging es für die drei Handwerker nach Bönen in den von Feldern, Wiesen und Bauernhöfen gesäumten Schmerhöfeler Weg. Der Auftrag: das historische Haus Bögge mit einem ihm würdigen Eingangstor zu versehen.

Im Stil des historischen Anwesens

„Das ist nicht bloß ein Tor“, sagt Martin Bandl, „das ist ein Portal“. Schließlich handelt es sich bei diesem historischen Grund und Boden um ein ehemaliges Rittergut. „Da muss schon was Erhabenes her“, meint nicht nur der Kunstschmied. „Der Zaun und das Tor sollen schon zum Stil des Hauses passen“, sagt auch Detlef Schaumann, neuer Hausherr von Haus Bögge. Erbaut wurde das ehemalige Herrenhaus im Windsor-Stil anno 1872. Vor rund zwei Jahren hat der Unternehmer das herrschaftliche Anwesen gekauft. Die Montage des Tores gehört mit zu den abschließenden Arbeiten an seinem neuen Domizil. Im August hofft Schaumann, endlich einziehen zu können.

Dann wird das 6700 Quadratmeter große Grundstück auch komplett umzäunt sein. Passend zum Tor, liefert Martin Bandl auch noch 140 Meter handgeschmiedeten Zaun. Ein Jahr ist es mittlerweile her, dass sich Hausherr und Kunstschmied zusammensetzten, um über die Optik der schmiedeeisernen Grundstückseinfassung zu beraten.

Zu verschnörkelt sollte es nicht werden, wünschte sich Schaumann, ansonsten hatte Bandl freie Hand. Für ihn ein Auftrag, wie er ihn sich als Kunstschmied nur wünschen kann: „Das ist schon was besonderes, so ein Rittergut zu vergittern“, meint er schmunzelnd. Noch zwei Wochen, schätzt Bandl, dann erscheint das Eingangsportal geschmiedet aus verzinktem und schwarz beschichtetem Stahl samt Zaun in schlichter Eleganz.

23 Karat Blattgold

Allerdings, so ganz ohne Schnörkel geht es dann doch nicht. „Ein bisschen Glamour muss schon sein“, meint der Kunstschmied, als er eine mit 23 Karat Blattgold versehene Verzierung an die Mitte des Tores anbringt.

Auch, wenn die Optik des Portals an die historische Erscheinung des Anwesens angepasst wird, an modernster Technik fehlt es nicht – wenn auch versteckt und von außen kaum sichtbar. So werden weder Hausherr noch Gäste Mühen aufwenden müssen, das schmiedeeiserne Tor zu öffnen. „Das geht dann automatisch“, sagt Hausherr Schaumann.

Carmen Radeck

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