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Dortmunder Junge trägt Deutschland-Fahne bei der Fußball-EM

31.05.2012 | 17:03 Uhr
Dortmunder Junge trägt Deutschland-Fahne bei der Fußball-EM
Jannik Felbier aus Dortmund trägt die Fahne beim ersten EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Jannik Felbier ist ein Preisausschreiben-Fuchs. Jetzt hat er wirklich das ganz große Los gezogen. Der 13-jährige Schüler aus Dortmund läuft bei der EM am 9. Juni mit der deutschen Mannschaft zum Eröffnungsspiel auf - als Fahnenkind.

Was soll noch schief gehen für das deutsche Team? Wenn die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw am 9. Juni zu ihrem ersten Spiel bei der Fußball-Europameisterschaft gegen Portugal aufläuft, dann hält einer der erprobtesten Glücksbringer des Landes direkt vor ihnen die schwarz-rot-goldene Fahne hoch. Jannik Felbier (13), Schüler aus Dortmund, ist das Flaggenkind. Er hat seinen Auftritt vor Marco Reus, Mesut Özil oder Mats Hummels und vor Millionen von Zuschauern an den heimischen Fernsehern in einem Preisausschreiben von Coca-Cola gewonnen. „Wenn er etwas wirklich will, gewinnt er es immer“, sagt seine Mutter Karina. Ein bisschen klingt das wie ein Stoßseufzer.

Der Nachbarsjunge gab auf

Max kann einem Leid tun. Max ist der Freund von Jannik. Der Nachbarsjunge. Als die beiden sich als Flaggenkinder für das Spiel Deutschland gegen Portugal in Lviv (Ukraine) im Internet bewerben wollten, streckte Max ziemlich schnell die Waffen. „Du gewinnst ja sowieso“, gab er Jannik zu verstehen. Und Jannik gewann - wie zuvor bei einem Gewinnspiel zur Fußball-WM 2010 ( da gab’s eine Reise nach Disneyland in Paris). Oder wie bei einer Tombola, bei der aus allen erfolglosen Losen noch mal ein Sonderpreis gezogen wurde. „Ich habe also sogar schon mal mit einer Niete gewonnen“, staunt Jannik über sich selbst. Klar, dass so einer auch mal Neid in seiner Schulklasse erfährt. „Aber die meisten gönnen es mir“, sagt der Dortmunder Gymnasiast.

Am 8. Juni wird Jannik mit seiner Mutter nach Frankfurt reisen. Dort übernimmt ein Uefa-Betreuer die insgesamt vier deutschen Flaggenkinder. Mutter Karina darf nicht mit. Sie wird den Auftritt ihres Sohnes nur im Fernsehen erleben. „Als ich das erfuhr, habe ich erst gesagt: ,Dann bleibt er hier’.“ Aber natürlich ließen sich die Eltern überreden, dass ihr Glückskind nun zum ersten Mal ohne sie ins Ausland darf. Alleine in die Ukraine.

Der Postbote staunt auch schon

Für das Preisausschreiben musste der 13-Jährige begründen, weshalb ausgerechnet er dem deutschen Team zur Seite stehen sollte. „Ich habe wohl den längsten Text geschrieben“, erfuhr der eingefleischte Fan von Borussia Dortmund hinterher. Wer Janniks Jungenzimmer gesehen hat, geschmückt mit all den Eintrittskarten von BVB-Spielen, mit Mannschaftspostern und einem Foto, das ihn mit dem Borussen Kevin Großkreutz zeigt, der weiß: Hier wächst ein Fußballverrückter heran. Einer, dem seine Borussia über alles geht und der selbstbewusst über die Taktik und die Aufstellungsprobleme der deutschen Nationalelf fachsimpelt: „Da sind einfach zu viele Bayern im Team. Ich würde im Tor sogar Weidenfeller statt Neuer spielen lassen.“ Die Müllers, Lahms, Boatengs, Schweinsteigers, die Neuers – und wie sie alle heißen: Jannik wird sie ja in Lviv treffen, um ihnen das mal zu sagen.

Las Vegas könnte Schuld sein

Bleibt noch zu klären, woher denn wohl dieses unglaubliche Preisausschreiben-Glück kommt. Dieses Glück, das den Postboten der Felbiers schon stöhnen lässt: „Na, hat Jannik wieder was gewonnen.“ Muss man abergläubisch sein, um das zu verstehen? Kann man das lernen, erben – oder kopieren? Mutter Karina hat da so ihre eigene Theorie: „Mein Mann und ich haben in Las Vegas geheiratet. Vielleicht liegt’s ja daran.“

Jürgen Potthoff



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