Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Neuhheit

"Rainbow Moon" - mit dem Mann im Mond auf Entdeckungstour

16.07.2012 | 08:45 Uhr
Mit "Rainbow Man" schafft SideQuest einen Download-Titel, der sein Geld wert ist.Foto: Sidequest

Auf dem "Rainbow Moon" treffen Rollenspielwelten und -elemente aus Fernost und West aufeinander - und ergeben ein gewaltiges Ganzes. Auch, wenn vergleichbare Indie- und Kleinsttitel häufig nicht ihr Geld wert sind: Die 13 Euro für "Rainbow Moon" sind definitiv nicht in den Sand gesetzt.

"Rainbow Moon" vom deutschen Entwickler SideQuest ("Söldner X") macht Rollenspiel-Oldtimer glücklich: Der Download-Titel aus dem PlayStation Network vereint Mechanismen aus westlichen und japanischen Klassikern zu einem zauberhaften Abenteuer mit Suchtpotenzial - und beeindruckendem Umfang.

Rollenspiele tummeln sich in den Download-Domänen der Konsolenhersteller inzwischen zuhauf. Aber nur die wenigsten dieser Indie - und Kleinsttitel sind ihr Geld wert: Dürftige Grafik, schlechte Spielbalance und zu kurze Spieldauer rechtfertigen häufig nicht mal die zehn, zwölf Euro, die dafür veranschlagt werden.

Herrlich leichtfüßige Scharmützel

Jetzt räumt das deutsche Entwicklerteam SideQuest imposant mit diesem Missstand auf: Sein ausuferndes Rollenspiel "Rainbow Moon" führt japanische und westliche Genretugenden in einem launigen Rollenspielcocktail zusammen. Außerdem präsentiert man sich, obwohl sämtliche Figuren aus Polygonen bestehen, in einem kunterbunten Grafik-Stil, der vor allem den Altmeistern aus der 16-Bit-Ära Tribut zollt.

Spiele-Bewertung
Rainbow Moon

Hersteller: Sidequest
Vertrieb: Sony
Erhältlich ab: 04.07.2012
Preis: ca. 13 Euro
EAN Code: 1234567890123
Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene und Profis
Alter: ab 12 Jahren
Multiplayer: nein

Bewertung

Grafik: gut
Steuerung: sehr gut
Sound: befriedigend
Spielspass: sehr gut
Gesamt: gut

Wer hier an der Seite von Ritter Baldren (nebst zwei weiterer Gruppenmitglieder) einen unbekannten Fantasy-Mond erkundet, der stolpert allenthalben über spielerische und inhaltliche Hinterlassenschaften der Klassiker: Für die Gestaltung der puppigen Umgebung ließ man sich überdeutlich von japanischen Genregrößen inspirieren, die Heldenfiguren dagegen wirken wie aus den deutschen "Siedlern" importiert. Das taktische Kampfsystem wiederum ist ebenso mit westlichen wie mit fernöstlichen Oldies verwandt: Die herrlich leichtfüßigen Scharmützel werden auf einem schachbrettartigen Karomuster ausgetragen, die Figuren Spielrunde für Spielrunde verschoben und per Menüleiste zu Attacken oder Fertigkeiten-Einsatz motiviert.

Massive Suchterscheinungen

Ganz und gar aus dem Rahmen fällt dagegen der Ausbau der 17 Charakterklassen: Wie gehabt lässt fleißiges Monstermeucheln Erfahrungspunkte und Level wachsen. Doch das Steigern der Heldenattribute ist vom Stufenaufstieg entkoppelt. Stattdessen lassen sich Stärke, Geschwindigkeit, Gesundheit und Co. nur gegen Gold und Perlen bei Händlern eintauschen. Ein Kniff, den man sonst nur Free-2-Play-Spielen kennt: Wer es sich leisten kann und will, kauft sich im PlayStation Store einen Sack voll Ingame-Währung, um die Erstarkung seines Konterfeis zu beschleunigen.

Rainbow Moon - mit dem Mann im Mond

Keine Frage: Derartige Monetarisierungsmodelle treffen bei den Klassiker-Freunden, die man mit "Rainbow Moon" offensichtlich ansprechen will, in der Regel auf wenig Gegenliebe. Trotzdem ist das Fantasy-Abenteuer den Ausflug auch dann wert, wenn man nicht die Brieftasche zücken, sondern wie in der guten, alten Zeit durch Fleiß und Zähigkeit punkten will. Denn auch hierfür bietet die launige Datenschlacht die idealen Voraussetzungen: "Rainbow Moon" kombiniert taktischen Tiefgang mit einer spielerischen Leichtigkeit, wie man sie heute nur noch aus Action-Rollenspielen kennt. Die Folge: Massive Suchterscheinungen und bis zu 100 Stunden Spielzeit - und das für rund 13 Euro. (_teleschau - der mediendienst)

Facebook
Kommentare
Umfrage
Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?

Die Stadt Duisburg will Schul-Parkplätze an Lehrer vermieten – aber auch an Anwohner. Eine gute Idee?

 
Fotos und Videos
TransOcean - The Shipping Company
Bildgalerie
Fotostrecke
Alien Isolation
Bildgalerie
Fotostrecke
Fantasy Life
Bildgalerie
Fotostrecke
DriveClub
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
"Theatrythm: Curtain Call" lässt die Helden im Takt kämpfen
Musik-Rollenspiel
Musik spielte in der Rollenspiel-Reihe "Final Fantasy"-Reihe schon immer eine tragende Rolle - bei "Theatrythm: Curtain Call" steht sie nun im Mittelpunkt. Das Crossover-Spiel bedient sich jeder Menge Stücke aus der bekannten Saga. Dabei ist viel Taktgefühl gefragt. Nur für Hard-Chor-Gamer!
Seehandel treiben und schmuggeln mit "Transocean"
Wirtschaftssimulation
Als moderner Reeder mit seinen Schiffen ordentlich Geld zu scheffeln, ist gar nicht so einfach. Das deutsche Entwicklerstudio Deck 13 zeigt in der Wirtschaftssimulation "Transocean", welche Hürden man überwinden muss, bis man die Weltmeere beherrscht. Dazu zählt auch der Kampf gegen Piraten.
"Alien: Isolation" setzt den Film-Horror perfekt in Szene
Horror
Vor einem Alien kann man sich verstecken - vor der Angst nicht. Auf diesem simplen Konzept basiert die wohl bisher einzige Adaption des ersten "Alien"-Films von Ridley Scott als Spiel. Ästhetik und Atmosphäre der Raumstation wurden penibel genau nachempfunden. Doch am Ende siegt leider der Frust.
Nintendos "Fantasy Life" entdeckt die wahren Helden
Rollenspiel
In jedem Rollenspiel wimmelt es nur so von Dienstleistern - in "Fantasy Life" werden sie zu den eigentlichen Helden. Denn was wären Zauberer oder Soldaten ohne das Material, das sie für ihre Taten benötigen? Nintendo zeigt auf liebevolle Art, wie vielseitig das Genre sein kann.
"DriveClub" will das hemmungslose Rasen sozialer machen
Rennspiel
In erster Linie ist "DriveClub" ein Game zum Angeben. Es zeigt, wozu die PlayStation4 in der Lage ist. Außerdem nutzt es die Möglichkeiten des Internets, um die Spieler gemeinsam rasen zu lassen. Doch unter der schönen Lackschicht verbirgt sich die eine oder andere Delle.
Weitere Nachrichten aus dem Ressort