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Fortuna-Spieler Ken Ilsø glaubt an das „ganz große Ding“

03.08.2012 | 17:20 Uhr
Fortuna-Spieler Ken Ilsø glaubt an das „ganz große Ding“
Längst in Düsseldorf angekommen: Ken Ilsø vor den Gehry-Bauten im Hafen. Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorfs dänischer Mittelfeldspieler Ken Ilsø blickt der Bundesliga voller Vorfreude entgegen und freut sich auf das „ganz große Ding“. Er rät allen Teamkollegen, die Saison im Oberhaus „richtig zu genießen“ und glaubt, dass Fortuna in der Rolle des Außenseiters Spaß haben kann.

Ken Ilsø hat schon mal erstklassig gespielt. In der dänischen Superligean mit zwölf Teams. Beim FC Midtjylland, der in der 46.000-Einwohner-Stadt Herning kickt. Vor regelmäßig 7000 Zuschauern. Dass man die höchste dänische Fußball-Liga trotz der Champions-League-Starter FC Kopenhagen und Bröndby IF nicht mit der Bundesliga auf eine Stufe stellen sollte, liest man Fortunas Offensivkicker schlicht an den Augen ab.

Der kommunikative Blondschopf bräuchte beim Eingangsthema eigentlich keine Worte. Die sichtbar aufblitzenden Pupillen sagen genug: Vorfreude, Enthusiasmus, ein bisschen Stolz. Ilsø fasst seine Gedanken zu Bayern München, Borussia Dortmund oder Schalke 04, zu einer der stärksten Ligen des Planeten, so zusammen: „Das wird ein ganz großes Ding, in das wir da reinlaufen."

Ilsø sieht sich gut für das Bundesliga-Geschäft gerüstet

Bevor an dieser Stelle Missverständnisse auftreten: Der auf dem Rasen technisch versierte, medial erfreulich umgängliche Fortune legt in seiner skandinavisch-sonnigen Mundart keinerlei negative Gedanken in die Aussage. Im Gegenteil: „Die Bundesliga habe ich intensiv studiert. Ich sehe viele Einsatzmöglichkeiten für mich, um meine Stärken auszuspielen. Die Liga wird zu mir passen.“

Fortuna
Fortuna siegt im Test gegen De Graafschap souverän mit 4:0

Ohne Mühe hat Bundesligist Fortuna Düsseldorf sein Testspiel gegen den niederländischen Erstliga-Absteiger De Graafschap mit 4:0 (3:0) für sich entschieden. Schon früh war ein klarer Klassenunterschied zu erkennen.

Ilsø steht mit seiner Meinung nicht allein da. Natürlich hat der Däne im Laufe seiner nunmehr 18 Monate am Rhein den anfänglich offenkundigen Mangel im Zweikampfverhalten etwas ausgebessert. Doch Ilsøs Pluspunkte liegen nunmal in seiner Technik, in schnellen Zuspielen, in seinen Freistößen, in der Torvorbereitung.

Maßgeblich war der Däne am Aufstiegserfolg in den Qualifikationsspielen gegen Hertha BSC Berlin beteiligt. Im Olympiastadion sauste seine Freistoß-Sichel auf den Schopf des Berliner Kolumbianers Adrian Ramos: 2:1-Sieg für Fortuna per Eigentor! Beim chaotischen 2:2 im Rückspiel legte Ilsø der HSV-Leihgabe Maximilian Beister nach nur einer Spielminute mit einem Gassenpass das Führungstor auf. In Fürth zwei Wochen zuvor hatte der Däne mit einem herrlichen Freistoßtreffer jenes 1:1 gerettet, das letztlich der Fortuna den dritten Tabellenplatz gesichert hat.

Ilsø ist im Offensivbereich der Fortuna flexibel einsetzbar

Nach einer mauen Zweitliga-Hinrunde, die auch noch mit einem Bänderriss im Fußgelenk schmerzhaft geendet hatte, spielte sich Ilsø nach der Winterpause mit zwölf Starts und vier Einwechslungen in 19 Pflichtspielen in den Vordergrund. So soll es auch in der Bundesliga werden. Trotz großer Konkurrenz. Gerade in der Offensive.

Seine „Schokoladenposition“ ist jene im offensiven Mittelfeld hinter der Spitze. Ganz vorn ginge auch. Dazu hat Cheftrainer Norbert Meier den Dänen in Testspielen schon mal als defensiven Mittelfeld-Abräumer gebracht. Wird sich zeigen, ob Ilsø hier eine Alternative zum Stammtrio mit Adam Bodzek, Andreas Lambertz und Oliver Fink darstellen kann.

Fortuna-Spieler sollen die Liga-Begegnungen als Außenseiter genießen

Dass die Fortunen naturgemäß zu den Abstiegskandidaten gezählt werden, macht dem Dänen so wenig aus wie Trainingselfmeter kunstvoll per Hacke zu versenken: „Ich liebe die Rolle des Außenseiters! Die anderen müssen uns schlagen, nicht umgekehrt. Das sorgt beim Gegner für Druck und gibt uns Möglichkeiten.“

Einen vortrefflichen Rat gibt Ilsø den jüngeren Spielern im Kader mit auf den Weg. Aber auch allen anderen, die mit Fortuna sympathisieren: „Klar müssen wir hart arbeiten, um die große Aufgabe Bundesliga zu bewältigen. Wenn die Spiele aber kommen, sollte man loslassen und genießen können. Es geht schließlich ,nur’ um Fußball.“

Wenn eine Prise Leichtigkeit zum Erfolgsrezept dazugehört, dann hätte der 25-jährige Kopenhagener seinen Stammplatz im Fortuna-Kader schon sicher.

Michael Ryberg



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