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Musikzentrum

Wettbewerbssieger Bez + Kock stellen ihren Entwurf vor

24.05.2012 | 16:18 Uhr
So könnte der Konzertsaal aussehen. Detail aus dem Siegerentwurf des Büros Bez + Kock.Foto: Karl Gatzmanga

Bochum. Großer Bahnhof für ein lang erwartete Modell: Bei der Vorstellung des Siegers im Architektenwettbwerb um den Bau des Musikzentrums platzte der Repräsentationsflur im Rathaus aus allen Nähten.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen die Stuttgarter Architekten Martin Bez und Thorsten Kock, die den Wettbewerb nach der Sitzung der Jury am späten Dienstagabend für sich entschieden hatten. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, betonte Kulturdezernent Michael Townsend .

Hohlräume sorgen für akustisches Volumen

Zentrale Entwurfsidee ist, das Musikzentrum als lang gestreckten Baukörper entlang der Viktoriastraße mit einer breiten Vorfläche und mit deutlich herausgearbeiteten Eingängen auf den beiden Seiten des Chores der Marienkirche zu platzieren. Der Neubau des Multifunktionssaals (hier sollen u.a. Chor- und Konzerte der Musikschule stattfinden) und der Neubau des Konzertsaales für das Orchester nehmen das Hauptschiff der Kirche quasi in ihre Mitte. Die Kirche dient so als Foyer für die beiden Säle, kann aber auch für eigenständige Veranstaltungen (z.B. Lesungen) genutzt werden. Auch ein Café wird entstehen.

Neues Musikzentrum

Gelobt wurde die Idee, die Marienkirche quasi so zu belassen, wie sie ist, und nicht durch Um- oder Neubauten zu „überbauen“. Der Konzertsaal verfügt über das von den Symphonikern gewünschte große akustische Volumen, das durch angekoppelte Hohlräume erzeugt wird. Rund 900 Sitze wird der Saal haben, wobei die Zuschauerränge den Orchesterplatz in die Mitte nehmen.

Keine Tiefgarage

Die Fassade des Modells habe durch ihre schlichte, fast klassizistische Eleganz überzeugt, betonte Baudezernent Ernst Kratzsch: „Der Entwurf ist ein ebenso zurückhaltender wie auch selbstbewusster Auftritt, der die Kirche als einen selbstverständlichen Teil des gesamten Ensembles einbezieht.“ Die Farbe der verklinkerten Fassade soll jener der Ziegel der Marienkirche angepasst werden.

Dem prämierten Entwurf, der ohne Tiefgarage auskommt (Stellplätze werden im Parkhaus P 8/Bermudadreieck ausgewiesen), könne darüber hinaus eine „solide Kostenstruktur“ zugestanden werden, betonen die Verantwortlichen. Für das Vorhaben sind 32,93 Mio Euro veranschlagt, wovon der größte Teil durch private Gelder der Stiftung Bochumer Sinfonie sowie Fördergelder des Landes bzw. der EU hereinkommt. Der Rat will über die Ausführung des prämierten Entwurfs am 28. Juni entscheiden. Bis dahin müssen sowohl die Landesmittel rechtsverbindlich zugesagt als auch die noch ausstehenden Stiftungsgelder in Höhe von rund 3 Millionen Euro nachgewiesen sein.

Jürgen Boebers-Süßmann


Kommentare
28.05.2012
20:18
Der zentrale Thekenbereich in der Kirche
von meigustu | #22

ist ja nicht in Stein gemeisselt. Der ist da sicherlich fehl am Platz. Aber ansonsten ist nicht erkennbar, warum das Foyer nicht für die Veranstaltungen genutzt werden kann, die nicht in die beiden Säle passen. Eine flexibele Gastronomie mit kleiner Bühne sollte auf jeden Fall immer dann möglich sein, wenn das Foyer nicht anderweitig gebraucht wird. Das bringt Kohle für den laufenden Betrieb.

28.05.2012
15:43
Wettbewerbssieger Bez + Kock - wo bleibt das Multikuntionale?
von holgerkruessmann | #21

Mir scheint bei dem ästhetisch sicher gelungenen Entwurf von Bez + Kock der multifunktionale Aspekt völlig nach hinten gerückt. Entweder ist die Präsentation (bzw.das, was medial davon sichtbar ist) nicht vollständig, oder der Mufu-Anteil wurde zugunsten des sicherlich hübschen Foyers fallen gelassen.
Was bleibt ist ein großer und ein kleiner Saal - und Schluss.
Das wäre schade - und auf Dauer die Achillesferse des Projekts. Das MusikZENTRUM war aus meiner Sicht stets das letztlich überzeugende Argument pro Bochum. Mich wundert, dass das jetzt so sang- und langlos beerdigt wird.
Aus DO und E (hier doppelt) hätte man doch lernen können, wie man es eben nicht macht - und erkennen, dass Musikhaus und Musikschule (für BO) zusammen die zukunftsfähige Lösung wären.

