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Interview mit LSV-Torwart...

"Manchmal fehlte der nötige Respekt"

01.06.2010 | 18:01 Uhr

Lünen. Zur Situation beim Lüner SV sprachen wir mit Torwart Robert Brochtrup. Der 26-Jährige ist der dienstälteste Spieler des Landesliga-Absteigers.

Wie haben Sie die letzten Tage erlebt?

Brochtrup: Die waren hart an der Grenze und die turbulentesten, die ich beim Lüner SV erlebt habe. Mitunter hat mir bei den jüngsten Entscheidungen das Fingerspitzengefühl und der Respekt gefehlt. Zum Beispiel kann man sich fragen, ob es richtig war, dem Trainer kurz vor dem letzten Spiel mitzuteilen, dass er gehen muss. Das gilt auch für die Trennung von Spielern.

»Es ist ja positiv, dass einer

wie Hampel hier genannt wird«

Halten Sie die Trennung von Bernd Schawohl denn für richtig?

LSV Spieler in rot: Akin Bayrakli und Keeper Robert Brochtrup gegen Evings Abdelkarim Bouzerda.

Wir als Mannschaft können ihm ganz bestimmt nichts vorwerfen. Aber vor dem Hintergrund des Abstiegs kann ich schon nachvollziehen, dass der Vorstand nun einen ganz neuen Anfang machen will. Vom Renommee her ist ein Trainer wie Christian Hampel, wenn er es denn wird, schon eine Hausnummer. Grundsätzlich ist es für den Lüner SV ja positiv, dass so ein hochklassiger Coach überhaupt noch Thema beim LSV ist.

In diesen Wochen hat der Fußball Pause. Personelle Entscheidungen wurden bereits ohne den neuen Trainer gefällt. Was bedeutet das für die neue Saison?

Insgesamt ist die Situation ungünstig. Vielleicht hätte man über Pfingsten schon etwas entscheiden können, der Abstieg stand ja schon fest.

»Eine Saison um Platz neun

können wir hier nicht anbieten«

Wenn die Mannschaft für die nächste Spielzeit aber aus überwiegend neuen Spielern besteht, wird es auch für den Trainer leichter. Unsere Neuzugänge haben durchweg mindestens oberes Bezirksliga-Niveau. Das ist ja schon einmal ein guter Anfang.

Was muss die Mannschaft ihren Zuschauern bieten, um den jetzt verlorenen Kredit zurück zu erobern?

Wir müssen oben mitspielen und eine spannende Saison abliefern. Wenn es dann mit dem Aufstieg nichts wird, wird man uns das nicht übel nehmen, solange wir guten Fußball geboten haben. Was wir hier nicht anbieten können, ist eine Saison, in der es um Platz neun oder zehn geht.

Carsten Rüßel

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