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Kanu: Olympiaqualifikation

Weltklasse muss nachsitzen

20.05.2012 | 21:06 Uhr
Weltklasse muss nachsitzen
Jonas Ems (l.) und Ronald Rauhe im Ziel. Foto: Ute Freise.

„Was ist die Weltspitze im Olympiajahr zusammen gerückt“ war am Malta-See bei nahezu allen Weltcup-Rennen zu hören. Weltklasse-Leistungen reichten da nicht immer aus, um einen Treppchenplatz zu erreichen oder sich die Olympiateilnahme zu sichern. Dies war auch eine Erkenntnis, die auf einen Teil der deutschen Kanu-Flotte und auch die Essener Vertreter im Nationaltrikot zutraf. Denn „Nachsitzen in der Olympia-Qualifikation“ müssen wie KGE-Trainer Robert Berger es formulierte noch einmal Max Hoff, Jonas Ems und Tomasz Wylenzek. Für sie geht es nun in einer Woche beim Weltcup in Duisburg in die nächste Runde.

„Was ist die Weltspitze im Olympiajahr zusammen gerückt“ war am Malta-See bei nahezu allen Weltcup-Rennen zu hören. Weltklasse-Leistungen reichten da nicht immer aus, um einen Treppchenplatz zu erreichen oder sich die Olympiateilnahme zu sichern. Dies war auch eine Erkenntnis, die auf einen Teil der deutschen Kanu-Flotte und auch die Essener Vertreter im Nationaltrikot zutraf. Denn „Nachsitzen in der Olympia-Qualifikation“ müssen wie KGE-Trainer Robert Berger es formulierte noch einmal Max Hoff, Jonas Ems und Tomasz Wylenzek. Für sie geht es nun in einer Woche beim Weltcup in Duisburg in die nächste Runde.

44 Hundertstel oder 16 Zentimeter

Und dies, obwohl sie auf dem Malta-See absolute Weltklasse-Leistungen zeigten. Wie Tomasz Wylenzek im 1000m-Zweiercanadier mit Stefan Holtz (Leipzig), die sogar eine Silbermedaille gewannen; nur die Winzigkeit von 44/100 Sekunden (umgerechnet 16 Zentimeter!) hinter dem Siegerboot. Eigentlich eine Platzierung, mit der sie ganz klar das Qualifikationskriterium des Deutschen Kanu-Verbandes erfüllt hätten. Doch vor ihnen lag die verbandsinterne Konkurrenz mit Kurt Kuschela/Peter Kretschmer (Potsdam), die bei den nationalen Sichtungsrennen noch klar das Nachsehen hatte. Mit einem furiosen Endspurt hatten sich die Potsdamer an die führenden Vorjahres-Weltmeister heran gefahren. Und nach packendem Fight auf den letzten Metern im Ziel auch vorbei geschoben.

„Wir waren fit und es war ein richtig gutes Rennen. Doch wir hatten am Ende etwas Schwierigkeiten mit dem Steuern bei dem für uns vielleicht ungünstigeren Seitenwind. Das ist natürlich schade mit dem Rennausgang, denn es hätte schon klar sein können. Nun müssen wir die Spannung bis Duisburg halten und es dort durchbringen“, kommentierte Tomasz Wylenzek später. Denn als Quereinsteiger bedeutete der Sieg auch für Kuschela/Kretschmer nicht die Olympiateilnahme, nur die Option, in Duisburg noch einmal antreten zu können.

Zielfoto-Entscheid

Voll in der Weltspitze fuhren im Finale auch Jonas Ems und Ronald Rauhe (Potsdam) im 200m-Zweier mit. Allein der Sieg der Weltmeister aus Frankreich war hier im Ziel zu erkennen; dahinter lagen gleich vier Boote auf einer Höhe. Direkt im Ziel galt der Blick von Rauhe/Ems der Konkurrenz; sie sahen sich auf einem Medaillenrang und wurden auch vom Sprecher so durchgegeben. Doch der Erleichterung über die geglaubte Olympiaqualifikation folgte die Auswertung des Zielfotos. Sie waren als fünfte um 76/1000 Sekunden (!) an einer Medaille und der direkten Olympia-Qualifikation vorbei gefahren. Lob gab es für das Duo aber dennoch von Chef-Bundestrainer Reiner Kießler: „Ronny Rauhe und Jonas Ems sind absolut in der Weltspitze angekommen. Ihre Wettkampfeinstiegsleistung in die Saison und der Abstand zum Sieger sind deutlich besser als im Vorjahr. Die beiden bilden eine Einheit und das war hier eine ganz starke Vorstellung“.

„Die beiden Rennen sind wohl noch ausbaufähig“, kommentierte Max Hoff sein Abschneiden im 1000m-Viererkajak mit einer Silbermedaille und im 1000m-Einer mit Rang fünf. „Besonders im Einer gibt es noch was zu tun, das war heute zu kraftlos und ich habe auf der Stecke nicht richtig in den Schlag gefunden. Aber es gibt auch keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, ich bin ja vorne mit dabei“, beschrieb Max Hoff sein Einerfinale. Im Vierer hatte die deutsche Crew die gesamte Strecke geführt, musste sich aber im Ziel den Tschechen knapp geschlagen geben. Ein Boot, dass laut Hoff „beim ersten gemeinsamen Rennen in Neubesetzung noch technische Probleme, aber auf jeden Fall großes Potential hat“. Laut Verbandskriterien konnte sich dieses Flaggschiff noch nicht bei diesem Weltcup, sondern erst in Duisburg qualifizieren.

Einer und Vierer

„Für Max war es nicht einfach, in der kurzen Vorbereitung das Vierer- und Einertraining zu vereinbaren. Die Findung der Viererbesetzung durch diverse Messbootfahrten stand dabei im Vordergrund. Das war für den Einer nicht förderlich, da kann das Feeling schon verloren gehen. Aber es gibt aufgrund der Teilnehmerbeschränkungen bei den Olympischen Spielen nun mal die Notwendigkeit, dass eine Person aus dem Vierer auch den Einer fahren muss“, so Robert Berger.

Ute Freise



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