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Routinier Kosenkow will es beim Heimspiel nochmal wissen

11.06.2012 | 17:47 Uhr
Routinier Kosenkow will es beim Heimspiel nochmal wissen
Kosenkow Alexander/TV Wattenscheid 01

Zehn bis 12 Medaillen sind das Ziel des TV Wattenscheid 01 bei der Heim-DM am Wochenende im Lohrheidestadion. Auch Sprint-Routinier Alexander Kosenkow will es nochmal wissen.

Das zeichnet einen Routinier aus. Alexander Kosenkow, seit 15 Jahren eine feste Größe im deutschen, im Wattenscheider Sprint, schafft es im schwül-heißen Atrium des TV-01-Hauptsponsors Stadtwerke Bochum spielend, für Erfrischung zu sorgen, sozusagen. „Mit mir ist bei einer Meisterschaft immer zu rechnen“, sagt der Dauerbrenner mit einem selbstverständlich, keinesfalls arrogant daher kommenden Grinsen. „Die DM ist wie ein Schachspiel. Man muss wissen, wie man die Leute schlagen kann. Und ich weiß es.“

Der Applaus der rund 20 Teamkollegen vom TV Wattenscheid, der Medien- und Vereins-Vertreter bei der „großen“ Pressekonferenz des Klubs fünf Tage vor der Heim-DM im Lohrheidestadion (16./17. Juni) ist Kosenkow gewiss.

Sprüche zu klopfen, auf eine gewinnbringende, sympathische Art, gehört zum Geschäft - und kommt umso besser an, wenn man es sich leisten kann. Kosenkow, mit 35 der „Sprint-Opa“ im gesamten deutschen Spitzenfeld, kann es ich leisten: Viermal gewann er den DM-Titel über 100 und 200m, an zwei Olympischen Spielen nahm er teil (2004 und 2008), unter anderem. Mit der DLV-Staffel auch in London dabei zu sein, „das ist mein Ziel“, sagt Kosenkow.

Disziplin, Fleiß, Gesundheit - und Ehrgeiz: Der im heutigen Kirgistan geborene Wattenscheider, seit 1991 in der Bundesrepublik und sportlich seit stolzen 15 Jahren beim TV 01 zuhause, läuft noch mit in der Spitze, weil er sich immer noch quälen kann im Training. Im Vorjahr musste der ansonsten von Verletzungen meist verschont gebliebene, nur 1,78 m große Sprinter wegen Achillessehnen-Problemen auf die DM verzichten, die Saison vorzeitig beenden. Jetzt ist er wieder voll da - und will es wissen, will über 100m (Finale am Samstag, 18.40 Uhr) und 200m (Sonntag, 18.05 Uhr) starten. „Es gibt diesmal 12, 13 Sprinter, die alle den Titel holen können“, erwartet der Routinier enge Rennen.

Dabei könnte es sogar einen Wattenscheider Dreifach-Triumph geben: Kosenkow liegt auf Platz zwei der deutschen Jahresbestenliste mit 10,28 Sekunden, vor und hinter ihm rangieren Teamkollegen. Julian Reus, 24 Jahre jung, führt die Liste an, exakt mit der Normzeit für die Europameisterschaft von 10,27 Sekunden. Christian Blum, 25, folgt auf Rang drei (10,29). Wobei der Münchener gegen seinen nachträglich ausgesprochenen Fehlstart in Regensburg, als er 10,20 m schnell unterwegs war, Protest eingelegt hat - Entscheidung offen. „Die Form stimmt“, sagt der Vorjahreszweite jedenfalls nicht minder selbstbewusst. Und: „Bei einer DM zählt nur der Titel.“ In der Halle hatte Blum starke Nerven gezeigt - und triumphiert.

Zu den größten Konkurrenten zählen der zweite Routinier im Feld, Tobias Unger (33, 10,34) - und Aleixo-Platini Menga von Bayer Leverkusen (10,30). Der 24-Jährige ist über 200m Topfavorit, Samstag lief er in 20,33 Sekunden die drittschnellste deutsche Zeit der Geschichte. Aber auch die Wattenscheider Sebastian Ernst (3./20,59) und Julian Reus (4./20,64) wollen angreifen.

Oder setzt sich doch Kosenkow durch, der Erfahrenste, der Kurvenfuchs? Einen großen Trumpf jedenfalls, das sagen alle Athleten vom TV Wattenscheid 01, wollen sie ausspielen am Wochenende: „Wir haben ein Heimspiel.“

ZIEL: 10 BIS 12 MEDAILLEN

„Zehn bis zwölf Medaillen“ erwartet TV-01-Manager Michael Huke, „darunter vier Titel“ - im Vorjahr waren es zehn (drei Titel). Topfavoritinnen sind Esther Cremer (400m) und Sosthene Moguenara (Weitsprung).

Auch beide 4x100m-Staffeln laufen um den Sieg, und im 100m-Sprint ist mit Julian Reus, Christian Blum, Alex Kosenkow alles möglich. Siegchancen haben auch Malte Mohr (Stabhochsprung), Sebastian Ernst (200m), Denise Krebs (1500m) und Maike Dix (200m).

Zu den ersten Medaillenkandidaten zählen ferner die 4x400m-Staffel der Frauen, Yasmin Kwadwo (100m), Nadja Kampschulte (Hochsprung), Denise Hinrichs (Kugelstoßen), Julian Reus (200m), Christoph Lohse (1500m), Martin Bischoff (800m) und Daniel Jasinski (Diskus).

Ralf Ritter


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