26.05.2012
18:47
#19 Was sollen wir mit Zimbo ?
von meigustu | #20

Wenn das Leben ein Wunschkonzert ist gäbe es andere Unternehmen die man sich hier hin wünschen sollte.

Hoffen wir das Otti da aktiv wird und nicht nur, wie Hanni, das alles mit GM eine Sauerei findet und weiter Däumchen dreht. Die IHK Bonzen könnten auch mal zeigen das sie ihre Kohle wert sind und nicht nur jammern das ist Politiksache.

25.05.2012
23:27
Wettbewerbssieger Bez + Kock stellen ihren Entwurf vor
von fogfog | #19

und wann kommt ZIMBO zurück nach bochum??

25.05.2012
19:23
mal abwarten
von fossybo | #18

ich finde starlight immer noch grottig und hätte nie dem bau der halle zugestimmt. beim musikzentrum bin ich gespannt, allerdings sollten die edlen spender (wer denkt bei faber böses?) jetzt mal was zu den folgekosten sagen.
by the way: wann ist die waz in der lage auch nur eine einzige fotostrecke ohne tote links hinzubekommen?

1 Antwort
Wettbewerbssieger Bez + Kock stellen ihren Entwurf vor
von Der_Caveman | #18-1

"by the way: wann ist die waz in der lage auch nur eine einzige fotostrecke ohne tote links hinzubekommen?"

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25.05.2012
19:04
#15 es ist schon starkes Argument
von meigustu | #17

das meine Rhetorik Ihnen nicht passt. Kann ich gut nachvollziehen. Solch ein Vergleich ist ätzend. Allerdings zum Musikzentrum treffen Sie damit keine Aussage.

Warum soll die Kommune nicht den Betrieb übernehmen ? Die Stadt macht sich doch so attraktiv. Läuft es positiv gibts Kohle fürs Stadtsäckel, läuft es schlecht und spielen auch die Sekundäreffekte nicht die kommunalen Kosten ein, wird der Sparkommissar dem ganzen Spuk ein Ende bereiten. Die Immobilie aber bleibt in der Stadt und wird mit Sicherheit einen anderen Betreiber finden.

Es ist eine Win-Win Situation. Statt der Dagegen-Kultur wäre den Bochumern mehr geholfen, wenn der eine Mensch seine Tatkraft darauf richten würde, möglichst viel der Spendengelder in die Taschen der örtlichen Arbeitnehmer und Unternehmer fließen zu lassen. Es ist doch nicht weiter tragisch, wenn die Spendengelder die sonst gar nicht in Bochum blieben, in der ersten Wertschöpfungsstufe ein Konzerthaus bauen, bevor sie bei den Arbeitnehmern landen.

2 Antworten
Wettbewerbssieger Bez + Kock stellen ihren Entwurf vor
von steude | #17-1

Für 2,1 Mio im Jahr werden 2,1 Stellen geschaffen. Die der Hausmeister. Kennen Sie in Deutschland ein Konzerthaus, dass ohne Zuschüsse auskommt. 5 Mio. Dortmund, 6,6 Mio. Duisburg und 3,5 Mio. Essen. Wer sollte in ein solches Verlustgeschäft investieren?

Was spricht dagegen, dass das Land die Jahrhunderthalle weiter betreibt? Sonst beschwert sich die Stadt, das ihr vom Land nicht genug Lasten ausgeglichen werden und dann übernimmt sie freiwillig welche? Das macht keinen Sinn.

Kennen Sie ein Unternehmen, dass sich einer Stadt angesiedelt hat wegen eines Musikzentrums? Faber hat überlegt seinen Firmensitz nach Schleswig-Holstein zu verlegen, weil dort ein anderer Glückspielstaatsvertrag gilt. Bleibt Opel wegen des MZ hier? Kommt Zimbo aus Seevetal zurück, weil es da kein MZ gibt?

Wenn Kultur so viele Unternehmen anziehen würde, warum ist Berlin dann so pleite und hat Probleme Unternehmen anzusiedeln?

