Am Datteln-Schlamm-Kanal
03.06.2012 | 19:44 Uhr 2012-06-03T19:44:00+0200
Lünen. Mehr Gegensatz konnte es gar nicht geben als in diesem Jahr an den beiden Regattatagen beim KSC Lünen. Am Samstag noch freudige Gesichter und durstige Kehlen, am Sonntag frierende Kinder und kaltes Regen.
Trotzdem ließen sich die Paddler und das große Organisationsteam des KSC die Laune nicht verderben. Das lag unter anderem an den deutlich verbesserten Ergebnissen vor allem der Lüner Nachwuchs-Kanuten im Vergleich zu manch anderem Heimspiel in den Jahren zuvor.
„Wir haben jetzt eine richtig starke Truppe“, sagte der Vorsitzende Friedhelm Deuter durchaus ein wenig stolz. Es war ein hoch erfreuliches Abschneiden mit vielen ersten Plätzen, das sich durch die Siegerehrungen bei den Jugendlichen und Schülern am Samstag bis hin zur Ehrung für die Schülerspiele am Sonntag bot. Keine Frage: Der KSC hat die vergangenen Jahre genutzt, sich in der Qualität klar zu steigern.
Wer das Gelände ums Bootshaus am Sonntag Vormittag durch etliche Pfützen hindurch betrat, konnte meinen, dass da gerade Feierabend gemacht wurde. Aber der Eindruck täuschte. „Hier packen nur die ein, die wirklich zu Ende sind mit ihrem Wettbewerb. Die anderen fahren das Programm zu Ende“, sagte KSC-Pressesprecherin Stephanie Herzig in der geschützten Regattaleitung.
Ein paar Meter weiter unten bestiegen Daniel Schulte-Kump und Mike Schneider ihren Kajak-Zweier. „Der Regen ist nicht schön, aber wir ziehen’s durch. „Schließlich sind wir Wassersportler“, rief Schulte-Kump ans Ufer. „Abbrechen müssten wir bei Gewitter, heute aber nicht“, sagte Stephanie Herzig. Trotzdem: Mit Schauern hatten sie schon öfter mal Pech beim KSC Lünen, aber an einen solchen Dauerregen in 41 Jahren konnten sich nur wenige erinnern.
Wer einmal da war, der blieb auch. 20 Vereine mit rund 300 Kanuten waren zum KSC Lünen gereist, Absagen gab es kaum. Kein Wunder bei dem schönen Wetter am Samstag.
Sehr ungemütlich wurde es leider in der Nacht zum Sonntag auf den Campingwiesen. Man half sich untereinander, die Wettbewerbe wurden ohne Ausnahme zu Ende gepaddelt.
Aus Belgien waren zwei Vereine angereist.
Wacker dabei bis zum Schluss blieben auch die Retter von der DLRG. „Es kommt immer wieder mal zu Kenterungen, vor allem bei den jungen Teilnehmern und bei den Langstreckenrennen, auf denen gewendet werden muss“, erläuterte Dieter Skirde vom Bootsteam. „Wir holen die Kinder dann in unser Boot, nehmen Kajak oder Canadier an den Haken und bringen alles sicher wieder ans Ufer“, so die DLRGer.
Der gravierendste Vorfall ereignete sich übrigens an Land: Am Samstag kurz nach dem Start des Elefantenrennens war eine etwa 60 Jahre alte Zuschauern gestolpert und die Böschung hinab gestürzt, sie erlitt dabei einen Fußbruch. „Ärgerlich war, dass die vielen Autos der Besucher die Zufahrt für den Rettungswagen zugeparkt hatten. So musste die DLRG die Frau zunächst vor Ort versorgen und dann mit dem Boot zum Preußenhafen fahren. Von dort aus ging es ins Krankenhaus.
Am Sonntag Mittag hatten die Helfer des KSC einige Arbeit. Vom tief verschlammten Parkplatz musste der ein oder andere Wagen mit dem Trecker aus dem Acker gezogen werden. „Ich bin heilfroh“, sagte ein Betreuer der KG Essen. „Die Lüner Jungs wollten dafür nicht einmal Geld haben. Vielen Dank!“
0mitdiskutieren