DRK Altena hat Fahrzeuge für Katastrophenschutz stillgelegt
12.04.2010 | 20:30 Uhr 2010-04-12T20:30:00+0200
Altena. Das Deutsche Rote Kreuz in Altena hat kurzfristig seine Katastrophenschutz-Fahrzeuge stillgelegt. Es ist eine gezielte Protestaktion gegen Kreis und Bund, weil beide Behörden die TÜV-Gebühren nicht mehr zahlen wollen.
Rotkreuzleiter Christian Klimpel betont ausdrücklich: Die Sanitätswachen seien nicht betroffen, weil dafür DRK-eigene Fahrzeuge ausrücken. Auch nicht tangiert sind die sozialen Dienste, sondern einzig die ehemaligen Zivilschutz-Fahrzeuge: in Altena ein Arzttrupp- und ein Krankenwagen.
Nach einer jahrzehntelangen guten Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Hilfsorganisationen knirscht es derzeit. Der Bund will nicht mehr für die Unterhaltung der Fahrzeuge aufkommen, erklärt Altenas Rotkreuzleiter das Problem. Das Land gleiche die Kosten nur teilweise aus.
Kein Geld mehr für TÜV-Gebühren
Im Februar wären die ersten Unterhaltungskosten fällig: für die Hauptuntersuchungen. Christian Klimpel erkundigte sich mehrfach beim Märkischen Kreis und beim K-Schutz-Beauftragten seines Verbandes. Beide versicherten: Es werde vorerst kein Geld ausgezahlt. „Da die Fälligkeitstermine zur HU nun bereits seit sechs Wochen überschritten sind, muss ich Ihnen mitteilen, dass die Fahrzeuge bis auf weiteres nicht einsatzbereit sind“, schrieb Klimpel Kreis und Bürgermeistern.
Auch Reparaturen müssten die Organisationen derzeit selbst bezahlen. Allerdings mit dem Wissen, dass die Autos jederzeit abgezogen werden könnten. „Katastrophen- und Zivilschutz sind staatliche Aufgaben“, stellt Christian Klimpel auf Stur. Ihm geht es ums Prinzip. Das DRK könne von den anvertrauten Spendengeldern nicht die Kosten für den Katastrophenschutz zahlen. Er fordert alle Entscheidungsträger auf, Gelder für die Hauptuntersuchung freizugeben, um diesen Missstand zu bereinigen.
Nur noch 2,6 Einheiten im Kreis einsatzbereit
Die Katastrophenschutzeinheiten aus dem ganzen Land waren zuletzt bei der Fußball-WM im Einsatz und stellten für die glücklicherweise ausgebliebenen großen Unglücke Kapazitäten ab. Christian Klimpel: „Ministerpräsident Rüttgers hat in einem TV-Interview betont, dass er auf den Straßen und bei Public-Viewing-Veranstaltungen in NRW eine ähnliche Stimmung wie im Jahr 2006 erwartet. In diesem Jahr aber offenbar ohne schlagkräftigen Katastrophenschutz.“
Denn von den damals 288 Einsatzeinheiten in NRW löste Landesinnenministers Ingo Wolf in den vergangenen vier Jahren 47 Einheiten auf. Und die anderen scheitern an der Hauptuntersuchung. Von den vier DRK-Einheiten im Märkischen Kreis blieben Ende April nur noch 2,6 Einheiten einsatzbereit. Klimpel: „Von geschlossenen und schlagkräftigen Einheiten kann überhaupt keine Rede mehr sein!“
18:10
Ok! Soweit so gut, aber bitte:
Die neuen Notfallkrankenwagen vom Land Nordrhein-Westfalen inklusive Steuer und Wartung noch nicht gut genug? Ein Link: http://bit.ly/9jTyEk
Zudem, baugleiche Fahrzeuge verteilt zusätzlich noch der Bund.
Das alles in ordentlichen Stückzahlen!
Zu den anderen neuen Fahrzeug- und Geräteausstattungen muss man sagen, dass diese in Arbeitskreisen mit hochrangigen Vertretern aus den Organisationen beraten und dann beschafft wurden.
Zudem sind die AB-V-Dekon und die AB-MANV (neu vom Land, diese Zeitung hatte berichtet) aber eben auch untrennbar mit den Kosten des Katastrophenschutzes verbunden.
Von Einsparungen kann somit nicht die Rede sein.
…..“genauso wie die Verquickung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz“:
Ja oder Nein? Das ist ja gerade auch eine andere aktuelle Frage im Landtag.
18:09
Das hier (Stilllegung) als Protetsaktion hinzustellen, ist gelinde gesagt ein schlechter Witz und ein Tritt in den Allerwertesten der Ehrenamtlichen. Hier sollte die Redaktion mal prüfen, ob sie nicht am Ziel vorbeigeschossen ist und dieses klar stellen.
Wenn das Fahrzeug keinen TÜV mehr hat, dann darf es nicht mehr bewegt werden. Das ist verboten, so steht es im Gesetz und bringt Strafen mit sich.
