Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Schalke

Schalke will in Saarbrücken den Kampf annehmen

15.08.2012 | 21:21 Uhr
Schalke will in Saarbrücken den Kampf annehmen
Roman Neustädter wechselte von Borussia Mönchengladbach zum FC Schalke 04.Foto: imago

Gelsenkirchen.  Für den FC Schalke 04 beginnt die Saison mit dem DFB-Pokalspiel beim 1. FC Saarbrücken. Roman Neustädter unterschätzt den Außenseiter nicht. „Es gilt von Anfang an, den Kampf anzunehmen und spielerische Qualität zu zeigen“, sagt Neustädter.

„Da konechno, mozhem“, lacht Schalke-Profi Roman Neustädter nach der ersten Trainingseinheit am Mittwochmorgen. Souverän stellt der in Dnipropetrowsk in der Ukraine geborene Fußballer unter Beweis, dass er seine Heimat-Sprache Russisch immer noch bestens beherrscht.

Übersetzt etwa „Ja natürlich können wir“, könnte diese Befürwortung mit Sicherheit auch auf die Inaussichtstellung des sportlichen Erfolgs mit seiner neuen Mannschaft reflektiert werden. Doch von übereilten Zukunftsprognosen nimmt der Mittelfeldspieler Abstand. Dabei könnte ihn sein Fußball-Talent doch ganz in Sicherheit wiegen.

Schalke
Schalkes Supertalent Max Meyer schnuppert Profiluft

Elf Schalker Nationalkicker sind in dieser Woche auf Länderspielreise. Um den Kader aufzufüllen, lud Coach Huub Stevens vier Nachwuchsspieler zum Training ein. Mit dabei sind auch Kaan Ayhan und Max Meyer aus der U 19.

Und woher hat er das überhaupt? Schnell lassen sich Parallelen zu seinem Vater Peter Neustädter ziehen, der ebenfalls erfolgreicher Profi-Fußballer war. „Jeder von uns hat sein eigenes Ding durchgezogen“, stellt der Mittelfeldspieler klar. „Wir haben beide sehr hart gearbeitet und jeder von uns hat sein Ziel selbst auf seine Art und Weise erreicht“, ergänzt er.

Neustädter lässt die Vergangenheit ruhen

Immer auf der Zielgeraden und konstant bei der Sache, so die Neustädter-Manier. Es wird viel über seine Präsenz auf dem Fußballfeld geredet. Er selbst redet dafür umso weniger über sich selbst. Er leistet lieber, bevor er große Töne spuckt. Der Erfolg gibt ihm Recht. Bescheiden, aber immer mit Vollgas dabei. Die perfekte Mischung für den FC Schalke 04?

Hier ist er der Neue, doch beobachtet man ihn der Vorbereitung beim 6:6-Spiel oder im Zweikampf, könnte man denken, er hätte nie woanders gespielt. „Ich habe mich gut eingelebt und das Zusammenspiel mit den Jungs passt einfach“, sagt der 24-jährige, der seine erste Saison bei den Königsblauen vor der Brust hat.

Selbst die Abwesenheit der elf Mannschaftskollegen, die im Dienste ihrer Nationalmannschaften unterwegs sind und große Lücken auf dem Trainingsfeld hinterlassen haben, hindert Neustädter nicht, 100 Prozent zu geben. Er arbeitet immer weiter an sich und für das Team. Kein Wunder, dass Borussia Mönchengladbach ihn nur ungern hat gehen lassen.

Doch die Vergangenheit lässt der sympathische Neuzugang lieber ruhen. „Im hier und jetzt“ will er Schalke, Schritt für Schritt, zum Erfolg verhelfen. Der erste solcher Schritte könnte schon am kommenden Sonntag im ersten DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Saarbrücken vollzogen werden. Unterschätzen möchte er den Drittligisten jedoch nicht. „Es gilt von Anfang an, den Kampf anzunehmen und spielerische Qualität zu zeigen“, so Roman Neustädter. Nicht anders zu erwarten – Vollprofi eben.

Huntelaar und Jones sind gesperrt - Farfan ist verletzt

Doch einen Haken gibt es da noch: Die Leistungsträger Klaas-Jan Huntelaar und Jermaine Jones sind gesperrt, und Jefferson Farfan leidet unter einer Kapsel- und Sehnenzerrung in der Kniekehle. Probleme in Sicht? „Der Teamgeist macht es”, so Neustädter. „Für solche Fälle haben wir eine breite Ersatzbank, jeder von uns hängt sich voll rein und ist heiß auf das Spiel”.

Der Bundesligastart drängt sich auf, die Champions League hämmert an der Tür. Und Neustädter, die Ruhe selbst: „Am Sonntag geht es erstmal nach Saarbrücken, danach können wir den nächsten Schritt planen.“

Alexandra Rymanova



Kommentare
Aus dem Ressort
Hinrunde für Schalker Joël Matip nach Fußbruch wohl beendet
Fußbruch
Der FC Schalke 04 muss doch länger auf seinen Verteidiger Joël Matip verzichten als erhofft: Zwar hatte der Knappe nach einer Fußprellung in der Fußball-Bundesliga im Spiel gegen Wolfsburg sein Comeback gefeiert. Doch die Verletzung ist nun doch schwerwiegender als gedacht.
0:5 gegen Chelsea markiert Schalkes Niedergang auf Raten
Team-Entwicklung
Schalkes Champions-League-Desaster gegen den FC Chelsea ist ein Spiegelbild der Entwicklung in dieser Saison. Die vermeintlichen Stars wie Kevin-Prince Boateng schwächeln und die Talente um Max Meyer spielen kaum noch eine Rolle. Eine Analyse.
Darf der Ex-Schalker Jones Manager Heldt so kritisieren?
Pro & Contra
Während des 0:5-Debakels des FC Schalke 04 gegen den FC Chelsea in der Champions League übte der Ex-Schalker Jermaine Jones via Twitter heftige Kritik an Sportdirektor Horst Heldt. Zurecht, findet DerWesten-Redakteur David Nienhaus - RevierSport-Chefredakteur Heiko Buschmann ist anderer Meinung.
Kritik an S04-Manager Heldt darf sein – aber nicht von Jones
Kommentar
Beim FC Schalke 04 ist die Wirkung des Trainerwechsels verpufft. Die Kritik konzentriert sich mehr und mehr auf Manager Horst Heldt. Nach dem 0:5 gegen Chelsea meldete sich mit Jermaine Jones aber auch jemand zu Wort, der dies besser gelassen hätte. Ein Kommentar von Peter Müller.
Die Chelsea-Pleite hinterlässt Wunden auf der Schalker Seele
Analyse
Tief enttäuschte Zuschauer geben den Profis des FC Schalke 04 unmissverständliche Signale: So lethargisch, hilflos und mutlos wie beim 0:5 im Champions-League-Spiel gegen den FC Chelsea darf das Team eines Malocherklubs nicht auftreten.
Umfrage
Jermaine Jones hat auf Twitter mit Horst Heldt abgerechnet. Peinliche Aktion oder berechtigte Kritik?

Jermaine Jones hat auf Twitter mit Horst Heldt abgerechnet. Peinliche Aktion oder berechtigte Kritik?