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Dankes-Marathon voller Emotionen

16.03.2008 | 23:25 Uhr

Es war ein emotionsgeladener Abend in der Halle West, der schönste seit Jahren. Auch der GV Waltrop sah sich anschließend die langen gegenseitigen Danksagungen staunend an. Wären die Baskets aufgestiegen, die Feier hätte größer nicht sein können.

Im Spiel zuvor hatte Waltrop ebenfalls die Rolle des staunenden Zuschauers eingenommen. Dies bezeugt das Ergebnis von 96:54. Was allerdings niemanden so recht interessierte. Der Gegner war nur Staffage und verhielt sich entsprechend. Es ging einzig und allein um die Baskets und ums Feiern. Selbst der sonst wirklich stets hochkonzentrierte Raphael Wilder gab nach dem Ende der Begegnung zu: "Ich habe auch nicht viel davon mitgekriegt."

Schon vor der Partie gab es die ersten warmen Worte, für die "Thekenelfen", die nach sieben Jahren in den "Vorruhestand" gehen. Klaus Strubel versprach ihnen lebenslang freien Eintritt bei den Spielen. Mit "You'll never walk alone" und einer blau-gelben Lichterwand waren zuvor die Spieler von den Rängen begrüßt worde, die Trommler zog's zum Einlauf mal wieder ins Halleninnere.

Wurde die erste Halbzeit noch halbwegs aufmerksam verfolgt, so ging die zweite unter in einem einzigen Singen, Klatschen und Feiern. Immer wieder erklang das "Schwelmer Lied", merkten die Fans sogar, dass sie zu früh aufgestanden waren und skandierten ausnahmsweise einmal "Hinsetzen, hinsetzen". Schließlich war noch Kraft nötig fürs große Finale. Die hatte Geschäftsführer Micha Buchwald da wohl kaum noch. In der letzten Viertelpause hatte er nahezu jedem Einzelnen in der Halle für dessen Unterstützung gedankt.

Als die Partie dann - endlich - beendet war, ging die Dankerei erst richtig los. Zunächst einmal hieß es aber "Hinsetzen" für die Mannschaft. Mittendrin "Raffi" Wilder, der dies eigentlich nur für den Fall des Aufstiegs versprochen hatte. Aber die Stimmung war halt so. Blumen gab's für alle Spieler und Sprechchöre für jeden Einzelnen von ihnen. Frank Herzbruch sprach von "unvergessenen Abenden" in dieser Saison, hatte beim Dank für den Trainer hörbar einen Kloß im Hals.

Klaus Strubel führte die Danksagungen fort, dann wurde noch Achim Beiersmann geehrt. Schließlich der Trainer. Einen "Super-Charakter" bescheinigte er den Team, hob Whitney Harris nach siebenjähriger Zusammmenarbeit hervor. Da war wieder ein Kloß spürbar. Co-Trainer Andreas Schweer und die "Physio- und Psychotherapeutin" Rachel Niehaus folgten in Wilders Rangfolge. Dem Vorstand überreichte er "den Pokal-Teller als Trost", eine DVD mit allen Spielen und einen Ball mit allen Unterschriften. Selbst die Presse wurde vom Trainer gelobt und dann natürlich das "fantastische Publikum", die "besten Fans der Liga".

Die bewiesen das dann mit der Übergabe des riesigen Fan-Pokals als Dankeschön "für eine geile Saison". Nachdem der Dankes-Marathon abgeschlossen war, ging's ans Freibier. Und als das geleert war, zogen Team wie Fans noch los, feierten bis in den frühen Morgen.

Gestern schließlich wurde es noch einmal besinnlicher: Trainer und Spieler beendeten intern eine emotionsgeladene Spielzeit bei einem gemeinsamen Essen mit den Partnerinnen. Die Augenlider waren bei vielen schwer, aber dahinter war immer noch ein Strahlen zu erkennen. (WR-Bilder: Michael Scheuermann 8/Frank Gemmeker 2)

Von Frank Winter



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