571 Mitarbeiter wechseln in Transfergesellschaft
25.01.2010 | 21:30 Uhr 2010-01-25T21:30:00+0100
Bönen. Für die 571 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DW Logistics im Gewerbegebiet Mersch endet am 31. Januar ihr Arbeitsverhältnis.
Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Februar werden alle Beschäftigten das Angebot erhalten, für die Dauer von sechs Monaten in eine Transfergesellschaft (Bob Transfer GmbH Essen) zu wechseln.
60 Prozent der alten Belegschaft, rund 260 Vollzeitkräfte, sollen wenige Tage nach Beginn der Transfermaßnahme in eine neue Gesellschaft übernommen werden, die unter dem Namen „DWL II” firmiert. „Sie werden an gleicher Arbeitsstätte wie bisher die gleichen Tätigkeiten ausüben, allerdings zu anderen Konditionen”, erklärte Insolvenzverwalter Dr. Georg Bernsau gestern gegenüber unserer Zeitung. Es gehe darum, auf einem schwierigen Markt wettbewerbsfähig agieren zu können. Für die Mitarbeiter bedeutet das nach Bernsau: „Nach Möglichkeit gleicher Bruttolohn wie bisher, allerdings bei längeren Arbeitszeiten und weniger Urlaub.”
Dass die Weiterbeschäftigung in einer Transfergesellschaft überhaupt möglich ist, sei auf „den auskömmlichen Überschuss” zurückzuführen, der seit Beantragung der Insolvenz am 11. November vergangenen Jahres erwirtschaftet werden konnte, so Bernsau. Es soll sich dabei um eine siebenstellige Summe handeln. Über die Löhne der in der Transfergesellschaft beschäftigten Mitarbeiter, die hier für neue Tätigkeiten qualifiziert werden sollen, wird derzeit noch verhandelt. Angestrebt sind nach Angaben von Bernsau 70 Prozent des bisherigen Lohnes.
Ob und wie es nach dem 1. Juli 2010 nach Ablauf der Transfermaßnahme weitergehe, hänge auch vom weiteren Verlauf der Insolvenz der Unternehmensschwester DWW (Woolworth) ab. „Sollte es hier einen Investor geben, sind wir zuversichtlich, dass der neue Eigentümer dann auch die Logistik-Dienstleistungen benötigt, die wir mit der DWL II anbieten können”, sagte Dr. Georg Bernsau.
Alle geschilderten Maßnahmen würden vom Betriebsrat mit getragen, betonte der Insolvenzverwalter. „Die Alternative wäre gewesen, zum 31. Januar den Laden abzuschließen.” In einer Betriebsversammlung wurde die Belegschaft bereits am Mittwoch vergangener Woche informiert.
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