Wettbewerbssieger Bez + Kock stellen ihren Entwurf vor
von Der_Caveman | #17-2

Zu den Befürwortern:
Es ist ja nun schon plausibel dargelegt worden, dass "die Stadt" alles (beachtlich) schönrechnet nur um das Projekt durchzuboxen- da müssten doch eigentlich schon alle Alarmglocken klingeln (besonders bei der Investitionssumme). Dazu kommt noch, dass selbst das Geld für die Schönrechnung noch gar nicht komplett vorhanden ist und jetzt noch ein Wettbewerbsgewinner, der von vornherein das Budget nicht einhält. Wie kann man da _nicht_ stutzig werden und die Leute, deren Alarmglocken noch funktionieren, als "dumm" hinstellen?

@meigustu | #17:
"Die Immobilie aber bleibt in der Stadt und wird mit Sicherheit einen anderen Betreiber finden."

Die Immobilie wird wohl eher verscherbelt oder vermietet für lau. Aber wir sind beide keine Hellseher.

"möglichst viel der Spendengelder in die Taschen der örtlichen Arbeitnehmer und Unternehmer fließen zu lassen."

Wie soll das bei einer EU- Ausschreibung funktionieren?

25.05.2012
15:06
Ja, wir brauchen diesen Ort der Kultur!
von radfahrer.ruhr | #16

Ja, ich finde Bochum und seine Kulturschaffende haben sich dieses Musikzentrum redlich verdient und sollten es auch bekommen. Diese Nörgler und Querulanten, die gegen dieses Haus noch ihren Stimme erheben, haben den tieferenen Sinn leider nicht verstanden und sollten daher zack, zack wieder vor die Glotze und Unterschichten-TV schauen, wo sie hingehören!

Nur eine Frage sollten die Befürworter dieses Hauses mal beantworten:
Warum soll eine chronisch klamme Kommune dieses Musikzentrum eigentlich betreiben und unterhalten? Wenn dies doch ein Magnet für das ganze Ruhrgebiet sein soll, warum wird nicht ein privater Trägerverein von interessierter Seite vorangetrieben, welcher für den Betrieb dieses Hauses sorgt? Ist es die vorhandene Einsicht, dass die eigenen Taler / Euros ganz schnell weg wären und die Liebe zur Kultur bei EInschnitten in die eigene Geldbörse endet? Dann doch die Bochumer Bürger in ihrer Allgemeinheit mit diesem Bau belasten, merkt ja keiner ...

25.05.2012
13:35
Griteskt - geht es eigentlich noch meigustu ?
von tomatenkiller_neo | #15

Wie schön, daß Kritiker sofort einer Dagegen-Mafia zugeordnet werden, zeigt, wessen
Geistes Kind der Verfasser ist.

25.05.2012
06:31
Ein Musikhaus ist gritesk - Geht es eigentlich noch dümmer ?
von meigustu | #14

Auch wenn man anspruchsvolle Musik nicht mag muss man doch begreifen können, dass das Bermudadreick bzw. Viktoriaviertel auf kleinem Raum ein dichtes Kulturangebot entwickeln kann wie es im Revier nur noch am Centro möglich ist - und dort natürlich auch versucht wird. Räumliche Distanz und Art beider Angebote stehen dabei kaum im Wettbewerb miteinander, sondern bedienen verschiedene Zielgruppen.

Dazu braucht es Veranstaltungsräume wie das Musikzentrum, das nun sinnigerweise deutlich breitere Nutzungsmöglichkeiten hat. Die Kirche als bespielbares Foyer ist da eine geniale Idee. So können niederschwellige Angebote verschiedenster Art preiswert und bei einer guten Hausleitung sogar spontan realisiert werden.

Bei den Parkplätzen ist die Dagegen-Mafia etwas ambivalent. Entweder ist ein Musikzentrum grotesk, dann ist das Parkhaus leer und man hat Sponsoren listig Geld aus der Tasche gezogen, oder das Musikzentrum ist ein Erfolg - aber dann ist das Musikzentrum ein Highlight.

25.05.2012
01:46
Warum eigentlich die Kirche als Foyer nutzen?
von Comedian | #13

Interessanter Entwurf. Aber ist das Foyer nicht etwas groß geraten?

Wenn man das Foyer etwas kleiner dimensionieren würde, könnte man doch auch die Kirche zum Parkhaus für Konzertbesucher umbauen. Vielleicht könnten die Besucher dann direkt vom geparkten Auto aus den Konzerten lauschen - so quasi als Drive In Konzerterlebnis.

Hört sich unsinnig an? Mitnichten! Denn die Idee, so ein Konzerthaus zu bauen, ist schon unsinnig genug. Da kommt es auf eine zusätzliche groteske Idee auch nicht mehr an. Ganz nach dem Prinzip: Wenn schon... denn schon...



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