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Sieg gegen Leipzig der letzte Strohhalm

09.03.2010 | 19:56 Uhr
Sieg gegen Leipzig der letzte Strohhalm

Im Fußball, hat der englische Torjäger Gary Lineker mal gesagt, laufen 22 Mann hinter dem Ball her, und am Ende hat Deutschland gewonnen. Ähnliche Qualitäten sagt man dem FC Bayern nach, der seit seinem Aufstieg 1965 21 Mal deutscher Meister wurde.

Diese Rolle hat in der Frauenhandball-Bundesliga eindeutig der HC Leipzig übernommen, der sich selbst auch gern mit dem Abonnementsmeister aus München vergleicht.

Die norwegische Rechtsaußen des HC Leipzig, Mette Ommundsen, ist eine überragende Konterspielerin und traf in dieser Saison schon 98 Mal. Der BVB sollte ihr keine Chance eröffnen, Gegenstöße zu laufen (Szene aus dem Hinspiel).

Mit Fug und Recht, denn der HCL ist der mit großem Abstand professionellste Klub der Liga. Ausgerechnet gegen diese Ausnahmemannschaft müssen die Borussinnen heute Abend (Anwurf 19.30 Uhr, Halle Wellinghofen) ihre letzte Chance im Kampf um den Klassenverbleib nutzen. Denn nur durch einen Sieg können sie die Hoffnung auf ein Happyend nähren.

„Es wird verdammt schwer zu punkten, es ist fast aussichtslos”, sagt Trainer Gustl Wilke, „denn wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Leipzig eine Klasse besser ist als Frankfurt.”

Schwer ja, aber nicht aussichtslos. Auch in der vergangenen Saison gewann der BVB einmal gegen das Team aus Sachsen – und das in der „Höhle der Löwinnen”. Mit dem 23:18-Erfolg in Leipzig (18. März 2009) haute er noch ein mal kräftig auf die Pauke und sorgte für Hoffnung im Abstiegskampf. Er hatte die Leipzigerinnen, die ganz auf den Europacup fixiert waren, auf dem falschen Fuß erwischt. Es waren die Punkte sieben und acht. Sollte eine Wiederholung gelingen, wäre die Borussia einen Schritt weiter als vor einem Jahr, denn sie hätte dann bereits zehn Punkte auf dem Konto. Zum Vergleich: Leipzig hat 35:3...

Wilke: „In dieser Saison hat es die Mannschaft bislang noch nicht geschafft, zweimal hintereinander über sich hinauszuwachsen. Dann, wenn ihr das endlich gelingt - und nur dann - besitzt sie eine kleine Chance. Natürlich sind wir im Laufe der Saison stärker geworden, aber es bleibt der Kampf zwischen David und Goliath.” In der Bibel gewann übrigens David...

Im Hinspiel besaß der BVB nicht den Hauch einer Chance (22:34), auch weil der HCL in der Spitze und Breite besser aufgestellt war. Trainer Heine Jensen damals zu seinem Kollegen Wilke: „Von den sieben Spielerinnen, die bei dir durchspielen müssen, habe ich 16.”

Sagt eigentlich alles. Von diesen Möglichkeiten kann Borussias Handballabteilung nur träumen.

Christian Menn

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