Real - aber nicht von dieser Welt
18.08.2009 | 20:28 Uhr 2009-08-18T20:28:00+0200
Dortmund. „Landen hier ein paar Außerirdische?” Der Geschäftsreisende, der am Dienstagabend um 18.25 Uhr mit dem Flieger aus München in Dortmund landete, lag mit seiner Frage gar nicht so falsch.
Knapp 300 Menschen standen hinter dem Absperrgitter in der Ankunftshalle und warteten – auf die „Galaktischen”. Es war jedoch kein Raumschiff, in dem die Stars von Real Madrid für das Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmundam Mittwochabend im Signal Iduna Park einschwebten, sondern eine stinknormale Chartermaschine, Flug FHE 6924 – mit irdischen 25 Minuten Verspätung.
Zeit, die alle wartenden Fans gern in Kauf nahmen. Grace Thomas war extra mit ihren Eltern aus Wetzlar angereist, in der Hoffnung, dass der teuerste Fußballspieler der Welt, Cristiano Ronaldo, ihr ein Autogramm ins Buch schreibt. Mehr nicht. Auf Trikots, T-Shirts und Bällen der mit Handys und Digitalkameras bewaffneten Anhänger, sollten Reals Spieler unterschreiben. Pedro Ceballos aus Schwerte hatte seine Videokamera dabei. Wie schon 2006 als die spanische Nationalmannschaft landete oder 2003, als sich der BVB noch mit Real Madrid in der Champions-League messen durfte. „Diese Filme kann man sich immer wieder anschauen”, sagte der Spanier, der seit 1967 in Deutschland lebt. Viele seiner Landsleute, die in der Region wohnen, wollten wie er die Gelegenheit nutzen, ihren Lieblingen für einen kurzen Augenblick ganz nahe zu sein. Es sollte ein sehr kurzer Moment sein, den ihnen Kaka, Raul und Co. schenkten.
Wie nicht von dieser Welt zogen sie in nur einer Minute abgehoben an den Fans vorbei. Der ein oder andere Spieler hob den Daumen nach oben oder lächelte – Auto-gramme gab's keine. Nur einer hielt einen kurzen Schwatz: Emilio Butragueño. Doch Spaniens Superstar der 80er Jahre und jetzigen Sportdirektor von Real Madrid erkannten die Wenigsten. Als er wie die anderen schon im weißen Bus verschwunden war, versammelte sich davor eine Fan-Traube, um in einem verzweifelten Versuch noch ein Foto durch die getönten Scheiben zu ergattern. Pedro Ceballos war's das trotzdem wert. „Real Madrid ist das Beste, was dem Fußball passieren kann. Dieser Verein schreibt Geschichte.” Und das jeden Tag.

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