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Ein perfektes Jubiläums-Geschenk

15.07.2012 | 17:03 Uhr
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Ein perfektes Jubiläums-Geschenk
Auf viele Schultern verteilt: Den Aufstieg des SC Werne verdienten sich die Kicker um Trainer Michael Thiemann.

Der SC Werne 02 feierte pünktlich zum zehnjährigen Bestehen den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A. Trainer Thiemann hört nun auf.

Der SC Werne 02 ist zurück in der Kreisliga A. Pünktlich zum zehnjährigen Bestehen − die Fußballabteilung wurde 2002 unter neuem Namen aus dem Hauptverein DJK Wacker Werne ausgegliedert − konnte sich Werne nach dreijähriger Abstinenz mit dem Aufstieg selbst ein Geschenk machen.

Die meisten Siege (19), die wenigsten Niederlagen (4), die meisten Tore (103), die wenigsten Gegentore (46): Der SC Werne 02 war in der abgelaufenen Saison der Kreisliga B3 das Maß aller Dinge. „Wir sind ganz verdient aufgestiegen“, sagt daher Erfolgscoach Michael Thiemann zurecht, auch wenn die Saison nicht komplett reibungslos verlaufen sei.

Besonders vor der Winterpause musste Werne einige Rückschläge hinnehmen. Gerade die Pleite in Steinkuhl (2:6) im letzten Spiel des Jahres sei dabei „ganz übel“ gewesen, urteilt Thiemann.

Die Niederlagen führten beim Coach zu einem Umdenken. Nachdem man in der Hinrunde noch den besten Sturm, dafür aber nur die siebtbeste Abwehr stellte, wurde die Vorgehensweise im Winter komplett umgekrempelt. Frei nach dem Motto „Der Sturm gewinnt Spiele, die Abwehr Meisterschaften“ richtete Thiemann den Fokus nach der Winterpause verstärkt darauf, hinten dicht zu machen. Die großen Schützenfeste blieben fortan aus, dafür kassierte man nur noch halb so viele Gegentore wie zuvor und konnte insgesamt fünf Mal zu Null spielen, darunter auch in den laut Thiemann „entscheidenden Spielen“ beim zuvor zu Hause noch ungeschlagenen Portugiesischen SV Witten (4:0) und im Spitzenspiel gegen Verfolger Heven III (1:0).

Thiemann will den Erfolg in Anbetracht des „dünnen Kaders“ umso höher bewertet wissen. Vereinzelt hätten auch Spieler aus der zweiten Mannschaft und der „Alten Herren“ aushelfen müssen. So verteile sich der Beitrag zum Aufstieg auf viele Schultern: „Da hat jeder seinen Anteil dran.“

Mit dem Aufstieg wurde auch der von den Verantwortlichen entwickelte „Drei-Jahres-Plan“ erfolgreich umgesetzt. Nach dem Abstieg 2009 hatte man ehrgeizige Ziele ausgegeben. Das erste Jahr in der Kreisliga B wollte man zum Aufbau neuer Talente nutzen und in der Endabrechnung zwischen Platz sechs und acht landen, im zweiten Jahr sollte es mindestens Platz fünf sein. Beide Vorgaben wurden übertroffen (2010: Rang fünf, 2011: Rang drei). Im dritten Jahr wurde schließlich wie geplant der Aufstieg erreicht.

Dabei hat Werne auch der ungewollte Wechsel aus der B2 in die B3 in die Karten gespielt. Obwohl man beim Kreis beantragt hatte, in der B2 bleiben zu dürfen, um weiterhin viele Lokalduelle mit Bochumer Teams zu haben, wurde der SC im letzten Sommer in die vorwiegend mit Wittener Mannschaften bestückte B3 versetzt. Im Nachhinein sei dies „ein Glücksgriff für uns“ gewesen, findet Wernes Co-Trainer Sebastian Hau. Thiemann stimmt zu: „Ich denke, in der B2 wäre es schwerer geworden.“

Keinen (Heim-)Vorteil kann Thiemann hingegen in der eigenen Sportanlage ausmachen, die sich seit langer Zeit in einem katastrophalen Zustand befindet und bei Gästen immer wieder Proteste hervorruft. Obwohl man regelmäßig auf dem Mischgeläuf aus Asche, Rasen und Sand spiele und trainiere, fühle man sich auswärts deutlich wohler. „Auf Kunstrasen haben wir unsere besten Spiele gemacht“, sagt Thiemann.

Trotz des Aufstiegs ist für den Trainer nach zwölf Jahren an der Seitenlinie − mit einer Unterbrechung in der Abstiegssaison 08/09 − erst einmal Schluss. „Irgendwann hat man auch mal die Nase voll“, so Thiemann, der dem Verein erhalten bleiben will. Bei der Jubiläumsfeier des Klubs wurde er nun offiziell verabschiedet. Zur neuen Saison übernimmt Reiner Tiedke, zuletzt Jugendtrainer beim TuS Kaltehardt und SW Eppendorf.

In der neuen Spielzeit zählt für Werne naturgemäß nur der Klassenerhalt. Co-Trainer Sebastian Hau ist optimistisch, diesen auch erreichen zu können, schließlich habe man „als Neuling erstmal nichts zu verlieren“. Vielleicht gelingt ja gar eine Wiederholung der ersten A-Liga-Saison. 2007 belegte Werne auf Anhieb Platz neun.

Alexander Moritz

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