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Risiko Rasen: Was Fahrer ausbremst
08.07.2008 | 22:06 Uhr 2008-07-08T22:06:36+0200Westfalen. (td) Vier Tote, drei Schwerverletzte: die traurige Bilanz zweier Unfälle am Montagabend bei Meinerzhagen und Iserlohn. ...
... Die Unfallfahrer waren in beiden Fällen 20 Jahre alt - und nach bisherigen Erkenntnissen mit ihren jungen Mitfahrern zu schnell unterwegs. Am Tag danach gab es zumindest eine gute Nachricht. Der 77-Jährige und seine Ehefrau (74), die bei Meinerzhagen von dem Kleinwagen des 20-Jährigen gerammt wurden, sind nach Polizeiangaben außer Lebensgefahr.
Erneut gehörten die Unfallverursacher zu der in der NRW-Unfallstatistik auffälligen Gruppe jüngerer Fahrer (siehe Box) - und beim Unfall in Iserlohn war es mit der Straße "In der Läger" hinaus nach Kesbern wieder eine der Strecken, auf denen oft riskant gefahren wird. "Wir können die jungen Fahrer nicht gezielt überwachen, das ist unmöglich", sagt Dieter Zerbs von der Kreispolizeibehörde des Hochsauerlandkreises.
Plädoyer für den Führerschein mit 17
Aufklärung, Prävention und intensive Kontrollen sollen helfen, die Unfallzahlen zu senken. "Das greift durchaus", sagt Zerbs, "aber das Fehlverhalten grundsätzlich abzustellen, ist nicht möglich." Er sieht den Führerschein mit 17 als Chance. Anfangs, sagt Zerbs, sei er durchaus skeptisch gewesen. "Aber das begleitete Fahren vermittelt Sicherheit und ist gutes Training. Da wird keiner einen Teufel tun und wie ein Irrer fahren."
Die Polizei in NRW hat in den vergangenen Jahren bereits eine Vielzahl von Unfallschwerpunkten auf Landstraßen zu entschärfen versucht - in vielen Fällen mit Erfolg. Ein Überblick:
Siegerland: Die B 62 zwischen Netphen-Afholderbach und Hilchenbach-Lützel im Siegerland. Zur beliebten Motorradstrecke gehört die "Applauskurve". Verstärkte Polizeipräsenz hat zu gesunkenen Unfallzahlen geführt.
Kreis Olpe: Die L 539 zwischen Meinerzhagen und dem Kreis Olpe: 28 Unfälle in den letzten drei Jahren auf Olper Gebiet. Im Kreisgebiet nennt die Polizei auch die B 236 zwischen Attendorn und Finnentrop sowie die L 512 bei Wenden. 2007 gab es im Kreis 15 Tote. Fünf von ihnen starben bei Unfällen, bei denen zu schnelles Fahren eine Rolle spielte.
Schwerte: Die B 236 zwischen Schwerte-Ergste und Letmather Schälk: Anwohnerproteste führten zur Tempo 70-Einführung, was nur wenig brachte. Eine Bürgerinitiative erreichte, dass Rüttelfelder auf der Straße angelegt wurden. Kosten: 13 000 Euro, Erfolg: mäßig.
Märkischer Kreis: Die B 237 zwischen Kierspe und Wipperfürth. Der "Varmert-Abstieg" endet in einer scharfen Rechtskurve. Immer wieder gab es Unfälle und Tote, dann Tempo 70 und einen Starenkasten. Erst seit ein zweiter Blitzer aufgestellt ist, blieben schwere Unfälle aus.
Weitere Unfallschwerpunkte sind die "Aggerkurven" zwischen Meinerzhagen und Gummersbach, die Passage Nordhelle zwischen Herscheid und Valbert und der Höhenweg zwischen Werdohl und Lüdenscheid: Dort starben in den letzten zwölf Monaten drei Menschen bei Unfällen - obwohl eine stationäre Messanlage installiert ist. Entschärft wurde die Sieseler Kurve auf der B 236 in Plettenberg; Baumaßnahmen verringerten die Unfallzahlen deutlich auch auf dem "Allendorfer Pass", der kurvig auf der L 619 zwischen Plettenberg und Sundern liegt.
Arnsberg: Berüchtigt war der "Ochsenkopf" zwischen Arnsberg und Sundern. Seit 2007 ist die Strecke am Wochenende für Motorräder gesperrt, weil alle anderen Maßnahmen der Polizei keine Ergebnisse zeigten.

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