Zahlreiche Impulse von der Bank
24.01.2011 | 16:22 Uhr 2011-01-24T16:22:00+0100
Schwelm.Es war ein denkwürdiges Spiel am Sonntagabend in der Halle West. Nicht nur Baskets-Trainer Raphael Wilder sprach hinterher vom besten Spiel gegen Wulfen, das er gesehen habe. Auch Philipp Kappenstein, sein Pendant auf der gegnerischen Bank, stellte fest: „Schwelm hat heute auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Aber wir sind dieses Niveau mitgegangen. Wir spielen auf einer Stufe mit den besten vier Teams der Liga. Heute hat nur eine Winzigkeit gefehlt, und wir hätten zum ersten Mal in Schwelm gewonnen.“
Besonders freute sich Wilder über die Spieler, die nicht zur Anfangsformation zählten: „Wir haben heute eine Menge Impulse von der Bank erhalten, ich konnte richtig gut durchwechseln.“ So kamen Yannick Opitz, Max Kramer, Fabian Gentgen und Max Dohmen auf Einsatzzeiten um die 15 Minuten. Tom Doll und „Yogi“ Malbeck standen runde zehn Minuten auf dem Feld.
Eine Szene allerdings erhitzte vor allem die Gemüter der Gäste: der Steal, den Jason Holmes drei Sekunden vor dem Ende zum entscheidenden Korb zum 89:85 nutzte. Julius Dücker hatte seinen Bonuswurf nach einer doppelten Auszeit - erst Wulfen, dann Schwelm hatten sie genommen - vergeben, Joey Henley sich den Rebound geschnappt und Steve Briggs auf die Reise geschickt. Ein Dreier hätte den 28. und wohl letzten Führungswechsel in dieser dramatischen Partie bedeutet. Auf Höhe der Mittellinie aber eroberte Holmes den Ball gegen Steve Briggs. „Das war ein klares Foul, er trifft doch meinen Arm ...“, klagte Briggs, der in der kompletten zweiten Halbzeit ohne Korberfolg geblieben war. Doch Schiedsrichter Christian Klaverfeld sah das komplett anders. Er sprach nicht einmal von einer schwierigen Entscheidung, sondern stellte für sich fest: „Einen klareren Steal gibt es nicht.“
Wütende Proteste
gingen im Jubel unter
Die wütenden Wulfener Proteste gingen im Schwelmer Jubel unter. Der Trost, ein denkwürdiges Match in der Sporthalle West abgeliefert zu haben, verpuffte im Ärger über diese und andere Geschehnisse, für die auch Philipp Kappenstein keine Erklärung fand: „Beide Mannschaften haben mit hoher Intensität verteidigt. Schwelm bekommt 28 Freiwürfe, wir 13. Das muss mir jemand erklären.“ Liga-Topscorer Joey Henley darf insgesamt nur zweimal an die Freiwurflinie, wird im gesamten Spiel nur zweimal gefoult. „Das hatte ich in meiner ganzen Laufbahn noch nicht“, sagte der BSV-Center, Topscorer der gesamten ProB. Die Unparteiischen zeigten sich allerdings auch bei einer Reihe von Aktionen Henleys großzügig, bei denen sie durchaus auf Offensivfoul hätten erkennen können.
In dem Klasse-Basketballspiel war das Reboundverhältnis (38:36 für Schwelm) fast ausgeglichen. Inklusive Freiwürfe durften die Gastgeber allerdings 98-mal auf den Wulfener Korb werfen, der BSV kam inklusive Freiwürfe auf 78 Schüsse. Das war vielleicht der entscheidende Unterschied und siegbringend fr die Baskets. So gesehen waren die Schwelmer keinesfalls ein unverdienter Gewinner, sondern haben sich den Erfolg hart „erarbeitet“. Dennoch sangen gut 100 Wulfener Schlachtenbummler nach Spielende: „Wir sind stolz auf unser Team.“
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