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Säckeweise Hasch in Hachen entdeckt

23.08.2007 | 00:36 Uhr

Sundern. Das Hochwasser brachte es an den Tag: In Sundern-Hachen wurde eine riesige Marihuanaplantage entdeckt. Die mutmaßlichen Besitzer schafften es nicht mehr, "rechtzeitig" den Stoff im Wert von rund einer Million Mark verschwinden zu lassen

Der Plan war gut durchdacht: Vor einem Jahr mietete ein 37-jähriger Mann aus Frankfurt die ehemalige Kettenfabrik in Hachen an. Die Immobilie war ideal: Günstig zu haben, weil nach der Pleite des Betriebes niemand Interesse daran zeigte. Große Räume, Elektro-Anschlüsse und super gelegen: Das Gelände ist öffentlich kaum zugänglich, weil es wie auf einer Halbinsel liegt und bis auf die Werkszufahrt von Wasser umschlossen ist. Doch genau das wurde den Marihuana-Bauern zum Verhängnis.

Als am Dienstagabend das Wasser des Röhrbaches anschwoll, kontrollierten Feuerwehrmänner die Gebäude längs des Bachlaufs - und schauten auch bei der ehemaligen Fabrik herein. Dort hatte es früher auch schon mal Überschwemmungen gegeben. Jetzt fand man wieder Wasser, das knöchelhoch in den Industrieräumen stand - doch auch noch mehr: Auf Plastikfolien ausgebreitet und noch nicht vom Wasser berührt lagen dort große Mengen Pflanzen. Was das war, darauf machten sich die Wehrmänner zunächst keinen Reim. "Wir hatten ja auch nur Taschenlampen mit - und außerdem kennt sich keiner von uns mit diesen Sachen aus", schilderte ein Feuerwehrmann.

Am nächsten Morgen bot sich den Blauröcken ein anderes Bild. Da wollten sie das Wasser aus der Fabrik abpumpen - doch die Pflanzen, die nachts noch so schön ausgebreitet dort lagen, waren weg. Alle in Säcke verpackt. "Da sind wir stutzig geworden", schildert ein anderer Feuerwehrmann. Und jetzt kam einem der Katastrophenhelfer der "süßliche Geruch" aus den Säcken merkwürdig vor.

Die hinzugeholten Drogenexperten staunten nicht schlecht: In 29 Säcken entdeckte man rund 150 Kilogramm bestes Marihuana - mit einem Marktwert von rund einer Million Euro. Zudem fand die Polizei die Logistik und Geräte für eine industriell betriebene Hanfplantage. Etwa ein Jahr, so schätzt die Polizei, wurde die Anlage betrieben - und drei bis vier Ernten im Wert von mehreren Millionen Euro wurden eingefahren.

Einfahren mussten auch die mutmaßlichen Betreiber, die offenbar nachts noch versucht hatten, ihren Stoff wegzuschaffen. Zwei 35 und 37 Jahre alte Deutsche aus Frankfurt tauchten während der Polizeiaktion in der Fabrik auf und wurden gleich festgenommen.

Von Heinz Krischer


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