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Prozess

Streit um Hund - Mann warf seinen Bekannten vom Balkon

01.06.2012 | 18:49 Uhr
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Streit um Hund - Mann warf seinen Bekannten vom Balkon

Arnsberg/Warstein.   Bei einem Streit um den Kauf eines Hundes soll ein 40-jähriger Mann aus Soest einen Bekannten vom Balkon heruntergestoßen haben. Der 52-Jährige starb. Der mutmaßliche Täter steht seit Freitag vor Gericht. Weil er schwer alkoholabhängig ist, kann er sich offenbar nur schlecht an den Abend erinnern.

Der Anlass war nichtig – die Folgen dramatisch: Im Streit warf ein 40-jähriger Mann aus Soest einen 52-jährigen Bekannten vom Balkon herunter – das Opfer starb. Seit Freitag wird der Fall vor dem Arnsberger Landgericht verhandelt.

Vor Gericht präsentierte sich der Angeklagte ziemlich sprachlos. Zu den Vorwürfen gegen ihn sagte er gar nichts, nur dürftig gab er Auskunft zur Person: An vieles könne er sich nicht erinnern.

Fünf Entziehungskuren ohne Erfolg

Sein Gehirn, so scheint es, ist ein Sieb. Möglicherweise eine Konsequenz aus dem unmäßigen Alkoholgenuss, den er seit seinem 17. Lebensjahr pflegt. Damals brach er eine Maurerlehre ab – wegen der Trinkerei. Fünf Entziehungskuren habe er hinter sich, ohne Erfolg. Jetzt lebt er von einer Erwerbsminderungsrente – „jemanden, der schon morgens um 10 Uhr Alkohol braucht, stellt doch niemand ein“, sagt der Angeklagte.

2,19 Promille hatte er intus, als er damals mit seinem Trinkkumpan in Warstein in Streit geriet. Es ging um den Kauf eines Hundes. „Lass uns reden“, soll er zu dem Bekannten gesagt haben, erinnerte sich eine Zeugin. Beide gingen auf den Balkon. „Dort redeten sie erst ruhig ­miteinander“, schilderte die Zeugin. „Dann drückte der Angeklagte den Oberkörper seines Bekannten über die Balkonbrüstung, fasste mit einer Hand dessen Bein und warf ihn einfach hinunter.“

Nach dem Sturz in die Tiefe konnte der Mann noch einem Polizisten sagen, er sei gestoßen worden. Dann fiel er ins Koma und starb zwei Wochen später. Der Prozess wird in der nächsten Woche fortgesetzt.

Heinz Krischer

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