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Spiel zum Film "Battleship" - Schiffe versenken 2012

20.04.2012 | 08:45 Uhr
Modernes "Schiffe versenken" - im Spiel zum Film "Battleship" geht es actionbetont zur Sache.Foto: WNM

Passend zum Start des Kinofilms "Battleship" erscheint das dazugehörige Videospiel als moderne Version des Klassikers "Schiffe versenken". Das neue Game wertet das bekannte Brettspiel in puncto Spielvarianten auf, kann jedoch optisch und technisch nicht mit aktuellen Titeln mithalten.

Pins, Plastikboote und ein Gitternetz - das Brettspiel "Schiffe versenken" war lange Zeit ein ziemlich schlichtes Vergnügen. Bis Peter Berg kam. Der Hollywood-Regisseur ("Hancock") verwandelte den Hasbro-Klassiker mithilfe eines 200-Millionen-Dollar-Budgets in das schrecklich seichte, auf Krawall gebürstete Kinospektakel "Battleship".

Darin läuft ein internationales Flottenmanöver gewaltig aus dem Ruder, als Aliens auf dem Meeresgrund aufgescheucht werden und einen Krieg der Welten anzetteln. Im obligatorischen Computerspiel zum Film geht's an Land und zu Wasser entsprechend actionbetont zur Sache ... Bleibt nur die Frage: Ist das Ganze ein Volltreffer oder Lizenz-Rohrkrepierer?

"Battleship: The Videogame" verfrachtet Konsolenspieler an die Küste Hawaiis , wo sie in einer Nebengeschichte des Films direkt mit den Invasoren aus dem All konfrontiert werden. Dabei wagen die Macher von Double Helix Games den Genre-Spagat zwischen Action und Strategie.

Schöne Schlachten auf dem Wasser und auf dem Land

Die meiste Zeit über hastet man als Elite-Soldat mit einem überschaubaren Arsenal von Erd- oder Alienwaffen im Anschlag über das Archipel, schießt in der Egoperspektive auf alles, was eine schimmernde Rüstung trägt und sabotiert nach Kräften diverse Anlagen der Außerirdischen. Gleichzeitig kommandiert man mithilfe einer Übersichtskarte eine Handvoll Schiffe vor der Küste, was noch am ehesten an die prominente Brettspielvorlage erinnert.

Battleship: The Videogame

Die Zerstörer, Fregatten, Kreuzer, Träger und U-Boote liefern sich nicht nur schöne Panoramaschlachten mit auftauchenden Feindschiffen, sondern nehmen auf Knopfdruck auch Feindtruppen an Land unter Beschuss - sofern sie zuvor auf dem richtigen Rasterfeld geparkt wurden. Apropos: Weil die Aliens ebenfalls Artillerie-Unterstützung von See aus bekommen, sollte man sich auch hinter Mauern nicht allzu sicher fühlen. Fairerweise hat man ein paar Sekunden, um aus der Gefahrenzone zu fliehen.

Eher stumpfes Abfeuern als Geschick

Erledigte Außerirdische hinterlassen zuweilen leuchtende Extras, mit denen die eigene Flotte aufgerüstet werden kann: Raketen, Radar, zusätzliche Panzerplatten, Torpedos und dergleichen. Ein goldenes Steuerrad katapultiert den Spieler für kurze Zeit sogar direkt in den Geschützstand - was sich allerdings wesentlich spannender anhört, als es sich letztlich spielt. 20 Sekunden lang feuert man einfach nur aus allen Rohren auf die kaum beweglichen Amphibien-Raumschiffe der Aliens und versenkt diese.

Echte Seeschlachten lassen sich in "Battleship" nicht austragen, was schade ist - und die arg schlichte Ausrichtung des Titels unterstreicht. Hier wird in erster Linie einfach draufgehalten, ohne dem Spieler allzu großes Geschick abzuverlangen. Weder an Land noch auf dem Wasser.

Keine Künstliche Intelligenz

Spiele-Bewertung
Battleship: The Videogame

Hersteller: Double Helix Games
Vertrieb: Activision Blizzard
Multiplayer: nein
Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene
: 2012-04-20
Preis: ca. 50
EAN Code: 5030917107092

Bewertung

Grafik: ausreichend
Steuerung: gut
Sound: befriedigend
Spielspaß: ausreichend
Alter: ab 16 Jahren
Gesamt: ausreichend

Im Gegensatz zum Kinofilm , der schon jetzt als größte Rekrutierungsmaßnahme der U.S. Navy seit "Top Gun" gehandelt wird, besitzt "Battleship: The Videogame" aber nicht einmal Schauwerte - vom peinlichen Propaganda-Video der amerikanischen Marine unter der Rubrik "Extras" vielleicht abgesehen. Die 3D-Grafik wirkt karg und veraltet, Licht- Leucht-, Wasser- und Wettereffekte sind allenfalls Durchschnitt. Hinzu kommen andere technische Schwächen wie etwa die nicht vorhandene Künstliche Intelligenz der Aliens, die allein durch ihre Masse gefährlich werden und als Kanonenfutter herhalten müssen.

Fazit: "Battleship", das Spiel, fährt im Kielwasser des Kinofilms und setzt mit seinem geradlinigen Aufbau und kurzweiligen Ablauf auf dasselbe Konzept: Im Seichten kann man nicht untergehen. (_teleschau - der mediendienst)



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