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HC Süd verschenkt Chancen und Punkte

07.02.2010 | 20:15 Uhr
HC Süd verschenkt Chancen und Punkte

Tihomir Knez, Spielertrainer des TV Schwitten hatte offenbar Mitleid mit dem HC Süd oder in erster Linie mit dessen Trainer Martin Denso, der ihn im vergangenen Jahr noch beim Aufstieg in die Verbandsliga unterstützt hatte.

„Unfassbar”, sagte er, als er nach dem Spiel dem niedergeschlagenen Süd-Coach Trost spenden wollte. 25:29 (11:13) hatten die Dortmunder gegen das abgeschlagene Liga-Schlusslicht Westfalie Herne verloren.

Wurde in der Regel von der Herner Abwehr gut abgeschirmt, zeigte aber auch in manchen Szenen Probleme, den Ball unter Kontrolle zu bekommen: Kreisläufer Tim Decker. Foto: Bodo Goeke

Das „Unfassbar”, mit dem Knez zu trösten versuchte, bezog sich auf die Schiedsrichterleistung. In der Tat hatte zumindest einer der beiden Herren in Schwarz Entscheidungen getroffen – zu oft gegen den HC Süd – die kaum jemand nachvollziehen konnte.

Bei aller Wut darüber: Martin Denso wusste nur zu genau, dass es daran allein nicht gelegen hatte. Ebenso wie ihm klar war, dass diese Herner Westfalia dem Abstieg vermutlich nicht entgehen wird. Trotz des Sieges in Dortmund, trotz Zoltan Tomic. Der Kroate, der die Herner noch vor dem Abstieg retten soll, zog die Fäden, war sicher der beste Handballer, wirkte mit seinen 43 auch topfit, aber er war nicht der Vater des Herner Siegs. Den hatten ganz allein die Gastgeber zu verantworten.

Denso beklagte vielmehr die Vielzahl vergebener Chancen: 9:7 hatten die Hausherren in der 20. Minute geführt, waren die klar bessere Mannschaft und hatten aus der 6:0-Deckung den richtigen Weg gefunden, um Tomic und den Herner Hauptschützen Kai Westphal abzumelden. Aber dann kamen die vergebenen Chancen: Pech bei Dirk Cipa, der zweimal in Folge den Pfosten traf, leichtfertig vergebene Chancen folgten, und Herne lag 11:9 vorn.

Die Hoffnung, nach dem Seitenwechsel würde der HC Süd wieder zu seinem Rhythmus finden, fand im schnellen 13:13 Nahrung, aber dann herrschte Funkstille im Süd-Angriff. Drei Tore in 15 Minuten waren die Bilanz von Fehlversuchen im Minutentakt; beim Stand von 17:26 (52.) war sogar der direkte Vergleich (Hinspiel 35:30) in Gefahr. Immerhin den konnten sie am Ende noch retten – durch ein Torwart-Tor: Marc Menge, der gerade eingewechselte Keeper der zweiten Mannschaft, hatte seinen starken Gegenüber, den Ex-Schürener Jochen Müller mit einem 35-Meter-Wurf überrascht.

HC Süd: Waschescio, Menge (1); Paukstadt, Hausl (3/2), Fuck (2), Pixberg (4), Hobrock (1), Decker (1), Hennemann (4), Cipa (9), Becker, Lohse.

Auch der OSC blieb erneut ohne Punkte, verlor beim HSV Werdohl/Versetal mit 30:35 (16:18), hinterließ dabei aber keinen schlechten Eindruck. „Werdohl hat stark gespielt”, sagte OSC-Trainer Carsten Lueg (Bild oben), „aber eigentlich haben wir uns selbst geschlagen.” Zwei Gefahrenquellen im Angriff der Gastgeber waren vorab klar und sollten bekämpft werden: Der Gegenstoß über rechts und die Schussgewaltigen Rückraumspieler. Genau so fielen die Werdohler Tore, besonders zwischen der 7. (5:4) und 20. (15:8) Minute.

Bis zur Pause war der OSC mit umgestellter Deckung wieder fast dran, aber bei den zwei Toren blieb es. In der 52. Minute führte Werdohl 28:26, in der Schlussphase fehlte dann die letzte Energie.

OSC: Pleic, Stumpf; Krug (2), Edeling, Lepine (1), Schröter (9), Tomlik (2), Schürmann (1), Köhne (5/2), Bekston (1), Austermann (7), Strauß (2), Wittland.

Volker Surkamp

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