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TuS Erndtebrück 1:1

Der Zeh war schon in der Verbandsliga

10.06.2012 | 22:49 Uhr
Der Zeh war schon in der Verbandsliga
Benjamin Thorbeck (links) erzielte das 1:1 für den TuS Erndtebrück gegen Borussia Dröschede. Foto: Rene Traut.

Erndtebrück.   Team von Trainer Florian Schnorrenberg muss nun auf den Schluss-Akkord gegen den SV Hohenlimburg hoffen. Trainer nach 1:1 gegen Dröschede: „Vielleicht war das ein goldener Punkt“

Es war schon vier Minuten über die Zeit. Zum x-ten Male rannten die Spieler des TuS Erndtebrück auf das Tor von Borussia Dröschede zu. Immer wieder hatte das Team von Trainer Florian Schnorrenberg versucht, aus dem 1:1 doch noch einen Sieg zu machen. In den Schlussminuten vergab zunächst Benjamin Thorbeck aus vollem Lauf, als er den Ball neben den Alu-Pfosten hämmerte, wenig später rutsche Enrico Ledda am Elfmeter-Punkt haarscharf am Leder vorbei und dann, ja dann kam die 94. Spielminute.

Narciel Mbuku untröstlich

Die letzte Chance in diesem Spiel für die Landesliga-Elf vom Pulverwald sich mit dem letzten Schuss und einem Tor direkt in die Verbandsliga zu schießen. Narciel Mbuku stand plötzlich „blank“ im Sechzehner, die Fans auf den Rängen schrien bereits „Jaaaaa...“, doch der linke Offensivspieler aus Kinshasa trat die Pille genau in die Arme von Torwart Alexander Kusnik der beinahe noch mit Ball hinter die Linie gefallen wäre.

Sekunden später der Schlusspfiff. Der Fußballer aus dem Kongo, eine Woche vor dem 22. Geburtstag, war untröstlich. Hatte dieser Blackout dem TuS Erndtebrück den Aufstieg in die Verbandsliga gekostet?

Trainer Florian Schnorrenberg hatte ein gutes Gespür für das Innenleben seiner Jungs und versammelte alle zu einem Spielerkreis. „Hier hat niemand Grund, den Kopf hängen zu lassen. Wir haben ein Riesenspiel gemacht. Natürlich hätten wir heute gerne den Aufstieg geschafft, aber so haben wir einen wichtigen Punkt geholt“, tröstete Schnorrenberg und erklärte dann in Richtung von Narciel Mbuku, „dich trifft keine Schuld, ey, ich habe schon ganz andere Dinger in den Wald geschossen“.

Die Ausgangslage für sein Team war einfach: Tabellendritter in der Landesliga 2, mit vier Punkten Vorsprung auf den direkten Verfolger SV Rothemühle. Sollten die Südsauerländer gegen den Tabellenletzten Schwerte straucheln, dann würde den Wittgensteinern sogar ein Punkt zum zweiten Aufstieg in Folge reichen. Doch Schnorrenberg ahnte nach dem Schlusspfiff das Ergebnis vom Rothenbaum. „Und? Haben die mit 10:0 gewonnen.“ Nein, es war „nur“ ein 8:0. Somit entscheidet sich der Aufstieg erst am nächsten Sonntag beim Tabellenzweiten SV Hohenlimburg.

Gleich mit der ersten Chance war Dröschede durch Edin Terzic mit 1:0 (8.) in Führung gegangen. Der TuS hingegen begann nervös, rieb sich im Mittelfeld auf, leistete sich viele unbedrängte Fehlpässe. In der 37. Minute war dann aber die Lücke da: Simeon Schmidt legte den Ball in die Gasse und Benjamin Thorbeck ließ Torwart Kusnik keine Chance zum 1:1.

Im zweiten Durchgang hatte zunächst der TuS gegen den Tabellenführer das Heft in der Hand, in der 67. und 68. Minute als zunächst Gelber für den geschlagenen Torwart Eckhardt klärte und dann der Konter von Dröschede im Seitenaus landete jedoch auch das Glück gepachtet. Während die Gäste „100 Mal“ ins Abseits tappten, stimmte der TuS den Schluss-Akkord an, doch viele Chancen blieben ungenutzt. Am Ende war es ein Punkt, vielleicht ein „goldener Punkt“, so Florian Schnorrenberg.

Stimmen zum Spiel:
Florian Schnorrenberg (Trainer TuS Erndtebrück II):
„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, da braucht sich niemand zu schämen. Wir haben immerhin gegen den Tabellenführer gespielt und der hat heute in vielen Phasen gezeigt, warum er da oben steht. Wir haben in den ersten Halbzeit nicht unsere Ordnung gefunden und sind dann für unseren vielen Einsatz und den hohen Aufwand nicht richtig belohnt worden. Der Gegner war schneller, hat das Mittelfeld besser überbrückt. Es stand früh 0:1 und dann wird es natürlich gegen so eine starke Mannschaft schwer, doch keinen Vorwurf an die Jungs. Die Mannschaft ist zurück gekommen, hat aus dem 0:1 das 1:1 gemacht. Wir haben in der zweiten Hälfte viel Dampf über die Außen gemacht, jedoch auch viele Bälle vor dem Sechzehner leichtfertig verloren. Vielleicht war der Punkt heute ein goldener Punkt. Das werden wir nächste Woche in Hohenlimburg sehen. Dass Rothemühle gegen Schwerte klar gewinnen würde, daran gab es keinen Zweifel.“

TuS Erndtbrück II – Bor. Dröschede 1:1 (1:1)

TuS Erndtebrück II: Sven Eckhard – Murat Cebi, Patrick Linde, Jan-Philipp Gelber, Nicolas Meiswinkel – Konstantin Volz – Nikola Novakov (73. Enrico Ledda), Simeon Schmidt, Özgür Öncü, Narciel Mbuku – Benjamin Thorbeck.
Trainer: Florian Schnorrenberg.
Bor. Dröschede: Kusnik, Elmoueden, Petkovic, Liefermann, Eick, Rathamone, Et, Gündüz (87. Dzafic), Terzic (92. Bratz), Yildirim (87. Pajdzik).
Trainer: Ceylan Ramazan.
Tore: 0:1 Edin Terzic (8.), 1:1 Benjamin Thorbeck (37.).
Schiedsrichter: Pascal Sellung (Dortmund). Zuschauer: 200.

Frank Steinseifer


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