Martin Delbrügge und Volker Greis kommen durch
02.06.2010 | 22:23 Uhr 2010-06-02T22:23:00+02003,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Ein Monsterwettbewerb dieser Ironman auf Lanzarote, nach Ansicht vieler Experten der härteste Triathlon der Welt. Allein auf der Radstrecke sind 2500 Höhenmeter zu bewältigen.
„Dazu ein böiger Wind, der brutal ins Gesicht bläst", der Kamener Martin Delbrügge erlebte zum sechsten Mal diese Tortur.
Warum diese Strapazen? „Man will sich halt beweisen", die Erklärung des Triathleten vom TVG Kaiserau, „an seine Grenzen gehen, vielleicht auch darüber hinaus und bestehen." Bei der 19. Auflage stand Delbrügge unter den mehr als 1500 Teilnehmern, um sich der Probe an Ausdauer, Charakter und Durchhaltevermögen zu stellen. Mit dabei auch Volker Greis, der beim Lauf Team Unna Zuhause ist, aber im Trikot des Triathlon-Verein Viking Witten startete. Sie kennen sich, Delbrügge und Greis. Sie trafen sich beim Volkslauf in Kaiserau am 1. Mai und stellten fest, dass sie beide für den Ironman auf Lanzarote gemeldet hatten.
Gut drei Wochen später das Wiedersehen der beiden heimischen Ausnahmesportler in Puerto del Carmen, im Südosten der Insel gelegen und eines der größten Touristenzentren auf der Insel. Martin Delbrügge wollte eigentlich schon früher auf Lanzarote sein, um sich dort den letzten Schliff für den Ironman zu holen. Aber auch er war ein Opfer der Aschewolke von Island. „Ich konnte vier Tage später als geplant von Paderborn abfliegen", erzählte er. Seine Vorbereitung Zuhause war auch nicht gerade optimal. „Es war zu kalt." Rund 1000 Trainingskilometer weniger zeigte sein Tacho an und auch das Schwimmtraining hätte intensiver sein können. Erfreulicher, beim Steinfurt-Marathon blieb er erstmals unter drei Stunden.
»Ich war eine
Stunde schneller
als im Vorjahr«
Dennoch war der Kamener bei seinem sechsten Ironman Lanzarote gut drauf, schaffte die drei Disziplinen in 11 Stunden und 16 Minuten (genau 11:16.59). „Eine neue Bestzeit für mich und ich war eine Stunde schneller als im Vorjahr", freute sich Delbrügge. Mit seiner Zeit belegte er Rang 288 und war 56 in der Altersklasse 40. Bei Volker Greis lief es noch ein wenig besser: Er wurde auf Rang 252 notiert und bei der AK 40 auf Rang 52 (11:03:55 Stunden).
Los ging es mit dem Schwimmen. „Ich bin ziemlich rechts geschwommen, damit ich mich aus der Klopperei im Wasser raushalten konnte", berichtete Delbrügge. Nach 1:06,23 Stunden stieg er nach 3,8 Kilometer aus dem Salzwasser. Zum Vergleich: Greis benötigte 1:11,22 Stunden. Beim Radfahren ist es der Kamener ziemlich langsam angegangen, „ich habe mir die meisten Leute an den Steigungen geholt. Volker hat mich bei km 150 überholt und ging mit zehn Minuten Vorsprung auf die Laufstrecke." Die Ergebnisse beim Radfahren: Delbrügge 6:02,30 Stunden; Greis 5:49,18 Stunden.
Beim Laufen traten bei Delbrügge wie im Vorjahr wieder Rückenbeschwerden auf. „Ich konnte die ersten sieben Kilometer wieder nicht richtig laufen", berichtete er, „erst nach zehn Kilometer ging es besser, ich kam in Tritt und konnte ein bisschen Zeit auf Volker gut machen." Im Ziel wurden für ihn 3:52,15 Stunden gestoppt, für Greis 3:46,07 Stunden. „Unvergesslich der Zieleinlauf mit dem Beifall der vielen Menschen", blickt Martin Delbrügge zurück, „ich war kaputt, aber dennoch glücklich, es wieder geschafft zu haben." Im nächsten Jahr ist der TVG-Triathlet wieder auf Lanzarote dabei, angemeldet hat er sich schon wieder.
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