Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Leichtathletik

Mockenhaupt will sich in Bilbao das Olympia-Ticket sichern

30.05.2012 | 11:00 Uhr
Mockenhaupt will sich in Bilbao das Olympia-Ticket sichern
Sabrina Mockenhaupt im Ziel. So will sie auch in Bilbao und London jubeln.

Siegen/St. Moritz.   Deutschlands Top-Läuferin Sabrina Mockenhaupt möchte beim Europacup am Sonntag in Bilbao endlich die Olympia-Norm über 10 000 Meter knacken und sich die Fahrkarte nach London sichern. Dafür trainierte sie zwei Wochen im Nobel-Ort St. Moritz.

Dieser Blick ist - traumhaft. Der Himmel herrlich blau, hoch oben thronen die noch schneebedeckten Gipfel der Alpen und weiter unten auf den Hängen der Berge erscheint das Grün der Wiesen und Wälder immer satter. St. Moritz im Frühjahr - manchmal etwas kalt, aber es gibt weitaus schlechtere Aufenthaltsorte.

„Hier ist tote Hose“, sagt Sabrina Mockenhaupt und lacht. Die angesagten Clubs des noblen Ski-Dorfes in der Schweiz - geschlossen. Die Hotels, in denen im Winter die Prominenz aus aller Welt absteigt - geschlossen. „Selbst die Laufbahn ist leer“, erzählt Mockenhaupt, „dabei ist die sonst rappelvoll.“

Ein Test für London

Hat sich die 31-Jährige also vertan, den falschen Zeitpunkt für ihre zweiwöchige Reise nach St. Moritz gewählt?

Hat sie nicht.

„Wir wollten unbedingt testen, wie ich am zweiten Tag nach der Höhe einen Wettkampf bestreiten kann“, erklärt Deutschlands beste Langstreckenläuferin. Dieser Wettkampf wird der Europacup über 10 000 Meter am Sonntag im spanischen Bilbao sein, der Test eine Art Generalprobe für die Olympischen Spiele im Sommer in London. Denn auch vor ihrem Start im Zeichen der fünf Ringe plant Mockenhaupt ein Trainingslager in St. Moritz auf 1856 Meter Höhe.

Sabrina Mockenhaupt peilt in Bilbao die Norm für die Olympischen Spiele an. Foto: dapd

Eine kleine Schwachstelle weist Mockenhaupts Konzept jedoch noch auf: Nachdem sie durch den Verzicht auf einen Start beim olympischen Marathon ihr Ticket nach London freiwillig zurückgab, muss sie es für die 10 000 Meter erst erneut lösen.

„Ich bin guter Dinge, dass es in Bilbao klappt“, sagt die Athletin der LG Sieg. „Denn das Trainingslager ist optimal gelaufen.“ Kraftübungen, Tempoeinheiten - ihre beim Silvesterlauf von Werl nach Soest erlittene Verletzung, die die Absage des Marathon-Starts nach sich zog? Verheilt, vergessen.

„Gerade begleitet mich zum Glück das Gefühl, dass ich das Optimum aus den vergangenen drei Trainingswochen rausgeholt habe“, sagt sie. Deshalb wolle sie sich beim Abschlusstraining am heutigen Mittwoch „nicht die Kante geben“, damit sie in Bilbao ausgeruht starten könne.

Obwohl, stressig dürfte allein die Anreise nach Spanien werden. Da Mockenhaupt weder in den fürstlichen Hotels mit Fahrservice logiert, sie mietete sich eine kleine Ferienwohnung, noch ein Luxusleben mit Helikopter-An- und Abreise pflegt, fährt sie am Freitag erst selbst aus den Bergen St. Moritz’ zum Flughafen nach Zürich und jettet nach Bilbao - inklusive Umsteigen in Palma de Mallorca. „Gestern hat mir jemand den Tipp gegeben, dass man auch gut von Mailand fliegen kann“, sagt die Siegerländerin. Eine Option für den Sommer, für London.

EM als letzte Olympia-Chance

Und wenn es am Sonntag nicht klappt mit der Olympia-Qualifikation? „Dann werde ich nicht nervös, weil ich Anfang Juli bei der EM noch eine Chance habe, die Norm zu knacken.“ 31:45 Minuten beträgt diese. Als Mockenhaupt bei der Deutschen Meisterschaft vor einigen Wochen ihren 33. Titel gewann, verpasste sie die Norm mit 32:24 Minuten noch.

Auch deshalb hatte sie keinen Blick übrig für wolkenlosen Himmel und ein teilweise herrliches Alpenpanorama.

Falk Blesken



Kommentare
Aus dem Ressort
Fazit Essener Forscher - Bundesliga defensiver als früher
Forschung
Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat sechs Spielzeiten analysiert. In den Neunziger Jahren wurde die Drei-Punkte-Regel eingeführt, um den Fußball offensiver zu machen. Das Gegenteil ist eingetreten – vermutlich, weil die Teams ihre Spielweise verändert haben.
Vor Bundesligastart gerät Schalke-Star Boateng in die Kritik
Boateng
Der Anführer rennt im Moment nur hinterher: Auch Schalke-Star Kevin-Prince Boateng ging bei der Pokal-Blamage in Dresden mit unter. Die Bosse der Königsblauen wollen Boateng nicht zum Sündenbock stempeln - Manager Horst Heldt ist die Fokussierung auf Boateng ohnehin zu viel.
Kapitalmarktliebe - Setzen mehr Klubs auf das BVB-Modell?
Kapitalerhöhung
Dortmund wird nach Experten-Ansicht kein Einzelfall bleiben. Konkurrenten würden beobachten, wie sich die Lage bei den Borussen entwickelt. Sie hatten angekündigt, mit einer Kapitalerhöhung 114,4 Millionen Euro von Investoren einsammeln zu wollen.
NBA-Star Dennis Schröder beschwört Hagener Basketball-Fans
Basketball
Dennis Schröder trägt in diesen Monaten erstmals das Trikot des deutschen Basketball-Nationalteams. Der NBA-Profi aus Atlanta ist Schlüsselspieler beim DBB. Und er ist erfolgshungrig. Im Interview spricht er über die Polen-Pleite, Dirk Nowitzki und seine Pläne für die zweite Saison in den USA.
Leverkusen hat laut Design-Studenten das schönste Trikot
Trikotmeister
Studenten der Mediadesign Hochschule haben das Trikot von Bayer Leverkusen zum schönsten der Bundesligasaison 2014/15 gekürt. Die Leverkusener lösen damit den BVB als bisherigen Trikotmeister ab, der es diesmal immerhin auf den zweiten Platz schafften. Der dritte Rang geht an den FC Bayern München.
Umfrage
Welcher Klub kann Bayern München im Meisterschaftskampf gefährlich werden?

Welcher Klub kann Bayern München im Meisterschaftskampf gefährlich werden?