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Kalte Dusche für Warmschwimmer

01.06.2012 | 18:56 Uhr
Kalte Dusche für Warmschwimmer

Bochum.  In den Sommermonaten werden in den Bochumer Hallenbädern die Warmbadetage gestrichen. Die Stadt will damit 28.000 Euro Energiekosten sparen.

Die Absenkung der Wassertemperatur um ein Grad war für viele Senioren und Familien eine kalte Dusche. Die verkürzten Öffnungszeiten lassen manchen Badbesuch ins Wasser fallen. Seit Freitag müssen die schwimmbegeisterten Bürger die Finanzmisere der Stadt zusätzlich ausbaden: Die Warmbadetage im Sommer sind gestrichen.

Immer wieder sonntags tummeln sich besonders viele ältere Menschen und Kinder in den Hallenbädern. Lauschige 30 bis 31 Grad locken auch an einem zweiten Wochentag ins aufgeheizte Nass. Damit ist es vorerst vorbei. „Vom 1. Juni bis 31. August findet kein Warmbadetag statt“, informieren Aushänge an den Badkassen.

„Wir folgen damit einem Ratsbeschluss im Zuge des Haushaltssicherungskonzeptes “, erklärt Klaus Retsch, Leiter des Sport- und Bäderamtes. Auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten waren die Warmbadetage schon 2009 ins Blickfeld von Verwaltung und Politik gerückt. In dieser Freibadsaison wird erstmals der Rotstift gezückt.

Die kühle Rechnung:

Die Warmbadetage in Langendreer, Linden, Höntrop und Hofstede verursachen Energiekosten von monatlich 12.000 Euro, also 36 000 Euro in drei Monaten.

Mit dem Obolus von 50 Cent, der an Warmbadetagen zusätzlich fällig ist, nimmt die Stadt binnen drei Monaten 8000 Euro ein.

Heißt: Mit dem Verzicht auf die Warmbadetage und den 50-Cent--Aufpreis werden von Juni bis August 28.000 Euro eingespart.

„So leid es uns gerade für die Stammgäste tut: Die Sparmaßnahmen sind alternativlos. Andernfalls bliebe nur übrig, ein Bad zu schließen. Das will niemand“, bekräftigt Klaus Retsch im WAZ-Gespräch.

Protest bei den Frühschwimmern

Sind die Hallenbäder in der Sommersaison bei kühler Witterung geöffnet, müssen sich die Besucher mit einer Wassertemperatur von 27 Grad begnügen. An Warmbadetagen sind es drei bis vier Grad mehr. Gut möglich, dass es in den Becken leerer wird. „Ich habe Probleme mit dem Rücken und brauche mindestens 29 Grad. Wird denn in Bochum alles gekürzt“, dürfte WAZ-Leser Ralf-Ingo Koepke (Stammgast in Langendreer) nicht der einzige Schwimmer sein, der seinem Bad in den nächsten Wochen die kalte Schulter zeigt.

Protest regt sich derweil auch bei den Frühschwimmern. Bis auf das Uni-Bad in Querenburg (7.30 Uhr) sind die Hallen- und Freibäder in der Sommersaison erst ab 10 Uhr, am Wochenende ab 11 Uhr geöffnet. Nicht nur, dass etliche, vorwiegend ältere Frühaufsteher auf ihren Morgensport verzichten müssen. Auch wer später seine Bahnen ziehen will, ist sauer auf die Stadt. „Bisher“, berichtet WAZ-Leserin Christel Orlovius aus Langendreer, „wurde die Halle mit ihrem wohltemperierten Wasser morgens auch bei Freibadewetter für uns für eine Stunde geöffnet.“ Auch dieser Service ist wegen der späteren Öffnungszeiten 2012 gestrichen.

Jürgen Stahl



Kommentare
03.06.2012
16:03
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von bochum-weitmar | #13

Ich habe soeben auf den Link rechts neben diesem Artikel geklickt - Freier Eintritt für Studenten im Uni-Bad!
Wenn alle Studenten freien Eintritt bekommen, fordere ich das auch für alle Auszubildenen, welche auch nicht mehr Einkommen haben als die Studenten mit Bafög!
Ich kann akzeptieren, wenn die Sportstudenten hier gefördert werden. Aber ich kann nicht verstehen, warum diese Förderung ein Maschinenbau-Student bekommt, aber ein Friseur-Auszubildender nicht. Hier gäbe es für die Stadtkasse ebenso eine neue Einnahmequelle, wie wenn man Annehmlichkeiten bei den Bädern oder der Stadtbücherei, Jugendheimen, Schulen, Kindergärten etc. herunterfährt. Man sollte bei der Stadt doch mal überlegen . wo man sinnvoll sparen kann. Dann würde z.B. kein Geld für zwei Überwege vor und nach dem Kreisverkehr an derKreuzung Brunsteinstr/STeinring ausgegeben. Lächerlich, 2 Inseln im Abstand von 15 Metern!
Das ist typisch Stadt Bochum, siehe "roten Teppich" am Hbf, an der Hattingerstr. in Weitmar/Mitte!!

