Verfahren gegen Bruder aus Abtei eingestellt
28.04.2010 | 06:00 Uhr 2010-04-28T06:00:00+0200Arnsberg. Die Arnsberger Staatsanwaltschaft hat gestern das Verfahren gegen einen Bruder der Mescheder Abtei Königsmünster eingestellt. Die Diskussion um Missbrauchstaten in kirchlichen Einrichtungen bleibt offenbar nicht ohne Folgen. Die Zahl der Kirchenaustritte ist rasant angestiegen.
Mitte März war die Selbstanzeige des Bruders der Mescheder Abtei Königsmünster bekannt geworden. Im Februar hatte der Mann der Staatsanwaltschaft Arnsberg von 19 Fällen berichtet, in denen er ihm anvertraute Jungen und ein Mädchen sexuell belästigt oder missbraucht habe.
Nachdem darüber berichtet worden war, meldeten sich weitere Opfer. Vier erstatteten Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Und auch bei dem früheren Leitenden Staatsanwalt, Heinz-Bruno Lütticke, der von der Abtei als externer Ansprechpartner benannt worden war, meldeten sich noch „etliche” Personen, die von Missbrauchsvorfällen berichteten. „Vielen Opfern kam es darauf an, ihre Erlebnisse zu schildern und mit jemandem darüber sprechen zu können”, erläuterte Lütticke. Nur einige hätten sich an die Staatsanwaltschaft gewandt. Alle Vorwürfe hätten den Bruder betroffen, der im Zentrum des Verfahrens gestanden habe. „Es gab keine Anhaltspunkte, dass jemand anderes ebenfalls betroffen sein könnte.”
Weil die Vorfälle aber schon länger zurückliegen, seien sie verjährt, teilte Oberstaatsanwalt Werner Wolff von der Arnsberger Staatsanwaltschaft mit.
Viele Kirchenaustritte
Die Vorfälle in kirchlichen Einrichtungen und das Verhalten von katholischen Würdenträgern in diesem Zusammenhang bleibt offenbar nicht ohne Folgen. Im Sauerland nahm die Zahl der Kirchenaustritte nach Recherchen unserer Zeitung in den vergangenen Wochen im Vergleich zum Vorjahr enorm zu.
So traten beim Amtsgericht Arnsberg (zuständig für Arnsberg und Sundern) seit Januar bis heute 144 Personen aus der katholischen und evangelischen Kirche aus. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 111. Besonders stark zugenommen haben die Austrittszahlen in den vergangenen acht Wochen. Aus der katholischen Kirche traten allein seit März 83 Männer und Frauen aus; 2009 waren es in diesem Zeitraum 32. Aus der evangelischen Kirche traten seit März 19 Personen aus (Vorjahr: 12).
Ähnliche Trends gibt es auch in anderen Amtsgerichtsbezirken (jeweils vom 1. Januar bis 26. April). In Brilon verdreifachte sich die Zahl der Kirchenaustritte (katholisch und evangelisch) von 21 im vorigen Jahr auf 64 in diesem Jahr. Schmallenberg: Von 11 auf 25. Nur einen leichten Anstieg gab es in Marsberg: Von 22 auf 30, dabei allerdings 23 in den vergangenen zwei Monaten.

11:21
Gutes Tun kann man auch ohne die Kirche!
14:11
Wem schadet der Kirchenaustritt? den Laien , die in der kirche nagestellt sind, den caritativen Einrichtungen, den ehrlichen Ordensfrauenb und Priestern. Schnell auch noch aus dem Staat austreten, da gibt es noch mehr Verbrecher.
Mann oh Mann, welcher Hass gegen Menschen und sich selbst!
06:42
Moin,
als nicht Kirchenangehöriger (austritt 1981) sage ich:
Er wird sich vor Gott verantworten müssen !
Oh mein lieber hört sich das ******* an.
In den Knast mit dem Kerl.
22:30
Die Vorfälle liegen schon länger zurück und sind somit verjährt. Für das Gesetz vielleicht ja, die Opfer müssen immer damit leben. Wer gibt einem das Recht Kinder zu missbrauchen und das unter ein Deckmantel der Kirche zu verstecken. Diese Fälle dürfen nicht verjähren, es gibt keine Entschuldigungen. Andere Religionen gehen rabiater um mit Kinderschänder und Diebe. Raus aus der Kirche, steh auf und mach mal ein Faust. Kirchensteuer ist so Deutsch, nicht von diese Zeit.
12:25
Jetzt leuchtet mir auch ein, warum in der letzten Woche diese Podiumsdiskussion im St.-Ursula-Gymnasium stattfand. Schadensbegrenzung!
11:24
Kichenaustritt ist die folgerichtige Reaktion der Bevölkerung: die Zugriffszahlen auf www.kirchenaustritt.de erreichen ein Allzeithoch. Zitat: Erstmals in der rund zehnjährigen Geschichte von www.kirchenaustritt.de überspringt die Zahl der monatlichen Besucher im März 2010 die 90.000er Marke. Der bisherige Höchststand wurde mit 40.838 im Februar 2009 während der Affäre um die Pius-Bruderschaft erreicht.
10:04
...So traten beim Amtsgericht Arnsberg (zuständig für Arnsberg und Sundern) seit Januar bis heute 144 Personen aus der katholischen und evangelischen Kirche aus.
Und das sind immer noch zu wenig!
07:49
Traurig aber wahr - nur durch Kirchenaustritte bewegt sich in der Kirche etwas.