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Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras

13.09.2012 | 13:59 Uhr
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
Schalke-Manager Horst Heldt setzt auf einen Dialog mit den Ultras.Foto: Dirk Bauer

Gelsenkirchen.  Die Ultras des FC Schalke 04 bezeichnen den DFB als „Feindbild Nr. 1“. Das hat auch Schalke-Manager Horst Heldt registriert. Heldt setzt auf einen Dialog: „Wir werden die Probleme, die es gibt, besprechen und ausräumen.“

Die Schalker Ultras sind sauer auf den DFB – und das haben sie deutlich geäußert. „Der DFB ist für jeden Fußballfan das Feindbild Nr. 1“, schrieben sie in ihrer fanklubeigenen Zeitung „Blauer Brief“ vor dem Spiel gegen Augsburg. Doch nicht nur das. Weitere Sätze der Ultras: „Der DFB fordert die Konfrontation und wird sie bekommen.“ Und: „Alle gegen den DFB!“ Gründe für den Ärger: Abbruch der Gespräche um die Legalisierung von Pyrotechnik, Erhöhung der Dauer für Stadionverbote, verstärkte Sanktionierung der Fans.

Heldt hat den "Blauen Brief" gelesen

Auch die Schalker Vereinsspitze hat die Meinung der Ultras registriert. Schalke-Manager Horst Heldt geht sehr sensibel mit dem Thema um und bemüht sich sogar, die Ultras in einem Punkt zu verteidigen. „Wir sind in der freien Meinungsäußerungs-Welt. Es ist noch nichts passiert. Es bringt nichts, Leute zu vorverurteilen, nur weil sie eine Meinung vertreten haben.“ Gelesen hat Heldt den „Blauen Brief“ auch.

Ultras
Schalker Ultras erklären DFB zum "Feindbild Nr. 1"

Ultras des FC Schalke 04 haben dem DFB den Kampf angesagt. Die Fans sind sauer, weil nach den Gewalt-Ausbrüchen in der Bundesliga „die Repressionskeule“ geschwungen werde. Deshalb erklären die Schalke-Ultras den DFB zum "Feindbild Nr. 1" und fordern Proteste in allen Stadien in der Bundesliga.

Die Auffassungen der Ultras teilt Heldt nicht: „Es wurden einige Sachen erklärt, wo ich sicherlich auch anderer Meinung bin. Trotzdem kann ich nicht sagen: Da ist etwas Strafmäßiges begangen worden.“ Heldt setzt auf den Dialog mit den Ultras: „Wir werden die Probleme, die es gibt, besprechen und ausräumen.“ Denn der Verein hat auch ein finanzielles Interesse: Zünden die Fans Pyrotechnik, wird der Klub bestraft.

Dass die Ultras – wie vor dem DFB-Pokalspiel in Saarbrücken - in einem voll besetzten Schwimmbad pöbeln, dürfte auch Heldt nicht gefallen haben. „Es ist wichtig, dass man bei all den Themen die Strafgesetzordnung beachtet“, sagt er und ergänzt: „Bei Geschmacklosigkeiten jeglicher Art – nicht nur in unserem Stadion - werden wir null Toleranz zeigen.“

Andreas Ernst



Kommentare
14.09.2012
09:13
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von Rhoenblau | #17

Ultra kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: „darüber hinaus“. Ein Schelm, wer Gutes dabei denkt. Wir sollten nicht darüber spekulieren, warum die sich so nennen, sondern hingucken, was sie so tun. Und dabei fällt mir auf: Ein Höchstmaß an Intoleranz, Gruppenbildung mit gewaltbereitem Auftreten, Alleinvertretungsanspruch als wahrer Kern der Fan Gemeinde, Diskriminierung anders Denkender und Handelnder. Wenn man so will, die Taliban der Fußballfans. Es kann durchaus sein, dass Horst Heldt mit seinem Schmusekurs den einen oder anderen dieser Pöbelgemeinschaft zum Umdenken veranlassen könnte. Zuschütten kann er diese Großbaustelle damit nicht. Wer ein 100% Rezept zur Lösung dieses Problems parat hat, möge sich bitte melden. Danke.

