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HSG Schalke 04/96

Vom Aufstieg spricht niemand

01.07.2012 | 17:47 Uhr
Vom Aufstieg spricht niemand
Vorbei an den Dortmundern Ferdi Hümmecke, André Bekston (von links) und Markus Goracy (rechts): Jens Rosenbaum traf bei der 27:29-Niederlage sechsmal für Schalke.

Horst.   Die Landesliga-Handballer der HSG 04/96 sind in die Saisonvorbereitung gestartet. 27:29 im Testspiel gegen den Verbandsligisten OSC Dortmund. Gesucht wird noch ein Rückraum-Spieler.

Der TuS Hattingen ist weg, aufgestiegen. Der SuS Oberaden, der Tabellenzweite der vergangenen Saison, ist auch weg, umgruppiert. Also werden die Landesliga-Handballer der HSG Schalke 04/96 in der Staffel 3 als Top-Favoriten auf den Verbandsliga-Aufstieg starten? Ja? Nein? Jedenfalls ist niemand da, der das so formuliert beziehungsweise formulieren möchte. „Wir wollen auf jeden Fall mit oben dabei sein“, sagt Rückraum-Spieler Jens Rosenbaum – mehr aber auch nicht. Wohl wissend, dass es einige neue und somit unbekannte Gegner und vor allem auch den Wittener Verbandsliga-Absteiger TuS Bommern gibt.

Es ist am Samstag der erste Trainingstag nach der doch recht kurzen Sommerpause. Treffpunkt ist die Sporthalle der Gesamtschule Horst, die zwar schrecklich dunkel, aber immerhin geöffnet ist. Trainer Ralf Anischewski sitzt mit seinem Linkshänder Heiko Brandes auf der Bank, sozusagen Experten unter sich. Und die Erleichterung bei den Schalkern ist riesig, dass sie wieder voll auf den ehemaligen Regionalliga-Spieler bauen können, nachdem dieser wegen seines Jobs in der vergangenen Saison nicht ein einziges Mal am Mannschaftstraining teilgenommen hat. „Er ist unser zweiter Zugang“, sagt Ralf Anischewski. Der andere ist Michael Steinkötter vom SV Westerholt, der beim 27:29 (13:16) im Testspiel gegen den OSC Dortmund, der die vergangenen Verbandsliga-Saison auf Rang zwei beendet hat, allerdings noch nicht beweisen konnte, dass er auch eine Verstärkung sein wird.

Klasse-Treffer: Daniel Linke

Zwar gelang Heiko Brandes in diesen 60 Minuten kein Feldtor, aber es war nicht zu übersehen, dass er dem Spiel seines Team unheimlich gut tun, dass er unheimlich viel Druck erzeugen kann. Und davon profitieren andere – wie etwa Linksaußen Daniel Linke, der im Prinzip ja Zugang Nummer drei ist, weil er nach der Schulter-Operation erst in der Rückrunde und dann auch nur sporadisch gespielt hat. Und er hat Wurfbilder, vor denen sich nicht nur Landesliga-Keeper vor Schrecken schütteln.

Aber kann die HSG 04/96 denn nun in die Verbandsliga aufsteigen? „Da müsste alles optimal laufen“, sagt Heiko Brandes. „Die Landesliga wird ja auch nicht schlechter.“ Allerdings haben die Schalker einen Fortschritt gemacht. „In der vergangenen Saison hatten wir Pech, aber die Mannschaft war vielleicht auch noch nicht reif genug“, sagt zum Beispiel Philipp Krabusch. „Die Rückraum-Konstellation war neu, und Heiko Brandes hat uns gefehlt.“ Dass sie sich inzwischen bestens kennen, „könnte ein großer Vorteil sein“, sagt Trainer Ralf Anischewski, der kein Geheimnis daraus macht, dass er noch nach einer Alternative gerade für den rechten Rückraum sucht. „Das wird sich aber vor August nicht entscheiden“, sagt der 53-Jährige. Längst entschieden hat sich, dass Andreas Buchholz und Thomas Hitzemann vom Oberligisten SG Schalksmühle-Halver zum TuS Bommern zurückkehren und auch die Ungarn Balazs Imre und Tibor Sipos in Witten bleiben werden. „Das sind“, sagt Ralf Ani­schewski, „alles Top-Leute.“

Nach der Partie gegen den OSC Dortmund prägen zwei Wörter den HSG-Vorbereitungsplan: Ausdauer und Athletik. „Die Jungs haben sich heute so gefreut“, sagte der Coach, „aber jetzt werden sie viereinhalb Wochen keinen Ball mehr sehen.“ Ob die Hochzeit Heiko Brandes’ am kommenden Samstag vorerst die einzige Abwechslung bleiben wird?

Neun Torschützen

Die 27 Treffer für die HSG 04/96 gegen den OSC Dortmund erzielten Matthias Bober (1), Jens Rosenbaum (6), Stephan Winkler (1), Nils Beyer (1), Heiko Brandes (1/1), Sam Singh Toor (3), Deniz Becker (4), Philipp Krabusch (6) und Daniel Linke (4).

Andree Hagel



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