Wenn der Chef des DRK Altena eine weitere Benutzung der Fahrzeuge nicht unterbindet, macht er sich doch evtl. selbst schuldig.
Die Finanzierung des Katastrophenschutzes krankt sein vielen Jahren, und das bisschen Geld was noch zur Verfügung steht wird nicht immer Ziel führend eingesetzt.
Jeden den es interessiert, kann sich informieren was für Fahrzeuge so angeschafft werden und zu welchem Zweck.
Bei den Hilfsorganisationen wird noch nicht mal der TÜV bezahlt (für Fahrzeuge die dem Staat gehören), dafür werden vom Land Feuerwehrautos gekauft. Den Sinn verstehen die Wenigsten.
Um noch was wichtiges klar zu stellen:
Die Fahrzeuge werden dem DRK und den anderen Organisationen im Katastrophenschutz nicht geschenkt!
Sie werden bereitgestellt, damit das Material gepflegt, gewartet und von Sachkundigen Helfern eingesetzt wird.
Ich würde mich freuen, wenn diese Diskussion weiterhin Sachlich geführt wird!
16:51
@JuliusMue:
Ich weiß nicht, wie die Konzepte im MK im Detail aussehen, nur kann man mit einer Einheit relativ wenig ausrichten, da für einen Betreuungs- oder Behandlungsplatz gemäß Konzept des IM NRW immer ZWEI davon gebraucht werden, weiterhin sind 4 pro Kreis und Kreisfreier Stadt vorgesehen, sowie ein paar weitere pro Regierungsbezirk.
In meiner Gegend ist es so, dos die Einheiten eine bestimmte Region bevorzugt abdecken, wenn mann so will einen Heimatbezirk haben, denn es macht nur begrenzt Sinn, Einheiten durch den halben Kreis in den Einsatz zu führen.
Wenn die Kameraden der Johanniter recht neue Bundes und Landesfahrzeuge haben sollte man vllt. einmal die Verteilung hinterfragen, denn eigentlich sollte das halbwegs gleichmäßig verteilt sein, außerdem gehören zu einer Einsatzeinheit auch organisationseigene Fahrzeuge.
@Günni Gram:
Beste Notfallkrankenwagen mit allem Pipapo vom Bund und vom Land Klingt für mich nicht grade nach vollständiger Kenntnis der Materie oder nach vereinfachter medienwirksamer Wiedergabe, genauso wie die 50 Notfallrucksäcken mit denen man auch beim Sanitätsdienst spazieren gehen kann oder oder oder.
Ich stimme zu das dieses Material zu einem großen Teil vorhanden ist, aber so Dinge wie mit allem Pipapo möchte ich mal deutlich in Frage stellen, genauso wie die Verquickung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Zu ersterem sei gesagt das man beim Arbeiten mit diesem Material doch regelmäßig feststellt wo gespart wurde (teilweise nicht unbedingt sinnlos, aber auch oft genug den Einsatzwert mindernd, zum Beispiel bei den Zeltheizgeräten), muß man doch bedenken, das hier andere Schutzanforderungen greifen wie im Privatgebrauch zu Hause. Zum zweiten sei gesagt, das der Rettungsdienst bei allen Organisationen ein wirtschaftlicher organisierte Teilbereich ist, wo der normale Wettbewerb herrscht, der Katastrophenschutz aber zu ganz großen Teilen aus dem ehrenamtlichen Bereich aufgestellt wird und die Organisationen als ganzes die Gemeinnützigkeit in Anspruch nehmen.
Und um nochmal zu den Notfallrucksäcken zu kommen (und es sind definitiv keine 50 auf dem Gerätewagen): was spricht dagegen, das Material, welches in weiten Teilen Verfallsdaten trägt, über die Nutzung auf Sanitätsdiensten (und den Ersatz aus den Einnahmen der Dienste) umzuwälzen ? Oder soll das Material einfach regelmäßig entsorgt und neu beschafft werden ?
Ich möchte nicht leugnen, das wir in NRW einigermaßen gut ausgestattet sind (nicht zuletzt dank der Fußball-WM), aber ganz so gut wie den Feuerwehren geht es den Hilfsorganisationen im Bereich des Katastrophenschutzes und der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr nicht. Sollte es jedoch zu einerm Großschadensereignis kommen, bin ich mir sicher, das es genug Stimmen geben wird die zwar erst Einsparungen verlangt haben, dann aber nach den Hilfskräften rufen, nud deshalb möchte ich mich an dieser Stelle einmal bei allen ehrenamtlichen Kräften der verschiedenen Organisationen bedanken für die zur Verfügung gestellte Zeit, die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen und manchen Euro, der aus der eigenen Tasche für nützliche kleinigkeiten aufgebracht wird.
13:39
@JuliusMue
Ich möchte die Johanniter sicherlich nicht angreifen,
aber Sie vergleichen gerade eine kleine Einheit, die Ihr Personal aus dem gesamten MK rekrutiert mit dem DRK, dass in JEDER! Stadt präsent ist und dort jeweils dieselbe Stärke vorweist!
