Das aktuelle Wetter Bochum 18°C
Eklat

Trauernder Mann drohte Politesse in Bochum anzuzünden

28.12.2012 | 15:05 Uhr
Trauernder Mann drohte Politesse in Bochum anzuzünden
Ein 55-jähriger Mann hat in Bochum versucht, sich selbst zu verbrennen. Zuvor hatte er einer Politesse gedroht, auch sie mit Benzin zu übergießen.Foto: Ingo Otto

Ein Mann hat in Bochum gedroht eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes und sich selbst anzuzünden. Grund für die Eskalation war offenbar eine Verzögerung bei der Ausstellung einer Sterbeurkunde: Eine verstorbene Verwandte sollte in ihr Heimatland überführt werden. Polizisten konnten den Mann rechtzeitig überwältigen und Schlimmeres verhindern.

Nur das entschiedene Einschreiten der Polizei verhinderte am Freitagmorgen offenbar die Selbstverbrennung eines trauernden Aleviten und die schwere Verletzung einer Politesse des Ordnungsamtes unmittelbar vor dem Rathaus. Es soll zwischenzeitlich zu Tumulten und einem Handgemenge gekommen sei.

Der 55-jährige Mann wollte, so der Kenntnisstand der Ermittler vom Freitagnachmittag, die Politesse, die eingeschritten war, weil ein Fahrzeug falsch abgestellt worden sei, mit Benzin übergießen. Er habe einen Benzinkanister aus dem Wagen geholt und drohte mit Kanister und Feuerzeug, so die Polizei.

Zu dieser Zeit hielten sich rund 20 Angehörige dieser Glaubensgemeinschaft auf dem Rathausvorplatz auf. Sie waren gekommen, da Papiere der Stadt für die Überführung eines verstorbenen Familienmitgliedes benötigt wurden.

Situation drohte zu eskalieren

Dies hatte sich verzögert, weil der entsprechenden Mitarbeiter des Standesamtes erst benachrichtigt werden musste. Eingeschaltet war auch Rechtsdezernentin Diane Jägers. Mittlerweile waren bis zu acht Streifenwagen und ein Rettungswagen vorgefahren, weil die Situation weiter zu eskalieren drohte.

Nach Auskunft der Polizei begoss sich der aufgebrachte 55-jährige Mann selbst mit Benzin und wollte sich anzünden. Polizisten konnten ihn gerade noch rechtzeitig überwältigen und so eine mögliche Katastrophe verhindern.

Der 55-Jährige wurde zur Wache gebracht und befindet sich mittlerweile in psychiatrischer Behandlung. Die städtische Mitarbeiterin erlitt einen Schock und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Stadtsprecher Thomas Sprenger: „Wir hoffen, dass es ihr bald besser geht.“ Ein solcher Angriff gegen eine Mitarbeiterin sei nicht zu tolerieren. Die Stadt erwägt jetzt rechtliche Schritte.

Michael Weeke



Aus dem Ressort
Bochums Kleingärten wollen weg vom Bieder-Image
Freizeit
Spießigkeit und Gartenzwerg-Idylle waren gestern: Immer mehr Kleingarten-Vereine werben aktiv um junge Familien und Migranten. Um Nachwuchs in die Gärten zu locken, lassen viele bei den einst strengen Regeln Fünfe gerade sein.
Fahrradfahrer aus Bochum fühlt sich von Autos ausgebremst
Radwegebau
Die Stadt Bochum will fahrradfreundlicher werden - aber es gibt auch Zweifel daran. Ein Fahrradfahrer schildert eines der Probleme, mit denen er auf der Wasserstraße konfrontiert ist. Autofahrern sollte "viel mehr bewusst gemacht werden, dass Straßen nicht nur für Autos da sind".
Kinderpsychiater warnt - zu viel Handynutzung macht doof
Sucht
Dr. Andreas Richterich, Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am St. Josefs-Hospital in Bochum, schlägt Alarm. Der Kinderpsychiater setzt sich dafür ein, dass es auch an Schulen feste Regeln für die Handynutzung gibt. Richterich hat acht Hinweise für Eltern und Schüler.
Noch 83 Arbeitstage für die Mitarbeiter bei Opel in Bochum
Wirtschaft
Etwa 1200 interne Bewerbungen sind für die 265 zusätzlichen Stellen im Warenverteilzentrum von Opel eingegangen. Noch in diesem Monat sollen alle Stellen vergeben werden. Die Planungen zum Ausbau des Lagers in einem Umfang von etwa 60 Millionen Euro hat Opel derweil abgeschlossen.
Neuer EGR-Chef sieht sich nicht als wichtigsten Mann
Entwicklungsgesellschaft
Seit dem 1. August ist Prof. Dr. Heyer Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum. Am Dienstag hat er sich zunächst einmal die Parkhäuser, die die EGR betreut, angesehen.
Umfrage
Die Bochumer Narren müssen in der kommenden Session wohl auf das 2010 etablierte Dreigestirn verzichten. Es gibt keine Kandidaten für das Markenzeichen des Karnevals in der Stadt. Was halten Sie davon?

Die Bochumer Narren müssen in der kommenden Session wohl auf das 2010 etablierte Dreigestirn verzichten. Es gibt keine Kandidaten für das Markenzeichen des Karnevals in der Stadt. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Starlight Express feiert
Bildgalerie
Starlight Express
I-Südstraße
Bildgalerie
Straßenserie
Traditionsfest
Bildgalerie
Dorffest Harpen
Demo der Jesiden
Bildgalerie
Gegen islamischen Terror