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Der Adjutant räumt den Schreibtisch

15.03.2012 | 13:14 Uhr
Der Adjutant räumt den Schreibtisch

Süd.  Lothar Hoffmann, Leiter der Bezirksverwaltung, geht in den Ruhestand. Begleiter für acht Bezirksvorsteher

Wenn der Städtische Oberverwaltungsrat Lothar Hoffmann, der Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Süd, in diesen Tagen seine letzten Dienststunden macht und seinen Schreibtisch aufgeräumt hat, geht eine Ära zu Ende, die tiefe Spuren hinterlässt.

Im Süden Bochums hielten 1984 die Grünen Einzug in die Bezirksvertretung, und trotz der fundamentaldemokratischer Opposition waren sie bereit, mit allen Parteien Lothar Hoffmann einstimmig zum ersten Schriftführer der Bezirksvertretung zu wählen. Daran erinnert sich der stellvertretende Bezirksbürgermeister, Peter Borgmann(Grüne), mit Ralf Kowallik(CDU), einer der beiden ältesten Wegbegleiter Hoffmanns.

Seit der Zeit wirkt Hoffmann unauffällig aber sehr effektiv zum Wohle seines Stadtbezirks. Die neuen Jugendfreizeithäuser JUMA in Steinkuhl und Hutown in Querenburg entstanden mit seiner Beteiligung. Auch an der Entwicklung der Jugendheime eJuWie Wiemelhausen und JUST Stiepel hat er mitgewirkt. Für alle Entscheidungen der Bezirksvertretung hat er seine fachlichen und verwaltungstechnischen Ratschläge gegeben, unabhängig und ohne Unterschied der Fraktionen. Vor allen Dingen war sein Rat bei der jährlichen Behandlung des Haushalts der Stadt Bochum gefragt. Die Vorgaben aus der Verwaltung mussten mit den Vorstellungen der Fraktionen abgestimmt und zu abstimmungsfähigen Vorlagenverarbeitet werden. Dabei war er für die Sitzungsleitung, die jeweiligen Bezirksbürgermeister, eine unverzichtbare Unterstützung.

Acht Bezirksbürgermeistern hat er in seiner Amtszeit in Querenburg bei ihren ehrenamtlichen Aufgaben geholfen. „Ich habe mich immer als deren Adjutanten angesehen“, sagt Hoffmann. Bei der Arbeit neben den Repräsentanten des Stadtbezirks hat er viele Menschen kennengelernt. „Obwohl ich nur ein Beamter in der Verwaltung bin, habe ich doch eine Menge Spaß in meinem Amt gehabt,“ Borgmann bestätigt diese Einlassung mit dem Satz. „Ich habe in Lothar Hoffmann nie einen Beamten gesehen.“

Hoffmann lernte in seinem Stadtbezirk die wichtige Funktion des Ehrenamtes in Vereinen, Verbänden, Kirchen und anderen Einrichtungen schätzen. Diese Tätigkeit mit Haushaltsmitteln der Stadt zu unterstützen, war eine vornehme Aufgabe der Bezirksvertretung. Als noch Geld im Stadtsäckel war, bereitete Hoffmann umsichtig und großer Sorgfalt mit einer Kommission die Beschlussvorlage für die Vergabe durch die Bezirksvertretung vor. Vereine, die sich für gemeinnützige Aufgaben gewinnen ließen, genossen dabei seine große Sympathie. Auf diesen Umstand angesprochen, fällt ihm spontan die DLRG Bochum-Süd mit ihrem damaligen Vorsitzenden Klaus Höthker ein.

Lautsprecheranlage, Zelte, Bierzeltgarnituren und ein Spülmobil, von der Stadt angeschafft, konnten bei der Ortsgruppe für Straßen- und Vereinsfeste ausgeliehen werden. Aber auch viele andere Vereine kann Hoffmann nennen, die für ihn verlässliche Partner waren, wenn es darum ging, etwas für seinen Stadtbezirk zu tun.

In seiner letzten Sitzung bedankten alle Parteien der Bezirksvertretung für die geleistete Arbeit bei Hoffmann, er hinterlasse einen hoch dynamisierten Stadtteil. In Anwesenheit der Ehefrau und des Sohnes genoss Lothar Hoffmann das große Lob und die „Standing Ovation“ seines Stadtteilparlaments. Zum Abschied noch ein besonderes Abstimmungsgeschenk: nach der Haushaltsberatung stimmte die Mehrheit für den Entwurf. Das war in seiner Amtszeit nur äußerst selten der Fall.

Seinen Ruhestand will Hoffman mit seiner Familie und sportlicher Aktivität auf dem Golfplatz genießen. Letzteres Hobby folgt am Ende einer Kette von Motocross Sport, Segeln, und Gleitschirmfliegen. Eine Entwicklung, die auf eine ruhigere Zukunft hinweist.

Wie geht es jetzt weiter in Querenburg? Die Stelle von Hoffmann wird aufgrund der Sparbeschlüsse von 2009 eingespart, und ab 1. Juli übernimmt der bisherige Stellvertreter Peter Sennin förmlich die Aufgaben von Hoffmann und die Leitung der Bezirksverwaltung.

Klaus Thormählen


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