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Radsport, 35. Rundstreckenrennen

Früher reichten ein paar Pflöckeund etwas Flatterband

28.06.2012 | 17:39 Uhr
Früher reichten ein paar Pflöckeund etwas Flatterband

Witten.   An der Haustür klingelt’s. Ein Mann bringt die Werbebänder der Stadtwerke bei Wolfgang Noll vorbei. Der 62-Jährige ist im Dauerstress. Am morgigen Samstag steigt zum 35. Mal das Rundenrennen des RV Witten. Zum 20. Mal organisiert Noll das Großereignis.

An der Haustür klingelt’s. Ein Mann bringt die Werbebänder der Stadtwerke bei Wolfgang Noll vorbei. Der 62-Jährige ist im Dauerstress. Am morgigen Samstag steigt zum 35. Mal das Rundenrennen des RV Witten. Zum 20. Mal organisiert Noll das Großereignis.

Mehr zufällig kam Wolfgang Noll zum Radsport. Sein Sohn Henning machte 1986 bei einer Radsport-AG der Hevener Dorfschule mit. Geleitet wurde die AG von Lehrerin Brigitte Kenter. Die meisten Schüler traten dem RV Witten bei. So auch Sohn Henning. „Das war die Zeit, als die Jugendabteilung anfing“, erinnert sich Noll.

Ehe er es sich versah, war Wolfgang Noll Jugendwart. Später übernahm er auch als 2. Vorsitzender jahrelang noch mehr Verantwortung bei den Radsportlern. Zu Beginn des Jahres gab er diesen Posten ab. Am liebsten würde er auch die Organisation des Radrennens in jüngere Hände legen. Doch dieses Mal ist der 62-Jährige noch verantwortlich. Ihm zur Seite steht der Vorsitzende Diethard Nowak.

Nolls Problem: „Ich bin ein 100-prozentiger, nein, 1000-prozentiger Mensch“, sagt er über sich selbst. Da muss bei der Organisation alles stimmen. Doch die Aufgaben werden immer mehr. Vor allem immer mehr Bürokratie erschwert die Arbeit. „Seit der Loveparade in Duisburg werden die Auflagen immer strenger.“

Früher schlugen die Wittener ein paar Pflöcke in den Boden und sperrten mit Flatterband einzelne Bereiche ab. Heute müssen 60 Meter vor und 30 Meter hinter dem Zielstrich mit Gittern abgesperrt werden. Verkehrskadetten aus Haan regeln am Samstag den Verkehr. Schon am vergangenen Dienstag wurden an dem 1,8 Kilometer langen Rundkurs Halteverbotsschilder aufgehängt. Seit Mittwoch befestigen die RV-Mitglieder Handzettel hinter den Scheibenwischern, um auf das Parkverbot ab Samstagmittag aufmerksam zu machen. „Das klappt auch ganz gut“, weiß Wolfgang Noll, dass sich die Arbeit lohnt. Nur vereinzelt, oft urlaubsbedingt, stehen Autos im Weg und müssen abgeschleppt werden.

Sogar die Anwohner erhalten Flyer mit den wichtigsten Infos. Viele Abläufe haben sich im Laufe der Jahre automatisiert. Das war anfangs ganz anders. „Ich bin ins kalte Wasser gestoßen worden“, sagt Wolfgang Noll schmunzelnd. Er hat sich aber schnell freigeschwommen.

Stück für Stück hat der 62-Jährige das Rennen weiterentwickelt. So auch bei dieser Auflage. Cheerleader der Basketballer von Phönix Hagen werden für Stimmung sorgen. Wichtig ist Wolfgang Noll vor allem, „dass wir jedem unserer Mitglieder ein Rennen anbieten können“, legt er viel Wert auf die Nachwuchs-Arbeit.

Trotz aller Anstrengungen sind die Starterzahlen rückläufig. Wofür die Wittener wenig können. Vor einigen Jahren stellten sie den Kurs von einem 3 km- auf einen 1,8 km-Rundkurs um. Mit der Konsequenz, dass beim Elite-Rennen nicht mehr so viele Fahrer starten können. Höchstens 200. „Früher war es voller besetzt.“ 500 bis 600 Rennfahrer traten damals insgesamt in die Pedalen, in diesem Jahr werden es etwa 320 sein. „Dabei haben wir im Jugendbereich immer einen guten Zulauf“, betont Wolfgang Noll. Trotz Doping-Diskussionen im Hochleistungsbereich.

Die wichtigsten Aufgaben sind für die 35. Auflage erledigt. Gerade hat er noch die Programme verteilt. Da bleibt für Wolfgang Noll sogar noch etwas Zeit, einer 60 km-Runde auf dem eigenen Rad zurückzulegen. Trotz des Stresses bleibt der 62-Jährige locker. Er weiß, was auf ihn zukommt. Und das Wetter wird wahrscheinlich auch mitspielen.

Das war am 3. Juni ganz anders. Bei der jährlichen Radtouristikfahrt kamen nur 62, statt der erhofften 500 Teilnehmer. „Das war ein Minusgeschäft“, blickt Wolfgang Noll enttäuscht zurück. Morgen, da ist er sich ganz sicher, „wird es eine super Nummer werden“.

Und ab Sonntag klingelt’s auch wieder seltener an der Haustür.

Rupert Joemann


Kommentare
29.06.2012
15:36
Früher reichten ein paar Pflöckeund etwas Flatterband
von buntspecht2 | #1

Früher war die Veranstaltung im gegensatz zu heute immer gut besucht als es noch die ganze Billerbeckstr. rauf ging

1 Antwort
Früher reichten ein paar Pflöckeund etwas Flatterband
von Kulturirrsinn | #1-1

Wir Anwohner können gerne darauf verzichten. Da gibt immer ein Chaos wegen des Parkverbots. Auch ohne Rennen ist der Parkdruck immens. Warum wird das Rennen nicht jedes Jahr auf einer anderen Strecke gefahren, um die Anwohner zu entlasten? Oder man fährt gleich auf der Rundbahn eines Sportplatzes, da wird niemand gestört.

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