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Prozess

Sohn soll Vater erschlagen haben - ihm droht die Psychiatrie

17.01.2013 | 16:24 Uhr
Sohn soll Vater erschlagen haben - ihm droht die Psychiatrie

Bochum.   Ein 31-jähriger Bochumer, der in Bochum-Querenburg seinen Vater (66) vor den Augen der Mutter erschlagen haben soll, muss jetzt vor Gericht. Ins Gefängnis kommt er aber wohl nicht, weil er schuldunfähig sein soll. Deshalb soll er auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene forensische Psychiatrie eingewiesen werden.

Nach einem tödlichen Familiendrama in Bochum-Querenburg muss ein 31-jähriger Bochumer am 4. Februar vor das Bochumer Landgericht. Das erklärte die Staatsanwaltschaft auf WAZ-Anfrage. Der Beschuldigte soll seinen 66-jährigen Vater erschlagen haben – vor den Augen der Mutter (63).

Die Tat passierte am Abend des 29. August 2012. Kurz vor 20 Uhr war der 31-jährige Mann, ein arbeitsloser und allein lebender Mann, in die Wohnung seiner Eltern gegangen. Er war alkoholisiert. Aus diesem Grund sollen die Eltern ihn aber wegen schlechter Erfahrungen wieder rausgeschickt haben. Darüber entbrannte ein Streit, der am Ende auf grausame Weise eskalierte.

Gutachter diagnostizierte Schizophrenie

Zunächst soll der Mann seine Mutter attackiert haben, dann seinen Vater. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, dass er ihn erst zu Boden gebracht und dann massiv auf seinen Kopf getreten haben soll. Seine Mutter kam mit eher leichten Verletzungen davon. Nach der Attacke flüchtete ihr Sohn. Er wurde aber noch in Tatortnähe gefasst.

Mit schwersten Kopfverletzungen kam sein Vater ins Krankenhaus. Er wurde nach einer Operation ins künstliche Koma versetzt. Die Ärzte konnten ihn aber nicht mehr retten; am 6. September starb er. Der Sohn sagte der Kripo, dass er sich anfangs nur verteidigt habe.

Gefängnis droht ihm jetzt aber wohl nicht, denn ein psychiatrischer Gutachter hat ihm Schizophrenie attestiert. Er gilt als schuldunfähig. Deshalb soll er auf unbestimmte Zeit in eine geschlossene forensische Psychiatrie eingewiesen werden. Dort lebt er bereits seit seiner Festnahme.

Bernd Kiesewetter



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