Ein Sänger-Meer für 10 Gebote
18.01.2010 | 18:19 Uhr 2010-01-18T18:19:00+0100
Altena/Wiblingwerde. Deutschlands gewaltigster Stimmkörper stand am Wochenende in der Dortmunder Westfalenhalle und 64 Dahler und Wiblingwerder mittendrin. Sänger und Musiker aus dem ganzen Land vereinigten sich für die Uraufführung des Pop-Oratoriums „Die 10 Gebote”.
Darüber berichtet die Westfälische Rundschau in ihrer Ausgabe am Dienstag, 19. Januar. Die Evangelischen Kirchen von Rheinland und Westfalen leisteten ihren Beitrag zur „Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010”. Exakt 2 555 Sänger - eine Art Fischerchor XXXL - erzählten am Samstag und Sonntag die biblische Geschichte von Moses, dem Volk Israel und den zehn Geboten. Rund 20 000 Zuschauer hörten und erlebten an den beiden Abenden 19 abwechslungsreich arrangierte Pop-Songs.
Atmosphäre schafft Gänsehaut
Die Masse an Musikern, die Lichterstimmung, der Beifall des Publikums, die flotten Songs, der Rhythmus: „Da bekommt man schon eine Gänsehaut”, schildert Birgit Schulte ihren Eindruck. Sie gehört zu den 30 Sängerinnen und Sängern vom Wiblingwerder Singteam unter Leitung von Angelika Machelett.
Am frühen Samstagnachmittag probten sie zum ersten Mal mit dem Gesamtensemble aus Chören, Orchester und Band. Zur Vorpremiere am Abend seien anfangs viele der Solisten kaum zu verstehen gewesen, berichtet die Dahlerin Esther Petersmann. Der Chor der Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde stimmte mit 34 Sängern zwischen 14 und 56 Jahren ins Oratorium ein (großes Foto oben). Von Lied zu Lied verbesserte sich der Ton.
Eigentlich sollte das Oratorium erst Sonntagabend seine Premiere erleben. Aber die war so schnell ausverkauft, dass die Organisatoren eine „Vorpremiere” anberaumten.
Ende 2008 hatten die Veranstalter der Landeskirchen die Aufmersamkeit der Gemeindechöre geweckt. „Wir haben durch das Projekt eine ganze Reihe junger Leute dazubekommen”, freut sich Annie Kaemper, die den Dahler Chor zusammen mit Annegret Goseberg leitet.
Großer Run auf den Riesenchor
Die Dahler und Wiblingwerder hatten Glück: Der Run auf den Riesenchor war dermaßen groß, dass die Organisatoren vor einem Jahr bei 2 555 namentlich benannten Sängern aus 90 Chören Schluss machten.
Im Mai vergangenen Jahres mussten die Chorleiter zum Coaching. Schon das erlebten Annie Kaemper und ihre Kolleginnen als große Herausforderung. Eine Woche später nahmen sie eine CD auf.
Die gab es dann für jedes Chormitglied zum Üben: beim Autofahren, bei der Küchenarbeit, im Büro. Einmal wöchentlich probten jeder Chor für sich, einmal auf Regionalebende und dann zum ersten Mal am „Daisy”-Samstag in Bochum als Gesamtchor.
Die erste Stunde des Konzertes am Samstag sei wie im Flug vergangen, erzählt die Wiblingwerderin Marina Torelli. Auf der Rückfahrt im Bus konnten sie gar nicht aufhören und schmetterten das „Liebe ist das Gebot” immer wieder.
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