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Umstrittener Partyspaß

"Skylaternen": Feurige Ufos als neue Gefahr

28.07.2008 | 07:23 Uhr

Dortmund. Die Hochzeit oder der Geburtstag ist heutzutage nur noch die Hälfte wert, wenn am Abend keine "Skylaternen" hinauf in den Nachthimmel geschickt werden. Die leuchtenden Flugkörper sind echte Hingucker und in diesem Sommer gefragter denn je. Experten warnen jedoch.

Die "Skylaternen" sind gefragter denn je - aber nicht überall erlaubt. (afp-Bild)

Und zwar nicht nur vor den Brandgefahren, die von den fliegenden Lichtern ausgehen.Die Skylaternen, die auch als Kong-Ming-Laternen, Himmelsfackeln oder Wunschlaternen im Internet feilgeboten werden, funktionieren wie ein Mini-Heißluftballon: Unter einer weißen oder farbigen Hülle aus Papier ist eine Brennvorrichtung angebracht. Ist die Luft in der Hülle durch die Flamme ausreichend erhitzt, steigt der zwischen fünf und 15 Euro teure Ballon senkrecht empor und hält sich mehrere Minuten in der Luft - die Herstellerangaben nennen bis zu 500 Meter als maximale Flughöhe.

Genehmigung der Flugsicherung ist nötig 

Kein Wunder, dass für jede einzelne Laterne eine Genehmigung der Deutschen Flugsicherung (DFS) erforderlich ist - sie wird rein rechtlich übrigens als Luftfahrzeug behandelt. „Wir kommen mit der Antragsbearbeitung kaum noch nach”, sagt DFS-Sprecherin Ute Otterbein. „In dieser Sommersaison kommen über 100 Anfragen pro Tag, bislang hatten wir bundesweit über 5800.” Die DFS-Sprecherin vermutet darüber hinaus eine „extrem hohe Dunkelziffer” von Laternen, die ohne Genehmigung gestartet werden.

Himmelsfackeln dürfen aus Sicherheitsgründen nicht überall aufsteigen. Sinnvollerweise ist dies neben Tankstellen oder Papierfabriken der Fall, und auch in der Nähe von Flughäfen greift das Verbot: Die Lichter könnten Piloten verunsichern. Bei Wind können sie abtreiben: Kommt es zu einem Brand, ist es nahezu unmöglich, den Verursacher dingfest zu machen.

Die Anbieter betonen dennoch, dass nichts schiefgehen könne, wenn man die Sicherheitshinweise und die Bedienungsanleitung befolgt. Die umfangreichen Erklärungen legen aber auch einen anderen Schluss nah: Ungefährlich sind die Ballone nicht.

„Wir sehen die Sache mit Argusaugen und einem sehr unguten Gefühl”, sagt auch Ulli Gehrke von der Berufsfeuerwehr in Witten. „Da gibt man etwas aus der Hand, das von einer offenen Flamme angetrieben wird, und keiner weiß, wo und wie das Ding dann runter kommt.” Während die Hersteller betonen, dass die Laternen den Sinkflug nicht mehr brennend antreten, haben etliche Feuerwehreinsätze bereits gezeigt, dass das auch anders ausgehen kann. So setzte ein Miniballon in Herzogenrath vor einigen Tagen einen Wintergarten in in Brand. „Je mehr Wind weht und je länger Trockenheit herrscht, desto höher ist das Risiko”, betont Feuerwehrmann Gehrke.

In NRW dürfen Ballone noch aufsteigen - aber nicht überall

Die Schweiz hat die Skylaternen bereits komplett verboten, und auch Bayern untersagt das Vergnügen in Gänze. In NRW ist die Situation unterschiedlich. Die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln haben die Skylaternen verboten, was zurzeit abner rechtlich geprüft wird. Im Regierungsbezirk Arnsberg dürften die Flugkörper grundsätzlich aufsteigen, sagt ein Sprecher. Grundsätzlich sollte jedoch vor Ort und vorab mit den zuständigen Ordnungsbehörden Kontakt aufgenommen werden.

Invasion von Außerirdischen?

Mittlerweile steigen Himmelsfackeln in so großer Zahl auf, dass Spaziergänger und Sternengucker bereits die Invasion von Außerirdischen und UFO-Alarm fürchteten. „Vor allem am Wochenende haben wir viele Ufo-Meldungen”, sagt Ute Otterbein von der Deutschen Flugsicherung. „Die Anrufer sind häufig sehr besorgt. Wenn wir darauf hinweisen, dass es sich sehr wahrscheinlich um eine Skylaterne gehandelt hat, reagieren sie auch schon mal ärgerlich: ,Eine solch einfache Antwort reicht mir als Erklärung nicht aus!', heißt es dann, und schon legen sie auf.”

Tief im Thema steckt auch Werner Walter vom Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene CENAP, das auch eine Ufo-Hotline betreibt. „Allein im ersten Halbjahr 2008 waren es 600 Anrufer”, sagt Walter. Einer davon kam am Wochenende aus Witten. 18 Lichter flögen vor ihrem Fenster, manche einzeln, andere auch als Flotte, berichtete die ratlose Anruferin, und das sei nicht zum ersten Mal der Fall. Walter konnte die Anruferin beruhigen, allgemein aber keine Entwarnung in Sachen Skylaterne geben: Da das Partyspielzeug immer preiswerter werde, dürfte auch die Zahl der Ufo-Meldungen weiter ansteigen.