13.09.2012
23:22
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von Hanno2 | #16

Das Engagement vieler Ultras in Ehren und deswegen mag HH vorsichtig sein.
Das immer größer werdende Dilemma der Ultras aber ist, dass ihre Interessen und ihre Vorstellung vom Verein immer schwerer mit den Realitäten zu vermitteln sind. Fußballvereine sind eben wirtschaftlich geführt und Teile des großen DFB.
Fans und Mitglieder spielen zwar bekanntlich auch noch eine Rolle. Durch die rasant wachsenden Zahlen werden sie hier aber eine immer kleinere Minderheit.

13.09.2012
21:06
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von lightmyfire | #15

Die Vertreter der Fans waren beim Gipfeltreffen Mitte Juli obwohl sie 500 m weiter in einem anderen Hotel tagten nicht dabei. So viel zum Dialog. Wenn Heldt auf Dialog setzt, dann ist es besser ihn so früh wie möglich zu beginnen. Schalke als Mitglied des DFB stimmte den Beschlüssen zwischen Politik und DFB zu.

Nun bin ich ein Befürworter dieser Beschlüsse und hatte hier heftige Auseinandersetzungen mit Befürwörtern des blauen Brief. In der Nachbetrachtung ging das gut ab. Wenn jetzt erst Heldt auf den Dialog setzt dann ist das richtig aber durch die verspätete Dialogbereitschaft in der Sache bleibt ein schaler Beigeschmack eines Weichspülers.

13.09.2012
18:09
Versuch löblich, Herr Heldt, aber...
von PaulPanter | #14

Nu, wie geht das...
Die waz macht Stimmung mit Zitaten aus dem Ultra-Vereinsblättchen.
Der Mob trüber obt sich dapflichtschuldigst in den online-Kommentaren aus.
Die waz macht einen Folgeartikel darüber, wie sich der Mob in den
online-Kommentaren ausgetobt hat.
Horst Held sagt dass Meinungsäußerungen nicht verboten sind, aber
wo die Grenzen liegen.
Der Mob tobt pflichtschuldigst, dass Horst Held nicht wie gewünscht
durchdreht.

Nächster Akt: Die waz schreibt, dass der online-Mob Horst Held doof findet.

usw usw usw

1 Antwort
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von knutknutsen | #14-1

Treffer, versenkt!
Genau so sieht´s aus!.

13.09.2012
17:46
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von schneekiller | #13

Hier wird wieder klar, dass die Vereine die Problematik gar nicht verstehen wollen.
Worüber will Herr Heldt denn noch reden?
Will er einen Pyroschein für Ultras einführen, der das Abbrennen dann legalisiert?
Einen Pöbelschein für Rechtsfreiheit in Freibädern oder Zügen?
Für die Vereine wird das ganze erst zum Problem wenn der Pöbel nicht durch ein Freibad sondern durch den ViP-Bereich zieht oder wenn durch Pyrotechnik ein Designeranzug auf der Ehrentribüne beschädigt wird.
Was sonst im oder um das Stadion passiert ist für diese Herrn doch nur belustigendes Beiwerk welches der Steuerzahler durch die Polizeieinsätze auch noch bezahlt..

13.09.2012
17:36
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von BananenrepublikBRD | #12

Und wieso?

Weil er anscheinend deutlich mehr Weitblick besitzt als so maches Boulevardblättchen...

13.09.2012
16:42
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von Hanno2 | #11

Dialog schön und gut.
Sicherheitshalber sollte er sich aber schon mal die Kontonummern geben lassen, damit die Rechnungen für Strafzahlungen gleich weiter gereicht werden können.
Im übrigen gibt es sehr viele Fans, die auf freiwerdende Dauerkarten in der Nordkurve warten und den Verein wichtiger nehmen als sich selbst.

