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Floriade

Mehr Gästeübernachtungen dank Floriade

03.07.2012 | 19:23 Uhr
Mehr Gästeübernachtungen dank Floriade
Zur Welt-Garten-Expo reisen Touristen auch mit dem Rad. Foto: Matthias Graben

Kreis Kleve.   Besucher der Welt-Garten-Expo Floriade bei Venlo reisen immer häufiger aus dem ganzen Bundesgebiet und der Welt an. Und beziehen Quartier im Kreis Kleve.

Die Werbung funktioniert: Die Besucherzahlen der Floriade in Venlo wirken sich nicht nur positiv auf den Tourismus im Nachbarland aus. „Besonders in den Städten Straelen und Geldern wurde uns von zunehmenden Übernachtungen von Floriade-Gästen berichtet“, so Hans-Josef Kuypers, Wirtschaftsförderer des Kreises Kleve. In Zahlen belegen lässt sich der Trend derzeit noch nicht. Das Landesamt für Information und Technik NRW hält aktuell noch keine Auswertung der Übernachtungszahlen für die Monate Mai und Juni bereit. Ein Anstieg der Gästeübernachtungen bis April ist nicht zu verzeichnen. Allerdings fällt in den Beherbergungsbetrieben in Straelen die Zahl der ausländischen Übernachtungsgäste im April ins Auge: Ein Plus von 82,5 Prozent.

Wochenend-Arrangements sind gefragt

Bereits im Vorfeld der Welt-Garten-Expo startete die Wirtschaftsförderung im Kreis Kleve Kampagnen, um Touristen auch in das Grenzgebiet auf deutscher Seite während der Floriade in Venlo zu locken. „Wir wussten, dass wir frühzeitig Offerten für die Besucher der Welt-Garten-Expo einrichten mussten. Das hat nun gegriffen“, ist Kuypers überzeugt. Hoteliers und Touristiker stellten spezielle Übernachtungs-Arrangements und -Pakete zusammen. Mehr als anderthalbtausend Busunternehmen wurden angeschrieben. 136 hätten das Angebot angenommen, mit den Floriade-Besuchern im Kreisgebiet zu nächtigen. „Die Busreisenden beziehen Quartier von Straelen bis Kalkar“, sagt Angelika Hoffmann, Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) im Kreis Kleve. „Von ihnen profitieren alle Hotels am ganzen linken Niederrhein.“

Individualtouristen bevorzugten dagegen ganz gezielt die grenznahen Städte, so die Dehoga-Vorsitzende und Inhaberin des Hotels „Straelener Hof“ in Straelen. „Unsere Gäste nutzen besonders die Wochenend-Arrangements, um die Floriade zu besuchen. Viele nutzen auch die Möglichkeit des Niederrheinrad-Verleihs im Haus, um zur Welt-Garten-Expo zu radeln.“

Der Pavillion Indonesiens auf dem Ausstellungsgelände. Foto: Matthias Graben

Hauptsächlich reisen Touristen aus dem Ruhrgebiet und der Umgebung an den Wochenenden an. „Aber wir verzeichnen in den vergangenen beiden Monaten auch ein höheres Gästeaufkommen aus dem gesamten Bundesgebiet, vor allem aus Ost- und Süddeutschland, aufgrund der Floriade.“

Dass dies allerdings kein einmaliger Aufenthalt im Kreis Kleve wird, darauf hofft Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers. „Ich sehe die Floriade vor allem aus ganz nachhaltiger Sicht. Wir wollen, dass die Leute, die sich jetzt in der Region um die Welt-Garten-Expo herum umschauen, auf den Geschmack gebracht werden, noch einmal wiederkommen, sich ein Niederrheinrad ausleihen und herumfahren.“

Aktuell sei das touristische Potenzial, das die Floriade mit sich bringt, im Kreis Kleve aber noch lange nicht ausgeschöpft, meint Kuypers. „Unsere Erwartungshaltung ist sicher noch nicht so erfüllt, wie wir es gedacht hatten. Besonders im Bereich des Radtourismus’.“

Radtourismus läuft noch nicht auf Hochtouren

Und die Übernachtungsstatistik des Landesamtes Information und Technik NRW für den Kreis Kleve gibt ihm Recht: von Januar bis April sank die Zahl der Übernachtungen im Kreisgebiet sogar im Vergleich zu 2011. Waren es im Vorjahr noch 214 078 Übernachtungen in den ersten vier Monaten, so sind es 2012 nur noch 208 367.

Verantwortlich sind hierfür allerdings nicht fehlende Werbeaktionen für das Kreisgebiet und die Städte an der niederländischen Grenze unweit der Floriade in Venlo. „Die wenigen Radtouristen sind wohl vor allem dem bisher sehr durchwachsenen Wetter geschuldet“, so Hans-Josef Kuypers.

Elke Wiegmann



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