Werks-Aus doch schon 2014? - Betriebsrat wirft Opel Erpressung vor
22.01.2013 | 18:49 Uhr 2013-01-22T18:49:00+0100
Bochum. Vollkommen überrascht wurden die Opelaner in Bochum am Dienstag von der Nachricht, dass ihr Werk nun doch schon Ende 2014 geschlossen werden könnte. Eigentlich hatte man an diesem Tag nur über Tarife verhandeln wollen. Die lange vorher anberaumte Info-Veranstaltung wurde spontan zu einer Betriebsversammlung umgewandelt.
Im großen Schaukasten des Bochumer Opelwerks findet sich ein kleiner Ausdruck rechts unten in der Ecke. Da, wo die Nebensachen hängen. „Wir informieren am 22. Januar 14 Uhr Tor 4 über den aktuellen Stand der Opel-Tarifverhandlungen“, kündigt der Betriebsrat schwarz auf rosa an. Standard. Alltag. Pflichttermin.
Ganz offensichtlich: Niemand hat damit gerechnet, dass die Verhandlungen im Renaissance-Hotel am Ruhrstadion diese Wende nehmen würden. Im ersten Stock, in den Konferenzräumen „London“ und „Oslo“ sollte es am Vormittag an zu Hufeisen zusammengestellten Tischen um die Opel-Tarife gehen: die Erhöhungen, die die Belegschaft dem angeschlagenen Betrieb bisher stundete, und die weitere Entwicklung. Doch die Gespräche hinter zugezogenen Gardinen enden schnell.
Betriebsratschef Einenkel "sehr heftig überrascht"
Deshalb: „Wir sind sehr heftig überrascht worden“, wird der Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel am Nachmittag sagen. Plötzlich ging es nicht mehr um Prozente, sondern um alles oder nichts. Denn in einem Mitarbeiterbrief pünktlich zu den Verhandlungen hat der Aufsichtsratsvorsitzende Steve Girsky eine Werksschließung schon Ende 2014 wieder ins Gespräch gebracht. Wenn bei den Verhandlungen keine Einigung erzielt werde, heißt es da, werde man sich „selbstverständlich an den Standortsicherungsvertrag halten. Dieser Vertrag läuft allerdings Ende 2014 aus . . . und zum 1. Januar 2015 würde die Fertigung in Bochum komplett eingestellt.“ Bisher hatten die 5000 direkt und indirekt Beschäftigten nach mündlichen Aussagen aus der Firmenspitze davon ausgehen können, dass das Ende zwei Jahre später käme.
Da stehen sie dann, 14 Uhr, Tor 4 – im Werk und doch in der Kälte, was eigentlich ein ganz gutes Bild abgibt für ihre Situation. Und man denkt unwillkürlich: so große Hallen, so wenig Menschen. Die Informationsveranstaltung ist kurzerhand zur Betriebsversammlung geworden, und vielleicht 1000 Opelaner sind dabei. Journalisten müssen draußen bleiben, aber die Versammlung ist nur 20 Meter entfernt – nicht zum Greifen nah, doch zum Zuhören.
Die Bochumer Opel-Mitarbeiter treffen sich heute zu einer womöglich richtungweisenden Betriebsversammlung. Betriebsratsvorsitzender Rainer Einenkel: „Uns wurde gesagt, dass es hier nach 2016 keine neue Fahrzeugproduktion geben wird.“ Offenbar soll lediglich ein Komponentenwerk erhalten bleiben.
Betriebsrat wirft Opel-Führung Erpressung vor
Rainer Einenkel, wie er auf der Ladefläche eines kleinen orangefarbenen Werksfahrzeugs steht und zu den Männern redet. „Erpressung“ sei das, sagt er, Opel wolle nur bis Ende 2016 weitermachen in Bochum , „wenn wir bis 2016 auf alle Tariferhöhungen verzichten“. Der Vorstand wolle „euer Weihnachtsgeld haben, euer Urlaubsgeld haben, eure Arbeitsplätze haben“. Das sei eine „Kriegserklärung“. Sie wehren sich mit Pfiffen, sie buhen, gehen dann ins Werksinnere, besprechen sich. Arbeiten oder nicht arbeiten?
Man bekommt, wenn man den einen oder anderen anspricht, alle denkbaren Meinungen zum jahrelangen Kampf um Opel. Kampfeswille wie Resignation oder Nichternstnehmen; sie schütteln die Köpfe, zucken mit den Schultern oder machen die Faust. „Ich bin hier 25 Jahre, das Schließungsgerede ist unsere Begleitmusik seit 2004“, sagt ein Elektromonteur: „Ich kriege ja sonst nichts mehr, aber solange der Laden hier noch läuft . . .“ Und als Zaungast am Gittertor meint ein Betriebsrentner, jetzt schon viele Jahre raus: „Wir waren noch mehr Familienbetrieb. Es wurde sehr viel geschaffen. Heute beutet man die Leute aus.“
Entscheidet der Opel-Aufsichtsrat Ende kommender Woche?
Die Arbeitnehmervertreter gehen davon aus, dass der Opel-Aufsichtsrat Ende nächster Woche die Schließung des Bochumer Werks formell beschließen soll. Zuvor gibt es noch einmal Verhandlungen über den Tarifvertrag zwischen Gewerkschaftern und Opel-Management geben.
Schon länger wird darüber verhandelt, wie es in Bochum weitergehen könnte. Die gemeinsame Initiative von Opel und der NRW-Landesregierung, mit der sogenannten Perspektive 2022 möglichst viele Stellen in Bochum über Alternativproduktionen zu erhalten, „kann nur auf der Basis einer Einigung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung erfolgreich sein“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Duin. Danach sah es am Dienstag aber nicht aus.

