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„Bimbo“ Jürgens’ Alptraum in der Schlussminute

17.06.2012 | 19:34 Uhr
„Bimbo“ Jürgens’ Alptraum in der Schlussminute
In Hünsborn erlebte die SG Hemer (hier gegen Hagen 11) einen Alptraum.

Hünsborn. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball. Das Happy-End für die SG blieb aber dieses Mal aus. Das Odenhausen-Team verlor in allerletzter Sekunde und muss nun doch in die Relegation.

Fußball-Landesliga: RW Hünsborn - SG Hemer 1:0 (0:0). Es lief bereits die 90. Minute auf dem Sportplatz am Hünsborner Löffelberg, und die SG hatte zu diesem Zeitpunkt den Nichtabstiegsplatz inne, da Kontrahent Haspe beim 6:1 in Schwerte nicht die erforderlichen 14 Tore Differenz gegenüber den Hemeranern aufholen konnte. Alle Spieler warteten gespannt auf den Freistoß von RWH-Torwart Jens Weber von der Mittellinie. Doch was dann passierte, konnte keiner glauben. Der Ball kam hoch in den Strafraum und wurde immer länger. Der sonst so sichere Rückhalt der SG, „Bimbo“ Jürgens, wurde von der Sonne geblendet, verschätzte sich, und das Leder landete hinter ihm im Netz! Die Entscheidung gegen Hemer und das Ende aller Hoffnungen auf den direkten Nichtabstieg.

Aber was war mit der Mannschaft los, die in den vergangenen Wochen eine furiose Aufholjagd mit fünf Siegen in Folge gestartet hatte? Von der ersten Minute an war nicht viel vom Selbstvertrauen zu sehen. Stattdessen sah Gaspar in der dritten Minute bereits die erste gelbe Karte wegen Monierens. Und diese Nervosität in Reihen der Hemeraner war in den ersten 45 Minuten deutlich spürbar. Hünsborn war das Team, das das Spiel diktierte. Hemer reagierte nur und war vor allem mit sich selbst und den einseitigen Entscheidungen von Schiedsrichter Schlemper beschäftigt. Es war kein Spielfluss zu erkennen. Im Gegenteil. Lange Bälle waren das einzige Mittel der Gäste. Die Gastgeber spielten geschickt, machten es der Odenhausen-Elf schwer und scheiterten nur an der schwachen Chancenverwertung. Mayer (4.) und Arns (16.) verpassten die Führung für Hünsborn. Es dauerte fast eine halbe Stunde, ehe Hemer in die Nähe des gegnerischen Tores kam, doch Demir, Ostrakovic und Tabanoglu blieben blass.

In der Pause muss Stefan Odenhausen die richtigen Worte gefunden haben, denn die SG kam mit mehr Schwung aus der Kabine, und das spürte auch der große Hemeraner Anhang, der das Team mehr anfeuerte. Nun war es eine Partie auf Augenhöhe, doch die wenigen Torchancen hatte weiter zumeist Hünsborn. Eine Schrecksekunde musste Jürgens überstehen, der sich beim Kopfball von Schneider verschätzte (58.). Die beste Möglichkeit auf der Gegenseite verpasste Tabanoglu. Dessen Ball ging nur knapp am rechten Pfosten vorbei (72.). Es folgte viel Leerlauf bis in die Endphase. Tabanoglus Schuss wurde noch abgefälscht (82.), und Demir ließ die letzte SG-Chance per Kopf aus (84.). Es sah nach einem Remis aus. Bis zum Duell der Torhüter in der Schlussminute . . .

Oliver Schäfer

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