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Bergbau

Großreinemachen am Stollenmundloch

16.06.2012 | 10:00 Uhr
Großreinemachen am Stollenmundloch
Am Stollenmundloch wird aufgeräumt. Foto: marga

Südwest.   Am Dienstag, 19. Juni, werden Bergmannstisch und der VHS-Geschichtskurs das Bergbaurelikt an der Zeche Friedlicher Nachbar ordentlich auf Vordermann bringen. Dafür werden noch fleißige Helfer gesucht.

Seit 30 Jahren kümmern sich die Mitglieder des Bergmannstischs Süd e.V. und des VHS-Geschichtskurses ehrenamtlich um das Stollenmundloch Glückssonne/Friedlicher Nachbar an der Lewacker Straße. Jetzt heißt es am Dienstag, 19. Juni, wieder „Großreinemachen“ am steinernen Zeitzeugen der längst vergangenen Bergbau-Ära im Bochumer Südwesten.

Stellen wie diese zeigen deutlich, wie präsent vor vielen Jahren der Bergbau im Stadtgebiet war. So befindet sich das Stollenmundloch auch an einer für den Bergbau im Linden-Dahlhauser-Raum ziemlich bedeutsamen Stelle, denn dort wurde im Jahr 1773 der Erbstollen Glücksonne durch den Großbauern Mathias Spennemann „gemutet“, also beantragt und angelegt.

Nachdem die Kohlevorräte oberhalb der Stollensohle abgebaut waren, legte man um 1800 einen tieferen Stollen vom Ruhrufer aus an, das war der Stollen Glücksonne. Der alte Stollen wurde aufgegeben. Später fiel das Grubenfeld Glücksonne an die Zeche „Dahlhauser Tiefbau“.

Damit war der Stollenbergbau in diesem Bereich erloschen. Die Zeche „Friedlicher Nachbar“ begann 1854 mit der Kohlenförderung auf dem Schacht Röder und legte für den Kohlentransport über Tage einen Schiebe- und Karrenweg zur Ruhr an. Die Kohlen wurden über die Ruhrkäne nach Ruhrort verschifft. 1861 wurde dieser Transportweg zu einer Pferdebahn umgebaut, der 1866 bis zum Bahnhof Dahlhausen verlängert wurde.

Im Jahre 1878 erhielten die Zechen ihren eigenen Anschluss an die Eisenbahnstrecke Dahlhausen-Weitmar-Laer, der Förderstollen wurde nicht mehr gebraucht. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Luftschutzbunker genutzt.

Auf der Denkmalliste der Stadt

Im Sommer 1982 restaurierten Mitglieder des Bergmannstischs und des VHS-Geschichtskurses das Stollenmundloch an der Lewacker Straße und stellten eine Grubenlok mit Förderwagen auf.

Im Sommer 1989 wurde das Bergbaurelikt in die Denkmalliste der Stadt eingetragen. Damit das Denkmal weiterhin viele Ausflügler und Spaziergänger erfreuen kann, wird es zwei- bis dreimal im Jahr gereinigt und von Unkraut und Unrat befreit. Die Reinigungsaktion steht seit Jahren unter der Leitung von Engelbert Wührl, der sich über helfende Hände aus der Bevölkerung freut.

Bei dieser Gelegenheit kann man auch Kontakt zu den beiden Gruppen aufnehmen und vor Ort Wissenswertes über die Arbeit erfahren. Beginn der Reinigungsaktion ist um 18 Uhr. Tel. 0234 / 49 24 18.


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