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Ägypten: 21 Todesurteile wegen Stadionkatastrophe

26.01.2013 | 19:01 Uhr

Mit dem Todesurteil für 21 Angeklagte ist in Kairo der Prozess wegen der Stadion-Katastrophe in Port Said von 2012 zu Ende gegangen.

Kairo (SID) - Mit dem Todesurteil für 21 Angeklagte ist in Kairo der Prozess wegen der Stadion-Katastrophe in Port Said von 2012 zu Ende gegangen. Das Gericht sah bei seinem drakonischen Schuldspruch als erwiesen an, dass die Verurteilten für die Tragödie mit 74 Todesopfern beim Fußball-Spiel zwischen Al-Masry und Al-Ahly am 1. Februar vorigen Jahres verantwortlich gewesen sind. Das Urteil, das kurz nach seiner Bekanntgabe schwere Krawalle mit neuen Todesopfern auslöste, muss noch von Ägyptens Großmufti bestätigt werden. Anfang März sollen die Urteile gegen die restlichen 52 Angeklagten gesprochen werden, darunter auch neun Polizisten.

Bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Protestlern gegen das Urteil wurden in Port Said zwei Beamte getötet. Wie das Gesundheitsministerium berichtet, starben bei den Krawallen insgesamt 30 Menschen. Die Zahl der Verletzten beläuft sich auf 300. Laut Zeugenaussagen feuerten Angreifer mit automatischen Waffen in Richtung Polizei. Die Beamten hätten daraufhin Tränengas eingesetzt.

Nach Verkündung der Urteile am Samstag erlitten Verwandte der betroffenen Angeklagten im Gerichtssaal Weinkrämpfe. Einige Angehörige versuchten nach dem Richterspruch laut des Staatsfernsehens, das Gefängnis in Port Said zu stürmen, in dem die Angeklagten inhaftiert sind. Die Familien der Opfer hingegen reagierten erleichert auf die verhängten Strafen.

Zur Beruhigung der Lage und zur Eindämmung der Unruhen beschloss die Staatsführung auch den Einsatz des Militärs. "Es wurde entschieden, einige Einheiten aufzustellen, die für Ruhe und Stabilität und den Schutz öffentlicher Einrichtungen sorgen sollen", wurde General Ahmed Wasfi von der staatlichen Nachrichtenagentur MENA zitiert.

Die Stadionkatastrophe vor Jahresfrist war nach dem Abpfiff des Spiels durch den Sturm mehrerer hundert Fans auf den Platz ausgelöst worden. 74 Fans kamen bei der anschließenden Massenpanik ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

In den Tagen nach der Katastrophe hatten in Ägypten zahlreiche Protestaktionen gegen den Missbrauch des Fußballs durch politische Institutionen stattgefunden. Bei diesen Demonstrationen verloren 16 weitere Menschen ihr Leben. Seit den Ausschreitungen ruht der Ligaspielbetrieb in Ägypten. Der Neubeginn der Premier League ist für den 1. Februar geplant.

sid

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