Punkteteilung im packenden Derby
18.12.2009 | 22:35 Uhr 2009-12-18T22:35:00+0100Die Frage nach der Nummer eins im Dortmunder Männerhandball bleibt unbeantwortet. Im ersten Verbandsligaderby der Saison, das gleichzeitig das Treffen der beiden ranghöchsten Handballteams der Stadt war, endete 29:29 (14:11).
Ganz abgesehen davon, dass am Ende beide Trainer mit dem Punkt unzufrieden waren, gab es zumindest einen ganz klaren Gewinner: das Publikum. Zwar hatten bei eisigem Winterwetter nur knapp 400 Zuschauer den Weg in den Halle Wellinghofen gefunden, aber die mussten ihr Kommen nicht bereuen. Das Niveau auf dem Feld war sicherlich nicht höher als Verbandsligamittelmaß, dafür entschädigten aber 60 spannenden – am Ende sogar dramatische – Minuten. Erst ein Siebenmeterduell zwischen Jürgen Lepine und HC-Süd-Torhüter Michael Trippe brachte den am Ende etwas glücklichen Ausgleich für den OSC.
Im Laufe der Partie hatten sich beide Mannschaften abwechselnd ihre spielerischen Auszeiten genommen. Beim OSC war das in der ersten Hälfte, als die Mannschaft nach 4:1-Führung den Faden verlor und mit 8:12 (25.) ins Hintertreffen geriet. Ein Zwischenstand, den sich die Gastgeber mit guter Spielanlage durchaus verdient hatten. Aber eine Auszeit in der 25. Minute, die Trainer Martin Denso wohl eher als kleine Erholungspause geplant hatte, unterbrach den Süd-Lauf. Die Hausherren konnten von Glück reden, dass der OSC seine Konterchancen bis zur Pause nur unzureichend nutze.
In der zweiten Spielhälfte behauptete der HC Süd – trotz wechselnden Defensivvarianten der Gäste – seine Führung. Aber ab der 40. Minute wurde das Ungleichgweicht auf den Bänken deutlich: Während OSC-Trainer Carsten Lueg sich seiner komplett doppelten Besetzung bedienen konnte, wurde beim HC Süd bemerkbar, dass nach dem kurzfristigen Ausfall von Dirk Cipa nur noch drei Spieler auf der Bank saßen. „In dieser Phase hätten wir den Sack zu machen müssen”, kommentierte Carsten Lueg die schnelle Aufholjagd seiner Mannschaft, die vom 19:19 auf 23:20 (48.) wegzog. Zu diesem Zeitpunkt hätte wohl kaum jemand in der Halle noch einen Cent auf die Gastgeber gewettet – aber der HC Süd kam zurück. Weil sich jetzt wieder der OSC seine spielerische Auszeit gönnte. 25:24 lautet plötzlich der Spielstand für den HC Süd und – oh Wunder – auf der mit stoischen Handball-Westfalen besetzten Tribüne wurden sogar Anfeuerungschöre laut. 29:27 für den HC Süd stand es eine Minute vor Schluss durch Deckers Siebenmeter – doch der Vorsprung reichte den Südlichen nicht. Was auch an der großen Routine eines Oliver Bratzke lag in. In der Halle, in der er das Handballspielen erlernt hatte, zeigte er nicht nur Klasse, sondern auch Emotionen und hatte großen Anteil daran, dass das erste Derby um die Stadtkrone keinen Sieger fand.
HC Süd: Trippe, Waschescio; Pixberg (4), Hausl (7/2), Decker (4), Höhmann (1), Bublies (5), Fuck (5), Hennemann (3), Becker, Paukstadt.
OSC: Stumpf, Lueg; Krug (1), Edeling (1), Bratzke (5), Lepine (3/1), Schröter (2), Tomlik (1), Schürmann (2), Köhne (6), Bekston (2), Austermann (4), Strauß (2), Wittland.
13:32
NUR DER OSC.......:
Gruss an alle Dortmunder Handballer aus dem Hohen Norden.....