2 Antworten
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von herne04 | #11-1

werter Hanno2,

a) ich verstehe seit 11 Jahren nicht, warum die Dauerkarten alle im Besitz der Leute ist, die sich selbst wichtiger nehmen als den Verein. Sei es in den Businessbereichen, oder auch der Pöbel in der Kurve.
Wo waren all die treuen, dem Verein ach so ergebenen Fans eigentlich, als die Dauerkarten verkauft wurden? Kannst Du es mir evtl. erklären?

b) das Problem evtl. freiwerdender Dauerkarten ist, dass sie in Wirklichkeit gar nicht freiwürden, da der Verein die Karten lieber als Einzelkarten auf den Markt schmeisst - bringt nämlich viel mehr Umsatz.

Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von Hanno2 | #11-2

a) Ganz einfach: Gibt eben immer Leute, die früher da sind als andere. Mancher war auch noch gar nicht geboren...
Das Hauptproblem ist aber wohl, dass sich die Kartensituation in den letzten Jahren beträchtlich verschärft hat und die Arena zu klein konzipiert wurde. Da ist halt kein Platz mehr für Leute, die hier Feuerwerk abbrennen oder sich anderweitig in Szene setzen wollen.
b) Stimmt, weil das leider die beste Lösung, für Verein und Fans ist.

13.09.2012
15:46
Heldt verteidigt die Schalker Ultras und setzt auf Dialog
von buntspecht2 | #10

Dann soll er sich doch mal zu diesen Chaoten stellen wen sie am zündeln sind vom Büro aus kann jeder große töne spucken

3 Antworten
Heldt verteidigt die Schalker Ultras und setzt auf Dialog
von VinceK4 | #10-1

Brauch dich doch nichts anzugehen,wenn du kein Schalker bist! Und so wie du die Hosen voll hast,gehörst du auch sicher nicht zu den Stehern,sondern zu den Sesselpupsern der Kategorie " Zu faul um Stimmung zu machen,aber dafür im Internet auf die Tasten hauen bis die Finger glühen".

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #10-2

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Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von Fassblender | #10-3

Geh doch mal ins Stadion, Chaoten suchen.

13.09.2012
15:39
Heldt verteidigt die Schalker Ultras und setzt auf Dialog
von bluewhitepower | #9

Ich schließe mich "knutkutsen"s ersten Satz an - Horst Heldt gießt kein zusätzliches Öl ins Feuer, sondern ist darauf bedacht, das Feuer langsam aber sich zu ersticken. Er verhindert damit große Unruhe im Verein und im Umfeld, weil er ganz sachlich sagt, er habe zu einigen Punkten diese Meinung, zu anderen Punkte eine andere.

Diese Situation mit der des 1. FC Köln (Fall Pezzoni + weitere Angelegenheiten) zu vergleichen halte ich für äußerst fragwürdig. Der FC hat sich nach außen hin ein wenig von den Gruppierungen distanziert und nach innen die Kehrseite gezeigt. Das ist der falsche Ansatz.

Doch jemanden nicht komplett vorzuverurteilen, sondern die Angelegenheit mit Besonnenheit anzugehen und zu schauen, welche Möglichkeiten sich bieten, dürfte die korrekte Wahl sein.

PS: Im übrigen ist das Wort Besonnenheit passend...diese würde einigen Usern hier auch gut zu Gesicht stehen.

1 Antwort
Heldt setzt auf Dialog mit den Schalker Ultras
von s04dabo | #9-1

Besonnenheit erfordert aber, das man versteht, was hier geschrieben steht,
was aber wiederum eine gewisse Intelligenz voraussetzt. Und die ist hier leider nicht immer gegeben.

13.09.2012
15:16
Heldt verteidigt die Schalker Ultras und setzt auf Dialog
von knutknutsen | #8

Hotte macht wieder etwas sehr richtig: Er nimmt in einer völlig aufgeheizten Diskussion etwas Druck vom Kessel.
Man braucht ja nur das Wort "Ultras" oder "Pyrotechnik" in den Raum zu werfen und alle regen sich dermassen übertrieben auf, dass man sich wünschen würde ein solches kerniges Engagement würde sich kanalisieren lassen um echte Probleme anzugehen, wie steigende Energie-, Benzin- und Lebensmittelpreise, Umweltverschmutzung, die Armut in der 3. Welt und und und...

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