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Die weißen Nächte von St. Petersburg kommen

08.06.2012 | 08:45 Uhr
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Die weißen Nächte von St. Petersburg kommen
Die weißen Nächte in St. Petersburg kommen näherFoto: Matthias Rietschel

St. Petersburg.  Ein paar Tage im Jahr geht in St. Petersburg die Sonne nicht ganz unter. Es ist die Zeit der berühmten Weißen Nächte , die zum Sommernfang der alten Zarenstadt einen endosen Tag bescheren. Wie in Skandinavien erlebt St. Petersburg helle Mittsommernächte.

Sie kommen näher, die berühmten Weißen Nächte, an denen in den Wochen um den 21. Juni die Sonne nie vollständig untergeht. Zum kalendarischen Sommeranfang ist Hochsaison in St. Petersburg , dem "Venedig des Nordens", wie viele die alte russische Zarenstadt nennen. In drei Stunden ist die Stadt an der Newa von Deutschland aus per Flugzeug zu erreichen, bietet Kunst- und Kulturgenuss, kulinarische Verlockungen und eine große Auswahl an Unterkünften.

Apropos Geld: Paläste, Paläste, Paläste. Schon wer sich im dichten Verkehrsgewühl per Bus, Taxi oder Mietwagen vom Flughafen Pulkowa aus dem Zentrum der Fünfmillionenstadt nähert, bekommt einen ersten Eindruck vom einstigen Reichtum der Zarenzeit. Vorbei an imposanten Kirchen, über unzählige Brücken, an Kanälen und Grachten entlang und über die Prachtstraße Newski-Prospekt. Ein Hauch von Venedig und Amsterdam, von Paris und Rom - Eleganz und Reichtum und viel, viel Gold, das glänzt. Echtes Gold. Auf den ersten Blick bleibt dem Besucher verborgen, dass hier Prunk und Armut, wie überall in Russland, dicht beieinander liegen.

Äußerlich hat die Metropole kurz vor der Mündung der Newa in den Finnischen Meerbusen, die 1703 von Peter dem Großen gegründet wurde, von vielen europäischen Metropolen etwas - und vor allem etwas mehr. Selbst protzige Stretchlimousinen scheint es im Überfluss zu geben - als moderne Hochzeitskutschen.
 

Für 65 Cent mit der Metro
 

Immer häufiger sind vor allem im Zentrum Straßenschilder nicht nur mit kyrillischen Buchstaben zu finden. Auch die Metro, die mehr als 100 Meter unter der Erde im Minutenabstand verkehrt, gibt sich international. 25 Rubel - umgerechnet etwa 65 Cent - kostet eine einfache Fahrt. Lange Rolltreppen führen zu den Bahnsteigen - die Wege in Londons Untergrund sind nichts dagegen.

Die meisten Sehenswürdigkeiten St. Petersburgs aber liegen über der Erde, im Stadtzentrum: Zum Beispiel die 101 Meter hohe Isaakskathedrale mit ihrer goldenen Kuppel, die barocke Peter-Pauls-Kathedrale oder die bunte Blutskirche im neo-altrussischen Stil mit ihrem Zwiebelturm. Auffällig ist auch die halbrunde Kasaner-Kathedrale am Newski Prospekt, dem 4,5 Kilometer langen Pracht-Boulevard mit seinen Kaufhäusern und Restaurants. Wer sich im Gewirr der Großstadt verläuft, kann getrost Einheimische ansprechen. Zwar erfolgt die Verständigung oft mit Händen und Füßen - denn Englisch ist nicht übermäßig verbreitet - doch die Menschen sind hilfsbereit und freundlich. Gerade Deutsche sind beliebt.
 

Im Mittelpunkt der Schlossplatz
 

Natalja, seit 30 Jahren diplomierte deutschsprachige Gästeführerin mit charmantem russischem Akzent, beginnt ihre Stadtrundfahrt am Schlossplatz mit dem smaragdgrünen Winterpalast und dem von Katharina I gegründeten Eremitage-Museum mit seinen mehr als drei Millionen Ausstellungsstücken. Wer treppauf, treppab die rund 400 Räume besichtigen will, muss nicht nur Zeit, sondern auch Kondition mitbringen. Oder er muss sich auf das Wesentliche beschränken: zum Beispiel die italienische Malerei, die Kunstkenner als den wichtigsten Teil zumindest im Bereich der klassischen europäischen Kunst ansehen. Dicht umlagert sind stets zwei der weltberühmten zwölf Originale von Leonardo da Vinci, die Madonna mit einer Blume aus dem Jahr 1478 und die Madonna Litta von 1490/91. Begehrt ist auch ein Blick auf die Madonna Conestabila und Die Heilige Familie von Raffae l.

Ganz in der Nähe vom "Haus des Buches", einem Jugendstilhaus, das der Nähmaschinenhersteller Singer gebaut hat, lockt - ebenfalls im Jugendstil - am Newski das Delikatessengeschäft Jelissejew mit Spezialitäten (die Kilodose Kaviar für umgerechnet 2.600 Euro). Der Gourmettempel ist sehenswert - und kitschig.
 

Blinis und Russisch Pop
 

Restaurants gibt es in Hülle und Fülle. "Groß in Mode ist Sushi", berichtet Gästeführerin Natalja. Wer es lieber echt russisch haben möchte, sollte zum Beispiel nach dem Restaurant Jolki Palki Ausschau halten. Hier gibt es zum günstigen Preis Soljanka und russische Sülze, Borschtsch und die berühmten Blinis. Russische Küche wird auch geboten im Masha i Medved in der Fußgängerzone Malaya Sadovaya uliza ganz in der Nähe des Newski. Nicht zu verachten aber ist auch das Nachtleben mit vielen Clubs und Bars. Angesagt ist zum Beispiel das "Datscha" , vor Jahren von einer Hamburgerin eröffnet und längst Kult-Treffpunkt.

Größter Diskoclub in St. Petersburg ist der Club Metro am Ligowski Prospekt. Über drei Etagen gibt es hier nicht nur heiße Rhythmen von Russisch Pop bis Latino, sondern auch mehrere attraktive Bars - ein Treffpunkt für junge Leute ab 18, Einheimische ebenso wie Touristen.

Viele Studenten - auch aus Deutschland - sind in St. Petersburg zumindest vorübergehend zu Hause, vor allem auch, um ihre Russischkenntnisse aufzubessern. Sie freuen sich nicht zuletzt über zahlreiche Vergünstigungen, die sie in etlichen öffentlichen Einrichtungen bekommen - von der Eremitage bis zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.
 

Originelles Souvenir - Die Wodka-Maschine


Und wer vor der Heimreise noch ein originelles Andenken sucht, der kann im Wodka-Museum fündig werden. Hier gibt es eine Destillations-Maschine für 56.000 Rubel - etwa 1.450 Euro - zu kaufen, um die traditionsreiche Spirituose daheim auch selbst herzustellen zu können - und beim Genuss vielleicht Geschmack auf den nächsten Besuch in Russland zu bekommen. (dapd)

Kommentare
08.06.2012
17:37
Die weißen Nächte von St. Petersburg kommen
von mightyharry | #1

So ein Blödsinn. Sehr schlecht recherchiert. Es stimmt zwar, dass es zur Sommersonnenwende nicht ganz dunkel wird, die Sonne geht aber dennoch jeden Abend unter. Grund: Die Stadt liegt weit südlich des Nordpolarkreises. Und das bedeutet, dass es keine Sonne 24 Stunden am Stück geben kann.

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