Hintergrund

  • Ursprünglich dienten die Laternen zur Verständigung. Erstmals gezielt eingesetzt wurden sie vor rund 2000 Jahren von einem hohen chinesischen Kriegsherren namens Kong Ming.
  • Die Flugkörper heißen deshalb auch Kong-Ming-Laternen.
  • Die Laternen sind durch ihre Flughöhe bei guten Wetterbedingungen über Kilometer sichtbar.
  • Der militärische Verwendungszweck verlor schnell an Bedeutung. Seitdem sind die Laternen im asiatischen Raum bei Festen beliebt.
  • Mit ihnen verbindet sich die Hoffnung auf Glück und erfüllte Wünsche, die vor dem Start außen auf die Papierhülle geschrieben werden.

Torsten Droop

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Kommentare
22.05.2010
18:52
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von fjrpilot | #33

Hallo, habe letzte Woche in Bihac (Bosnien) Skylaternen steigenlassen. Und schon war im ganzen Land UFO Alarm, da zwei Fernsehsender dies in den Hauptnachrichten im ganzen Land ausgestrahlt hatten.
Kripo und alles was Rang und Namen hat war vertreten, kann man nur von Glück sagen dass die dortige Luftwaffe nicht eingesetzt wurde ;-) schon ganz schön gefährlich diese Himmelsballons, vielleicht entfachen sie irgendwann den 3.Weltkrieg ;-)

29.04.2010
11:59
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von Enrique | #32

Die Schweiz hat die Skylaternen bereits komplett verboten, das entspricht absolut nicht der Wahrheit!

In der Schweiz gelten für Skylaternen, gemäss BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt), die gleichen Bestimmungen wie für die mit Helium gefüllten Ballone! Himmelslaternen sind in der Schweiz nicht verboten.

30.07.2009
18:21
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von dennis h | #31

Skylaternen sind harmlos aber es kommt,wie beim Feuerwerk drauf an WO man sie verwendet.Sie sind aus nicht entflammbaren Papier,also besser als jedes Feuerwerk Lagerfeuer und Grillanzüner welche im Sommer gemacht werden.

30.07.2009
17:40
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von hell | #30

@diamo...
Schweiz und Bayern machens richtig. Es ist unnötig und wenn nur das geringste Risiko für die Flugsicherheit oder Brandgefahr besteht, dann weg damit. Keine langen Diskussionen.

Es wäre besser DU verschwändest aus Deutschland,es gibt auch andere Ansichten als deine!!
Jetzt erst Recht!!!! habe schon Bestellt!!!!

30.07.2009
17:36
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von hell | #29

EXperten mögen die Klappe halten!!
Ich lass sie auch in Bayern fliegen!!
Ganz Asien wäre wohl schon mehrmals Abgebrannt,bei der Menge die sie dort steigen lassen.
Videos findet man auf You Tube zuhauf!
Sie sind besser als das sch... Feuerwerk zu Sylvester billiger und langlebiger!!

04.03.2009
22:50
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von g.militz@gmx.de | #28

naja.. man kannst auch übertreiben.. gefährlich sind die wohl nicht! man muss eben aufpassen! auf bäume usw...

05.01.2009
21:29
Blockierter Kommentar.
von Beatrix.Gutmann | #27

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.01.2009
21:28
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von analenee | #26

ich auf www.skylaternen-online-shop.de

05.01.2009
21:27
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von himmelslaternen feak | #25

na ja.. der bericht ist aber nicht der beste!

ich habe an silvester welche bei

www.himmelslichter.com in hamburg gekauft. das war echt toll!

04.01.2009
20:12
Skylaternen: Feurige Ufos als neue Gefahr
von Dr.Gefahrrrr | #24

skylaternen sind geil!
wir benutzen ein modell, dessen papier schwer entflammbar ist, quasi selbstverlöschend. keine ahnung, ob das die regel bei den skylaternen ist (unsere haben ca. 1,45 euro gekostet).

zufällig haben wir miterlebt, wie eine ausgebrannte laterne direkt vor unseren augen wieder zu boden kam . der brenner war völlig erloschen (keine glut, kein rauch).

einzig der start einer laterne ist etwas heikel. man muss schon auf recht windstille bedingungen warten. sollte es leicht windig sein, muss man damit rechnen, dass die laterne schneller in horizontaler richtung abtreibt als sie aufsteigt - also sollte ausreichend abstand zu bäumen und gebäuden herrschen. hat die laterne erstmal die hohe der umherstehenden bäume/häuser erreicht, ist der weiterflug bei leichtem wind unkritisch.


keine ahnung, warum hier einige wieder so extrem negativ eingestellt sind. diese leute müssten ja auch gegen alles andere sein, was nur ansatzweise gefahren birgt (z.b. autos, flugzeuge, elektrizität, salzstangen, tiere und menschen). passieren kann immer was. deshalb gibt es ja auch gebrauchsanweisungen zu jeglichem schnick-schnack, in denen der korrekte betrieb erklärt wird.

wer gebrauchsanweisungen liest, sie versteht und evtl. sogar gefahrenpotential erkennen und einschätzen kann ...warum soll dieser keinen spaß haben dürfen???

wer nach murphys gesetz lebt, muss echt ein spießiger, trockener kautz sein. mein mitleid!

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