Bravouröser Kampf nicht belohnt
10.03.2010 | 22:31 Uhr 2010-03-10T22:31:00+0100
Der BVB heimste die Komplimente ein, die Leipzigerinnen die Punkte. Beim 27:30 (13:13) boten die Borussinnen Gegenwehr bis zur letzten Sekunde, kämpften bis zum Umfallen, doch blieben sie dafür unbelohnt.
Die bittere Erkenntnis: wäre ihnen solch eine Leistung früher in dieser Saison gelungen, würden sie nicht dort stehen, wo sie jetzt in der Tabelle angesiedelt sind: auf dem letzten Platz. Jetzt müssen sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Jahr darauf warten, dass eine solche Klassemannschaft wie der HC Leipzig wieder mal in Wellinghofen vorbei kommt.
Bis zur 18. Minute sah es so aus, als würde der deutsche Meister und Champions-League-Viertelfinalist die Punkte im Schongang mitnehmen. 11:4 und 12:5 führte der HCL, viel zu leicht erzielten die Sächsinnen ihre Tore, vor allem durch einen perfekt vorgetragenen Gegenstoß durch Mette Ommundsen (11/4). Doch nach einer Auszeit entdeckten die Borussinnen wieder ihr Kämpferherz, das ihnen schon bei einem Sieben-Tore-Rückstand gegen Leverkusen einen Punkt beschert hatte. Diesmal waren es sogar acht Tore in Serie, die ihnen eine 13:12-Führung brachte. Die Halle stand Kopf. Den größten Anteil an dieser gelungenen Aufholjagd hatte wieder einmal die alles überragende Dagmara Kowalska, die mit 13/2 Toren einen neuen BVB-Rekord aufstellte.
Dabei waren die Gastgeberinnen mit einem großen Handicap ins Spiel gegangen. Kurzfristig fiel Zuzana Porvaznikova aus, die sich zuletzt ebenfalls in phantastischer Form präsentiert hatte. Die Lücke, die sie im Rückraum hinterließ, konnte niemand schließen. „Wir mussten Zuzana herausnehmen, ein Einsatz wegen ihrer Wadenverletzung wäre unverantwortlich gewesen”, erklärte Trainer Gustl Wilke, der noch anmerkte, „dass, wenn es nach ihr gegangen wäre, sie trotzdem aufgelaufen wäre.”
Der Kräfteverschleiß der atemberaubenden Aufholjagd machte sich nach der Pause bemerkbar. Zwar ließen die Borussinnen den Kontakt zu Leipzig nicht abreißen, doch der Meister, der auf Linkshänderin Susann Müller verzichten musste, führte beständig mit mindestens zwei Toren und hatte in manchen Situationen Glück, dass die beiden Unparteiischen in Schlüsselszenen im Zweifel zu Gunsten der Gäste entschieden, was Gustl Wilke sichtlich erregte.
„Wir haben ein großes Spiel geliefert, sind aber leider nicht dafür belohnt worden”, lautete das Fazit des Trainers.
BVB: Roelofs, Roch, Trodler; Kowalska (13/2, Köhler, Koopmann, Tomlik, Pauslus (2), Schäfer (1), Kramer (2), Busch (1), Cocx (5), Kunze (2), Scholl (1).
INFO:
Heftige Kritik übte Gustl Wilke an der Leistung der beiden Schiedsrichter Brandt/Veit. „Solch eine tiefe Verneigung vor dem deutschen Meister habe ich selten gesehen”, so Wilke, „ich dachte zuerst, die Leipziger hätten sie direkt aus dem Bus mitgebracht.”
Retten kann sich der BVB jetzt nur noch durch zwei Siege. Gleichzeitig muss Trier alle drei Spiele verlieren.
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