16:20
In 2015 bitte Geld zum Arbeitsplatz mirbringen. Beim Pförtner werden dann Eintrittskarten verkauft.
15:16
Nach dem, wie dort mit den Menschen umgegangen wird, kann es eigentlich für Deutschland nur noch einen Schritt geben.
Rückforderung aller Subventionen, welche in den letzten 20 Jahren an US-Unternehmen und deren Tochtergesellschafften gegen sind und abzug aller finanziellen mittel aus dem US-Raum. Solln die Amis an Ihrer Fiskalklippe zerschellen, wie seinerzeit die Titanic.
Das ist doch echt das letzte, wie dort mit Menschleben gespielt und gehandelt wird.
welche Subventionen??? Bitte Erklären!
13:17
Diesen erbärmlichen und armseligen Managern, gehört mal orderntlich der ***** versohlt.
Opel, Siemens, Thyssen, Deutsche Bank usw. usw. alles niederträchtige Machtmenschen
10:46
Erpressung? Das ist eine Form von legaler Aussperrung und somit als Gegenmittel von Streiks, durch das Unternehmens zulässig. Dieser Sachverhalt sollte Herrn Einenkal aber bekannt sein.
Sie haben sehr wahrscheinlich von dem ganzen garkeine Ahnung .Was sie hier schreiben ist absoluter Blödsinn. Sie schreiben über Dinge von denen sie bei Leibe so wenig Ahnung haben wie eine Kuh vom Sonntag.
Durch ihre blödsinnigen Kommentare beweisen sie nur das die Natur sie wohl bei der Verteilung von Inteligenz benachteiligt hat. Bitte schweigen sie.Es tut schon weh.
Herr Woelly , ist doch bekannt für seine unsachlichen und dummen Kommentare. Der Herr Gott hat Ihn wirklich vergessen, Hirn zu geben!
Dass es bei ihnen weh tut kann ich ja noch verstehen, aber die Welt dreht sich nicht um Bochum und das dortige Opel Werk. Das ich nicht nur von außen gut kenne. Für GM ist das nur eine Stecknadel mit rotem Kopf auf irgendeiner Weltkarte. Diese Rotkopfnadel wurde aus den bekannten Gründen gezogen und ins Döschen gelegt. Das wars! Die weiteren Bemerkungen können sie sich sparen und sind meinerseits geschenkt. Träumen sie einfach weiter, oder tun etwas, was ihnen nützt.
# woelly
Das bei ihnen nichts wehtut setzt ja voraus das auf ihrem Hals ein Kopf mit einer Denkmaschine plaziert ist und nicht so ein Strohlager.
Und getan habe ich was, ich lese immer gerne ihre Kommentare. Die sagen mir nämlich das ich im Korb der Schlauen gelegen habe und sie im Korb der Dummen.
Woelly, das man sie bei Opel reingelassen hat, verstehe wer will, aber man hat Sie ja schnell wieder rausgeschickt, muss man wohl gemerkt haben , dass Sie nicht die Intelligenz eines richtigen Opelaners besitzen:-) wie silera schon geschrieben hat:
Das ich im Korb der Schlauen gelegen habe und sie im Korb der Dummen.
woelly soll Wirtschaftsökonom sein, hab ich mal in einem anderen Thread gelesen
09:04
@T3-Bus:
Gut gebrüllt, Löwe.
Sehr wahre Worte, nur das sie keiner zur Kenntnis nimmt von den Verantwortlichen!!
Diese Berg- und Talfahrt der Gefühle mit den Arbeitern von Opel finde ich einfach nur Menschenunwürdig und erbärmlich!!Seit Jahren geht es schon so und wenn ich Arbeiterin bei Opel wäre hätte ich schon lange einen Riesenstreik ins Leben gerufen um den Vorständen mal zu zeigen, das sie es mit uns nicht machen können und wo sie wären, wenn es uns nicht gäbe!!!
Denn, es ist der " kleine " Mann mit seiner Arbeitskraft, der so einen Betrieb am Leben hält und er ist immer auch der Dumme, auf dessen Rücken alles ausgetragen wird!!!
Pfui, General Motors, so einen Psychoterror hat kein Mensch verdient!!!!
07:05
Nokia, Thyssen Edelstahl, Opel....
Baut doch einfach um Bochum einen Zaun und macht einen Parkplatz draus ;-)
Nee, Parkplatz geht nicht, denn dafür ist kein Geld da, denn das wird doch für unnütze Dinge wie Musikzentrum gebraucht, was sich nach Schließung von Opel erst Recht keiner mehr erlauben kann.
Elend geht Bochum zu Grunde und die Verantwortlichen kuscheln weiterhin mit ihrem Platz!!!
06:50
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
04:59
zu #2 Pandorra0611
04:57
Jeder hat das Recht auf anständige Entlohnung, auch die Mitarbeiter von Opel.
Entweder Sie sind Arbeitgeber oder wissen nicht was ein einfacher Facharbeiter verdient.
Mittlerweile haben wir genug Sklaventreiber (Leiharbeitsfirmen) auf dem Markt, die durch Lohndumping immer mehr auf den Markt drängen.
Das Ende vom Lied ist, das diese Mitarbeiter nach Auszahlung ihres Monatsgehaltes, anschließend zum Amt müssen um dort z.B Mietzuschuß beantragen müssen.
Sind das die Zustände die Sie möchten?
Glückauf
22:56
Man hätte vor 2 Jahren den Laden dicht machen sollen!
Dann hätte jeder gewusst was läuft, aber jetzt h´geht es mit den Gefühlen rauf und runter.
Ich kaufe seit 5 Jahren keinen Opel mehr, auch nicht in Zukunft!