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Saalbau Spitz

Boxbude und Komödienstadl

26.04.2012 | 17:47 Uhr
Boxbude und Komödienstadl
Der Saalbau Spitz in Bochum Stiepel besteht seit 110 Jahren. Foto: Udo Kreikenbohm

Stiepel.  Der Saalbau Spitz an der Kemnader Straße besteht seit 110 Jahren. Unzählige Geschichten könnte das Haus erzählen: früher wurde hier geboxt, heute wird Theater gespielt oder Feste gefeiert. Und manch einer ist im Saalbau der Liebe seines Lebens begegnet.

Der Saalbau Spitz feiert einen runden Geburtstag. Er wird 110 Jahre alt. Im Bochumer Süden kennt diesen Saal fast jeder: Viele Bochumer denken an ihre Kindheit zurück, hier gab es Märchenspiele der Volksbühne, Tanzvergnügen, Theaterschwänke, sogar Operetten wurden hier aufgeführt. Und so mancher wird im Saalbau Spitz der Liebe seines Lebens begegnet sein.

In der wechselvollen Geschichte des Saalbaus gab es einige Nutzungen, die heute schon vergessen sein dürften. So diente der Saal vor dem Bau des Lutherhauses der evangelischen Gemeinde zeitweise als Predigtstätte und nach dem Zweiten Weltkrieg vielen Flüchtlingen als erste Unterkunft, wobei mit notdürftig aufgespannten Wolldecken versucht wurde, etwas private Atmosphäre für die Familien zu schaffen.

Als es hier nach den ersten entbehrungsreichen Nachkriegsjahren wieder zu Veranstaltungen kam, erlebte der Saalbau eine Blüte als Boxkampfstätte. Bei Kämpfen des „Boxrings 48“ war der Saal immer gerammelt voll. Auf der Bühne sind heute noch die Einsteckhülsen für die Ringpfosten zu sehen.

Zu erreichen war Haus Spitz damals mit der Straßenbahnlinie 5 und 15, die Bochums Stadtzentrum mit Stiepel-Frische und Hattingen verband. Sie fuhr direkt vor dem Haus vorbei.

Veranstaltungen und Feste

Heute ist das Teilstück der Kemnader Straße weitestgehend verkehrsberuhigt. Damals war sie die einzige Verbindungsstraße nach Hattingen und wurde von vielen Bochumern benutzt, die auf der Henrichshütte arbeiteten.

Der Saalbau ist einer von wenigen Räumen seiner Art in Bochum. Vereine nutzen ihn heute für Versammlungen, Veranstaltungen und Feste. Ohne ihn könnten Vereine wie der Theater- und Karnevalsverein „Preziosa“ keine ihrer stets ausverkauften Prunksitzungen mehr durchführen.

Seit 13 Jahren die Zügel in der Hand

Die Volksbühne Bochum verlöre ihre Spiel- und Probenstätte für 13 bis 18 Aufführungen im Jahr. Schützen, Knappen und Sportvereine müssten ihre Hauptversammlungen und wichtige Informationsveranstaltungen in drangvoller Enge anderer Räumlichkeiten stattfinden lassen. Jubiläumsfeierlichkeiten von Firmen, Familien und anderen Gruppen fänden bei über 100 Gästen nur schwer eine passende Bleibe.

Dass alle Veranstaltungen im angemessenen Ambiente stattfinden, dafür sorgt Gastwirtin Bettina Hoffstiepel. Sie hat seit 13 Jahren im Saalbau Spitz die Zügel in der Hand. Der Saal ist in der Zeit mehrfach renoviert und das Gestühl erneuert worden. Und das Angebot der gutbürgerlichen Küche ist vielfältig.

Klaus Thormählen



Kommentare
30.04.2012
10:00
Boxbude und Komödienstadl
von Grueter | #2

Interessanter Artikel! Wir waren schon öfters zu Veranstaltungen und Feiern im Saalbau Spitz und wussten gar nicht, was da vorher alles schon war. Dass das Gebäude schon alt sein muss, sieht man von außen schon noch, aber ein Boxring? Ob es davon noch Bilder gibt? Heute sieht man auf der Bühne ja eher Theaterstücke, da ist so ein Kampf schwer vorstellbar. Was die Gastronomie dort angeht, so waren wir auf einem 60. Geburtstag letztes Jahr vom klasse Buffet überzeugt und zufrieden.
Toll, dass es so ein Gebäude noch in Betrieb gibt!

26.04.2012
19:00
Boxbude und Komödienstadl
von bochum-weitmar | #1

Der Saalbau Spitz als Örtlichkeit und die "Wirtin" Bettina Hoffstiepel sind spitze!!
Immer wieder besuchen wir Veranstaltungen an diesem Ort. Auch haben wir bereits daran gedacht den Saalbau für eine Hochzeit und einen ABI-Ball zu buchen, doch leider läßt die Qualität an der gutbürgerlichen Küche oft zu wünschen übrig. Obwohl man offen Kritik übt ändert sich hier leider nichts. Früher haben wir oft während Veranstaltungen gegessen, doch da die Qualität des Essens shr schlecht ist, haben wir uns angewöhnt vorab entweder zu Hause oder in den Restaurants der Umgebung zu essen. Viele Besucher kommen aber gerade an Freitags-Vorstellungen aber auch am Samstag direkt von der Arbeit und würden sich über eine qualitativ bessere Küche freuen. Wir haben über dieses einzige Manko bereits eine Mail an die Betreiber gesendet, doch leider wie schon oben erwähnt kümmert diese Kritik wohl die Betreiber nicht. Schade!! Gutes Essen könnte den Umsatz steigern!

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