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Eishockey

Roosters orientieren sich weiter am wirtschaftlich Machbaren

04.07.2012 | 17:16 Uhr
Roosters orientieren sich weiter am wirtschaftlich Machbaren
Die IEC-Mitglieder sprachen Wolfgang Brück und Josef Jost auf der Jahreshauptversammlung des DEL-Klubs das Vertrauen aus.

Iserlohn.  Mit Blick auf die kommende Saison unterstrich Klubchef Wolfgang Brück auf der Jahreshauptversammlung erneut die Roosters-Maxime: „Es wird nie den sportlichen Erfolg um jeden Preis geben, denn wir wollen auch in zehn Jahren noch in der DEL dabei sein.“

Jahreshauptversammlungen des Iserlohner EC laufen nach einem festen Ritual ab. Berichte mit launigen Zwischentönen, als Bonbon die Präsentation eines Neuzugangs und natürlich die Frage- und Antwortstunde, bei der die Mitglieder dem Vorstand ruhig etwas intensiver auf den Zahn fühlen dürfen.

Am Dienstag gab es bei der mittlerweile 19. IEC-Versammlung in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Klubchef Wolfgang Brück leitete sie mit einem Rückblick auf die letzte Saison ein und kam dabei zu einem positiven Ergebnis. „Aber es war nicht alles Gold, was glänzte“, sprach er die unbefriedigenden Leistungen ehemaliger NHL-Cracks an, in die man große Erwartungen gesetzt hatte. Doch das Preis-Leistungsverhältnis, so Brück, habe auch bei denen gestimmt.

Brück legt „Wert auf eine gute Kommunikation mit den Fans“

Ein Rückblende-Thema war zudem der Disput mit einzelnen Fangruppen (Stichwort: Plakatverbot). „Ich lege großen Wert auf eine gute Kommunikation mit den Fans. Sie haben das Recht Kritik zu üben, aber die darf nie beleidigend werden“, so das Statement des Vorsitzenden. Der Dialog soll gepflegt werden, aber die Einflussnahme der Anhängerschaft hat Grenzen.

Mit Blick auf die kommende Saison unterstrich der Vorsitzende erneut die Roosters-Maxime, sich konsequent am wirtschaftlich Machbaren zu orientieren. „Es wird nie den sportlichen Erfolg um jeden Preis geben, denn wir wollen auch in zehn Jahren noch in der DEL dabei sein.“ Klar ist, dass man auch in der Serie 2012/13 wieder in die Play-offs will, und bei der Auswahl der Spieler soll nach Brücks Worten mehr als zuvor darauf geachtet werden, dass sie Dynamik und Leidenschaft mitbringen. „Die Mannschaft muss sich auf dem Eis zerreißen.“ Dass ihr auch in der kommenden Saison Keeper Sébastien Caron angehört, ist für Brück absolut sicher.

Trennung von Bezahlsender „Sky“

Der Vereinschef erwähnte auch den neuen Fernsehvertrag mit „Servus TV“. Dass man sich trotz guter Zusammenarbeit von „Sky“ getrennt habe, lag im verbreiteten Wunsch, Eishockey im frei empfangbaren Fernsehen präsentieren zu können. Dass die TV-Spiele am Sonntag künftig um 14.30 oder 16.30 Uhr beginnen sollen, hält Brück für keinesfalls nachteilig. Dass man davon in der Vergangenheit ungern Gebrauch machte, lag nach seinen Worten an den Ausgleichszahlungen an den Betreiber DSBG für die entgangene Einnahme aus den Publikumslaufzeiten.

Stichwort Eishalle: Hier gibt es noch eine Baustelle, denn der neue Vertrag mit dem künftigen Betreiber Bädergesellschaft ist noch nicht unterzeichnet. „Wir haben etliche konstruktive Gespräche geführt, aber noch sind nicht alle Rahmenbedingungen klar“, so Brück.

Kleines Plus im Jahresabschluss

Nachwuchs-Chef Bernd Schnieder berichtete den Mitgliedern von einer erfreulichen sportlichen Entwicklung in der letzten Saison und einem kleinen Plus im Jahresabschluss - trotz enormer Eiskosten in Höhe von 145 000 Euro. Er verwies zudem auf die „Agenda 2016“, zu deren zentralen Punkten der Wiederaufstieg in die DNL zählt.

Einen sehr erfreulichen Part hatte der 2. Vorsitzende Josef Jost übernommen, denn er trug die Zahlen vor. IEC und Roosters GmbH schlossen die Saison 2011/12 mit einem Gewinn ab. „Dieses gute Ergebnis war so nicht zu erwarten“, sagte Jost.

Offene Worte gab es unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“. Als Wolfgang Brück mit angeblichen Rückzugsgedanken konfrontiert wurde, vermied er einen Zeitrahmen und sagte stattdessen: „So lange ich Spaß daran habe und das Vertrauen genieße, mache ich auch weiter.“

Fragen zur neuen Mannschaft drehten sich um die noch vielen Lücken im Kader, um eine mögliche Kehrtwende im Fall des ausgemusterten Lasse Kopitz (Brück: „Aktuell hat er keinen Vertrag“) und eine mögliche deutsche Staatsbürgerschaft von Neuzugang Brandon Rodgers. Der Vorsitzende dazu: „Unsere Planungen sehen vor, dass er als Deutscher geführt wird“.

Kritik musste sich der Vorstand für die Außendarstellung des Vereins und die Öffentlichkeitsarbeit inklusive Homepage anhören. Der Klubchef stellte sich zwar vor seine Mitarbeiter, sagte aber auch. „Man kann mit den vorhandenen Ressourcen besser arbeiten.“

Entspannt klang es aus - so mit der neuen „Aufgabe“ für Geschäftsstellenleiter Bernd Schutzeigel. Künftig stehen bei jedem Spiel zwei Fernsehkameras in der Halle, weil Servus-TV Kurzberichte aller DEL-Spiele plant. Und die wollen bedient werden. Brück: „Berni macht jetzt ein zweiwöchiges Volontariat beim ZDF und wird Kameramann . . .“

Von Willy Schweer



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