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Interview

Auf gleichem Platz bei Bato ins EM-Finale

29.06.2012 | 19:07 Uhr
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Auf gleichem Platz bei Bato ins EM-Finale
Gaetano Manno, vergangene Saison im Erfurter Dress und jetzt wieder für Osnabrück am Ball, ist beeindruckt von der italienischen Fußball-Nationalmannschaft. Foto: Marco Kneise / Thüringer Allgemeine

Hagen. Der Hagener Fußballer Gaetano Manno ist innerhalb der 3. Liga von Rot-Weiß Erfurt zum VfL Osnabrück zurück gewechselt, für den er von 2007 bis 2009 schon einmal spielte. Nach dem EM-Aus der deutschen Elf durch das 1:2 im Halbfinale gegen Italien führte unsere Zeitung mit dem 29-jährigen Deutsch-Italiener ein Interview.

Hallo Herr Manno, wo haben Sie das EM-Duell zwischen Deutschland und Italien gesehen?

Gaetano Manno: Bei Bato, das ist ein griechisches Internetcafe in der Nähe des Hagener Hauptbahnhofs, in dem beim Fußball immer sehr gute Stimmung ist. Hier hatte ich auch schon Italiens Viertelfinalsieg gegen England verfolgt. Ich habe dann darauf geachtet, dass ich für das Spiel gegen Deutschland wieder den gleichen Platz bekomme - und das war dann ja auch von Erfolg gekrönt.

Kam Italiens Sieg für Sie überraschend?

Nicht unbedingt. Die haben auch vorher schon stark gespielt. Es ist erstaunlich, wie sich das italienische Team bei dieser EM präsentiert. Davor muss man den Hut ziehen.

Deutschland hatte allerdings auch gute Chancen. Beispielsweise als Torwart Buffon einen Schuss von Marco Reus an die Latte lenkte. . .

Dafür steht er ja auch im Tor. Gianluigi Buffon ist ein Weltklassekeeper, und nicht einer, wie ihn Griechenland beim 2:4 gegen Deutschland im Kasten hatte. Italien hätte das Halbfinale noch souveräner gewinnen können, wenn man die Konter besser ausgespielt hätte.

Hat es Sie gewundert, dass Bundestrainer Joachim Löw nach der guten Offensivleistung gegen Griechenland mit einer veränderten Angriffsformation ins Italien-Spiel ging?

Ich war schon ein bisschen überrascht. Die haben die ganze Zeit erzählt, dass sie Europameister werden wollen, und dann reagieren sie auf Italien. Wer den Titel gewinnen will, der muss nicht Pirlo decken, sondern im Halbfinale Tore machen und den Gegner besiegen. Aber die Deutschen hatten offenbar doch die schwarze Bilanz gegen Italien in Pflichtspielen im Hinterkopf und zudem Respekt vor der aktuellen italienischen Mannschaft, erst recht nach dem England-Spiel.

Wie sehen Sie die Chancen im Finale am Sonntag gegen Spanien?

Spanien ist leichter Favorit, aber Italien ist nicht chancenlos. Bei der EM 2008 haben wir erst im Elfmeterschießen gegen den späteren Europameister Spanien verloren, im ersten Gruppenspiel der jetzigen EM gab es zwischen beiden Mannschaften ein 1:1. Man muss gegen die Spanier gut stehen, wenn man dagegenhalten will. Portugal hat es im Halbfinale lange vorgemacht, wie es geht.

Rainer Hofeditz

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