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Winterdienst

Bürger bettelten um etwas Streusalz

02.02.2010 | 05:00 Uhr
Bürger bettelten um etwas Streusalz

Arnsberg. Mit Eimern standen die Bürger vor den Toren des Bauhofes in Arnsberg, als klar war, dass es eine neue Ladung Streusalz gegeben hatte. Wann die nächste Ladung kommt, steht allerdings in den Sternen. Nun muss auf Splitt zurückgegriffen werden. Denn das Salz ist schon wieder aufgebraucht.

Am Dienstag und Mittwoch werden nochmals heftige Schneefälle im Sauerland erwartet. Für den Winterdienst bedeutet das eine besondere Herausforderung angesichts schon wieder leerer Salzlager. Doch anders als in Nachbarkreisen, wo heute z.T. die Schule ausfällt und Busse nicht fahren, fühlt man sich in Arnsberg für den Wintertag gerüstet.

175 to. Salz hatte die Stadt Arnsberg bestellt, um damit die Straßen von Eis und Schnee zu befreien. 25 to kamen per Lkw Ende voriger Woche — ein „Tropfen auf den kalten Stein”, aber viel zu wenig für einen „ordentlichen” Winterdienst.

Mit Eimern zum Bauhof

„Nachdem die Bürger lasen, dass wir eine Lieferung bekommen hatten, standen sie mit Eimern vor den Toren des Bauhofes, um sich etwas Streugut für den privaten Bedarf abzuholen”, berichtet Dirk Hammel von der Pressestelle der Stadt. Doch: „Die 25 to. sind bis auf eine Notreserve schon übers Wochenende auf den Straßen ausgebracht worden.” Wann die nächste Lieferung kommt, steht in den Sternen. „Zum Glück”, sagt Hammel, „haben wir aber noch genügend Splitt, mit dem wir verstärkt streuen werden.”

Offenbar bereiten die Schneemassen in Arnsberg aber noch nicht so große Probleme wie beispielsweise in Lüdenscheid. Dort wurde per Fräse und Lkw-Kolonnen der Schnee aus der Stadt herausgekarrt. „Unsere Hauptdurchgangsstraßen liegen nicht an solch steilen Hängen wie in Lüdenscheid”, sagt Hammel. Deshalb habe man sich in Arnsberg noch nicht dazu entschieden, den Schnee aus der Stadt zu fahren.

Busgesellschaft RLG: „Es läuft erstaunlich gut”

Anders als im Kreis Olpe, wo gestern stundenlang der gesamte Busverkehr wegen glatter Straßen zum Erliegen kam, lief es im Hochsauerlandkreis überwiegend „erstaunlich gut”, sagt Annette Zurmühl von der Busgesellschaft RLG. Zwar gab es gerade im Raum Arnsberg einige Verspätungen — aber alle Linien seien bedient worden. „Die Busse kommen ganz gut mit den winterlichen Straßenverhältnissen zurecht. Probleme entstehen dann, wenn Pkw sehr langsam fahren oder querstehende Lkw den Weg versperren”, weiß Zurmühl.

Keine Einschränkung geplant

Geplant sei bislang nicht, den Busverkehr einzuschränken, hieß es gestern Nachmittag bei der RLG. Je nach Entwicklung der Schnee-Situation könne es aber sein, dass man kurzfristig reagiert. „Die Sicherheit der Fahrgäste geht natürlich vor.”

Auf Nummer „Sicher” gehen mittlerweile auch alle Autofahrer. „Jetzt kommen auch noch die letzten auf ihren Sommerreifen zu uns gerutscht”, berichtete gestern Albert Reissner von Albrecht Reifen in Hüsten. Allerdings: Die meisten sind bereits gut versorgt; deshalb seien auch die Reifenlager ziemlich leergeräumt. „Die preiswerten Marken sind ausverkauft”, sagt Reissner. Wer jetzt noch Winterreifen braucht, muss schon tiefer in die Tasche greifen — was meist aber immer noch billiger ist, als einen Unfallschaden zu bezahlen.

Heinz Krischer

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