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Beim BC Altena: „Wer Angst hat, ist fehl am Platz“

02.07.2010 | 18:30 Uhr
Beim BC Altena: „Wer Angst hat, ist fehl am Platz“
Keine Angst vor Veilchen: die Schwestern Marina (21/r.) und Sandra Mattka (18/l.). Foto: Mark Sonneborn

Altena. Betritt man die Schulsporthalle Mühlendorf, wenn der BC Altena dort trainiert, mag man zunächst seinen Ohren nicht trauen: Es ist mucksmäuschenstill. Beim Aufwärmen fließt der Schweiß in Strömen – so sehr, dass sich unter den Sportlern auf dem Hallenboden kleine Pfützen bilden, aber es wird kein Wort gesprochen. „Disziplin ist das A und O beim Boxen“, erklärt BC-Urgestein Artur Klawitter.

Doch nicht nur die Stille ist auffällig. Auch erwartet der Besucher ein anderes Bild, wenn er in die Runde der etwa 30 Sportler blickt, die zweimal pro Woche dort trainieren: Attraktive junge Frauen prügeln neben Kindern und Männern auf die Sandsäcke ein, dass die Ketten nur so quietschen. Keine Prügelknaben stählen sich dort, sondern Sportler, die etwas erreichen wollen, und natürlich der Nachwuchs, der es den ambitionierten Boxern des BC nachmachen will.

Leistungssportler und keine Prügelknaben

Die Vereinsgeschichte beginnt im Jahr 1926. Die Vorkriegszeit war von Erfolgen geprägt, die einem Mann zuzuschreiben sind: Hans Bluhm brachte es bis zu den Europameisterschaften. Doch das war keineswegs der einzige Höhepunkt des Vereins. Auch die Erfolge der Neuzeit können sich sehen lassen. Gökhan Kaya boxte vor wenigen Jahren bei den westdeutschen Meisterschaften. Im Laufe seiner Karriere bestritt der ehemalige Aktive über 60 Kämpfe.

Rund 75 Mitglieder zählt der BC heute. Davon nehmen bis zu sechs Boxer regelmäßig an Turnieren teil und gehen für den Altenaer Verein auf Punktejagd. Besonders gute Perspektiven haben Antonio Sivo und Cevet Bektas. Beide starten auch beim Pokalturnier am nächsten Wochenende in der Sauerlandhalle.

Am Sandsack beim BC Altena: Antonio Sivo (18/l.) und Cevet Bektas (19/r.).

Doch auch zwei Frauen gehen ihren Weg in der Männerdomäne. Die Schwestern Marina und Sandra Mattka schwitzen regelmäßig zweimal pro Woche. Die beiden Talente sind ganz heiß darauf, endlich Gegnerinnen vor die Fäuste zu bekommen.

Wenn man die Beiden beim Training beobachtet, sieht man schnell, dass sie die wichtigsten Eigenschaften mitbringen. „Ausdauer und körperliche Stärke kann man trainieren, nicht aber die Willensstärke und den Mut. Wer Angst vor einem Veilchen hat, ist hier fehl am Platze“, warnt Klawitter, der sich bereits seit 57 Jahren um die Geschicke der Altenaer Boxer kümmert.

Betrachtet man die Art und Weise, wie Sandra (18) und Marina (21) gemeinsam den Sandsack bearbeiten, bekommt man eine Ahnung, wie es ihren Gegnerinnen mal ergehen könnte. Von Zimperlichkeiten keine Spur, dafür ein Blick, der Willen und die Entschlossenheit verrät.

Arzt muss grünes Licht geben

Doch all das hat keinen Wert, wenn die sportmedizinische Untersuchung einen Strich durch die Rechnung macht. „Wer vom Arzt kein grünes Licht signalisiert bekommt, wird bei uns auch nicht boxen“, so der Trainer. Neulinge bekommen nach drei Probeeinheiten neben dem Aufnahmeantrag direkt die Unterlagen für den Arzt.

Neben Artur Klawitter kümmert sich mit Rustan Arthahanov ein weiterer Lizenztrainer um die Sportler. Ohne Trainerlizenzen geht im Boxsport gar nichts, die sind Pflicht. Und die beiden Altenaer Trainer sind sich einig: „Wir wollen unsere Sportler weiterbringen und weiterhin erfolgreich an Turnieren teilnehmen.“

Der größte Wunsch ist ein anderer. „Wir hätten gerne die Möglichkeit, während der Sommerferien zu trainieren.“ Stehen die Boxer vor den Ferien voll im Saft, fangen sie danach manchmal bei Null an oder hängen die Handschuhe ganz an den Nagel, wenn sie Gefallen an der trainingslosen Zeit gefunden haben.

Maik Sonneborn



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