2 Antworten
Richtig informieren hilft
von MitDerBahn | #13-1

Auch diesen Artikel vom 20.10.2011 gelesen: "Uni erstattet Eintritt für Studenten"?

Zitat daraus: „Die Universität hat sich verpflichtet, uns den Eintrittspreis 1:1 zu erstatten. Die Studenten tragen sich an der Kasse in eine Liste ein. Die Abrechnung erfolgt monatlich.“

Kalte Dusche für Warmschwimmer
von Klug99 | #13-2

Der Eintritt in Schauspielhaus oder Symphonie wird mit über 100 Euro subventioniert und zukünftig noch mehr (Stichwort Musikhaus)! Da muss einer schon viel schwimmen gehen um den Betrag zu erreichen! Und bei jährlichen Ausgaben für Schauspiel und Musikhaus von über 25 Mill. Euro sind 28.000 Euro doch wirklich anderweitig einzusparen!

P.S. Ich nutze kein Bochumer Schwimmbad! Dafür werde ich mit ca. 4.000 Euro im Jahr kulturell subventioniert! Allerdings sehe ich diese Subvention als asozial an!

03.06.2012
15:52
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von bochum-weitmar | #12

Ich habew auf den Link rechts uaf dieser Seite geklickt-Thema: Freier Eintritt für Studenten im UNI-Bad.
OK, wenn Sportstudenden dieswe Unterstützung erhalten, bin ich einverstanden. Aber wieso erhält die Bevorzugung auch ein Maschinenbau-Student? Warum erhält ein "normaler" Auszubildender, der auch nicht mehr Einkommen hat als ein Bafög unterstützter Student, keinen freien Eintritt. Wo bleibt da die Gleichberechtigung?
Wenn man diesen generellen freien Eintritt für Studenten abschaffen würde, würde das auch einige Euros in die Stadtkassen spielen.Wie gesagt bei Sportstudenten sehe ich diese Bevorzugung ein, aber alle anderen Studenten sollten zumindest den ermäßigten Eintritt zahlen!

03.06.2012
13:39
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von Schwarz-Gelb | #11

Mehr Lebensqualität findet man auch in anderen Städten.

03.06.2012
11:44
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von tomatenkiller_neo | #10

wenns zu kalt ist, wird halt mehr gepullert ...

02.06.2012
19:18
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von meier1 | #9

schwimmen ist doof.
Stäube auch!

02.06.2012
11:48
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von Klug99 | #8

28000 Euro im Jahr gespart!
400 000 Euro und wahrscheinlich viel mehr Unterhalt für die Fidelbude sollen ausgegeben werden, wobei für die zukünftigen Insassen schon über 7 000 000 Euro bezahlt werden!!!

Meiner Ansicht nach sind die Unterstützer der Fidelbude Feinde der sozialen Stadtgemeinschaft!!

02.06.2012
11:15
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von Der_Caveman | #7

Holt euch hier die Unterschriften- Liste:
http://buergerbegehren-musikzentrum.de/?page_id=449

Druckt diese zwei mal aus, geht zu 12 Bochumern, lasst diese unterschreiben, packt die zwei Zettel in einen Briefumschlag und frankiert den mit 55 Cent.
Das ganze dann an die angegebene Adresse schicken und abwarten.

02.06.2012
07:23
Bochumer, seid endlich bereit Opfer zu bringen!
von radfahrer.ruhr | #6

Liebe Bochumer,
eure Stadtspitze hat für euch beschlossen, dass sich der hohen Kultur in Form des Musikzentrums alles andere unterzuordnen hat. Also haltet endlich still und freut euch auf dieser Meisterwerk der Hochkultur! Auf dem Weg zur Weltkulturhauptstadt darf es keine Hindernisse geben. Ihr braucht kein warmes Wasser zum Schwimmen, die Eisschwimmer in Rußland zeigen euch doch den richtigen Weg vor. Außerdem muß das noch wenige Geld im Stadtetat für die Heizung des Musikzentrums ausreichen, damit sich unsere Stadtelite dort nicht unterkühlt. Stellt euch doch diesen Verlust für unsere Stadt vor, wenn diese dann euch nicht mehr zu Diensten stehen würden.

02.06.2012
00:10
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von noeppi | #5

Leute!
Was regt Ihr Euch auf? Nächstes Jahr wird gewählt. Auch wenn es keine Kommunalwahlen, oder Landtagswahlen sind, kann man doch auch so per Stimmzettel
zeigen, was unsere Stadtväter für einen Mist verzapfen.
Beim kleinen und alten Mann/ Frau sparen, und für eine etablierte Schicht eine Fidelbude unterhalten.

01.06.2012
23:22
Kalte Dusche für Warmschwimmer
von Klug99 | #4

In der Fidelbude ist es auch warm! Können ja mit ihren Blagen dahin gehen! Schließlich haben über 50 % den Unsinn gewählt!

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