Also bitte vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen.
Auch das DRk hat über den gesamten MK verteilt sehr gute Fahrzeuge vorzuweisen, und zwar bestimmt 10 mal so viele wie die JUH.
Bitte verstehen Sie micht nicht falsch, ich respektiere die Arbeit der JUH auf höchste.
Nur der Vergleich hinkt gewaltig.
Darüberhinaus haben die JUH das gleiche Problem, da auch Ihre Fahrzeuge des Bundes und Landes derzeit nicht unterhalten werden können, da die Gelder eingefroren wurden.
Der Schritt in Altena, die Fahrzeuge außer Dienst zu stellen, sehe ich äußerst kritisch, aber offensichtlich notwendig um die Verantwortlichen des Kreises, nicht des DRK, auf die erhebliche Problematik aufmerksam zu machen!
21:03
Da Lob ich mir die Johanniter. Sie sind mit einer Einsatzeinheit für den ganzen Kreis zuständig und deren Fahrzeugflotte ist dank Bund und Land relativ neu.
20:35
Wie Neu die Fahrzeuge beim DRK im MK sind, sieht man eindeutig auf deren Homepages!!!!
Sie haben recht, dass es all das mal geben wird, aber derzeit steht im MK nur Schrott rum!!!
Dieser Krankenwagen im Bild ist über 20 Jahre alt!!!!
Ich möchte mich da freiwillig nicht reinlegen!
Also liebe Stadt, lieber Kreis, liebes Land und lieber Bund: Kümmert euch um den Katastrophenschutz!!!
Sparen ist notwendig, aber wenn es um Sicherheit geht, sollte wir das nur gut überlegt tun!!!
Danke an alle ehrenamtlichen Helfer, die sich trotz dieser widrigen Umstände um uns Bürger kümmern!
Herr Dr. Hollstein sie sind mal wieder gefordert!
Und zwar schnell!!
13:16
Seit 2006 findet bereits eine nie da gewesene GIGANTISCHE Neuausstattung des Katastrophenschutzes und somit der Hilfsorganisationen statt! Trotz Wirtschaftkrise wird hier richtig viel Geld rein gepumpt - so als ob uns morgen der Himmel auf den Kopf fallen würde.
Vergleichen sie die FAKTEN!
Beste Notfallkrankenwagen mit allem Pipapo vom Bund und vom Land, so dass manche Kommunen gar nicht hin wissen wo hin mit den Fahrzeugen und der ganzen Ausstattung. Bspw. Remscheid gibt zwei nagelneue Rettungsfahrzeuge einfach wieder ab, “kommen ja bald noch mal neue Krankenwagen nach vielleicht passt es dann“?
Die genauen Beschaffungszahlen gibt es im Internet (BUND und Land), seit 2006 NEU:
Voll ausgestattete Gerätewagen Sanitätsdienst (z.B. mit je 50 Notfallrucksäcken mit denen man auch beim Sanitätsdienst spazieren gehen kann), Transit Betreuungskombis als Zugfahrzeuge für die Anhänger der Betreuung und Technik, mit Bierzeltgarnituren, Zeltheizungen und Stromerzeugern, etc.. Neuste Lkws mit Trinkwasserausstattung selbstverständlich mit Digitalfunk auch um die neuen Feldküchen zu ziehen, neue Mannschaftstransporter von Mercedes, keine Kosten für Kfz-Steuer, Zuschüsse für Kraftstoff … Gewerbesteuerbefreiung beim Rettungsdienst, Kostenfreie Zivildiener vom Bund als Hilfskräfte, …..
Wir Bürger sind teils. fördernde Mitglieder, zahlen Steuern um diese Anschaffung machen zu können und stecken noch in die Sammelbüchsen: Wann könnte es denn reichen?
12:17
Unglaublich!!!!
In einem Land werden Gesetze erlassen, dass Straßenschilder nun anders aussehen müssen, und unbedingt getauscht werden müssen und dadurch imense Kosten hervorgerufen werden...und auf der anderen Seite werden die wichtigen Kosten nicht gedeckt, so dass der Bevölkerungsschutz / Katastrophenschutz Abstriche machen muss?
Egal, ob es sich hierbei um verschiedene Töpfe handelt, aber da müssen meiner Meinung nach VERNÜNFTIGE Prioritäten gesetzt werden!!!
@#1:
Gebe Ihnen komplett recht, soweit muss es anscheinend erst kommen (siehe Gehälter der Berufsfeuerwehren, Beruflicher Aufstieg ja, Gehalterhöhungen nein...)
11:33
Es gibt einen sehr nützlichen und wahren Spruch dazu:
Erst wenn das letzte Rotkreuzauto eingespart wurde und kein Freiwilliger mehr ein Ehrenamt ausübt, dann merken wir, dass Geld allein keine Menschen retten kann!
Mann sollte mal drüber nachdenken was wichtiger ist und nicht erst dann wenn einem selber was passiert!
LG Heike Feldhagen