Vom Tanken und Telefonieren
11.11.2008 | 15:02 Uhr 2008-11-11T15:02:00+0100Normalerweise wird an dieser Stelle geulkt. Diesmal nicht, denn beim Geld hört doch wirklich der Spaß auf.
Noch vor einigen Wochen erwiesen sich angesichts der globalen Krise auf den Finanzmärkten Investitionen in Treibstoffe als lohnende Angelegenheit. Mancher hat die letzten bankensicheren Spargroschen zusammengekratzt, einen Kanister mit Super befüllt und feuersicher gelagert.
Das funktionierte auch zunächst ganz gut. Den Kanistern war geradezu anzusehen, wie ihr Wert wuchs. Doch dann kam die Katastrophe. Die Benzinpreise rutschten ab ins Bodenlosen. Die Mineralölkonzerne konnten gar nicht anders und haben den Preisverfall auf den Spotmärkten an die Tankstellen weitergegeben. Das Nachsehen haben jetzt die Benzinsparer.
Rücksichtsvoller gehen doch der regionale Telefonanbieter Helinet und die ihm angeschlossenen lokalen Gesellschaften wie die GSWcom mit ihren Kunden um. Gespräche ins Festnetz und das Surfen im Internet sind nämlich auch ab 1. November billiger geworden.
Man hätte dies ganz brutal mit der nächsten Rechnung sagen können. Etwa so: „Sie müssen ab sofort pro Monat 10 Euro weniger zahlen!”
Helinet ist aber feinfühliger. Da gilt es zunächst im „Newletter” den Hinweis zu entdecken, dass es etwas billiger geworden ist. Was genau und wieviel, erfährt der Kunde erst nach einer Odyssee auf der Homepage der „GSWcom”.
Doch damit nicht genug: Damit der Kunde die günstigeren Konditionen nutzen kann, muss er eine Art Fragebogen ausfüllen. GSWcom will alles wissen, was nicht ohnehin im Abrechnungscomputer gespeichert wäre. Die Telefonnummer zum Beispiel.
Benzinsparer können jetzt nur hoffen, dass die Mineralöl-Multis dies zum Vorbild nehmen. „Wollen sie billig tanken oder doch lieber den werterhaltenden höheren Preis zahlen”, wird demnächst der Tankwart an der Kasse fragen, vermutet
Maximus
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